Hohensetzsteig

Hohensetzsteig war eine mittelalterliche Siedlung nördlich von Setzsteig. Die genaue Lage ist nicht überliefert; sie wird etwa eine halbe Wegstunde vom heutigen Setzsteig entfernt in Richtung Wiesenburg/Mark vermutet. Das Gebiet der ehemaligen Siedlung liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Lage

Möglicherweise befand sich die Dorfstelle in den Jagen 19/20, wo die Familie Brandt von Lindau 1726 eine Wassermühle ohne ausreichenden Wasserlauf anlegen ließ. Auf die ehemalige Siedlung weisen die Flurnamen Alte Mühle mit Brotsteig nach Setzsteig und Backenberg hin.

Geschichte

1419/1420 wurde der Ort als Setstige erwähnt, 1592 als Hobensezsteigk wüste. Der Name leitet sich von der Lage an einem Steig = Weg ab, der „hinauf zur Ansiedlung führt“. Er stammt aus dem mittelniederdeutschen sete für Sitz, Wohnsitz.

1419/1420 gehörte Hohensetzsteig der Familie von Kracht. Spätestens vor 1487 befand sich die Wüstung im Besitz der Familie Brandt von Lindau auf Wiesenburg und blieb dort bis 1755. Von 1755 bis 1765 besaßen die Familien von Trotta genannt Treyden und von Watzdorf Anteile, bevor der Besitz 1765 vollständig an die Familie von Watzdorf auf Wiesenburg gelangte. Zu ihrem Besitz gehörte der dritte Teil des wüsten Dorfes nebst den Gehölzen Kullacz und Prasserdorf, die bereits 1419/1420 genannt wurden, beziehungsweise die wüste Dorfstätte selbst.

Bereits 1419/1420 wird Hohensetzsteig als wüste Dorfstätte erwähnt, wobei die Überlieferung nicht immer eindeutig von Setzsteig zu trennen ist. 1487 wurde der Ort erneut als wüste Dorfstätte bezeichnet. 1575 fiel der Zehnt von Setzsteig, möglicherweise von beiden Siedlungen dieses Namens, an Wiesenburg. Nach Fähndrich waren noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Wald Überreste einer Kirche vorhanden. 1592 zinste der Krüger zu Jeserig/Fläming von der wüsten Dorfstätte Setzsteig, wobei wahrscheinlich Hohensetzsteig gemeint ist. Die Feldmark ging später größtenteils in der Wiesenburger Forst auf; eine Wiederbesiedlung erfolgte nicht.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 413)
  2. ↑ Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 159, ISBN 3-937233-17-2.
  3. 1 2 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 414)