Hoher Geradstand

Klassifikation nach ICD-10
O64.0 Geburtshindernis durch unvollständige Drehung des kindlichen Kopfes
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Der hohe Geradstand ist eine geburtshilfliche Einstellungsanomalie des Kindes im Mutterleib. Eine Regelwidrigkeit der Einstellung bezeichnet die Beziehung des vorangehenden Teils zum Geburtskanal. Die im Beckeneingang physiologisch quer stehende Pfeilnaht, die längste Achse des kindlichen Kopfes, steht beim hohen Geradstand im geraden Durchmesser, dem kleineren Durchmesser des elliptisch geformten Beckens. Die durch den im queren Durchmesser eingestellten Kopf normalerweise erfolgte Formanpassung an den querovalen Beckeneingang ist hier nicht erfolgt oder es liegen Ursachen vor, die eine Formanpassung verhindern. Der Muttermund ist dabei mindestens 8–10 cm geöffnet, die Fruchtblase ist offen und die Gebärende hat kräftige Wehen, davor spricht man von einer Tendenz zum hohen Geradstand.

Einteilung

Häufigkeit

Eine Tendenz zum hohen Geradstand, also eine gerade Pfeilnaht während der Eröffnungsperiode zeigt sich bei ca. 2–3 % aller Geburten. Meist handelt es sich um eine vorübergehende Einstellungsanomalie, denn etwa zwei Drittel dieser Kinder drehen sich im Geburtsverlauf spontan und treten dann regelrecht ins Becken ein. Bei ca. 0,5 % aller Geburten bleibt die Fehleinstellung bestehen. Das Kind bleibt bis zur vollständigen Eröffnung mit geradem Pfeilnahtverlauf im Beckeneingang stehen. Erst jetzt spricht man von einem echten hohen Geradstand.

Ursache

Ein hoher Geradstand kann auch in Kombination mit anderen Regelwidrigkeiten auftreten, wenn es darum geht, dass der Kopf vorübergehend die günstigste Formanpassung an den Beckeneingang zu erreichen versucht. Oft bleibt die Ursache auch unklar.

Diagnostik

Verlauf

Die Eröffnungsperiode verläuft protrahiert, da der Kopf nicht tiefer tritt und somit nicht auf den Muttermund drückt. Manche Kinder beugen auch ihren geraden Kopf in Beckeneingang maximal, im Sinne einer Roederer-Kopfhaltung. Dadurch gelingt eine Verkleinerung des Kopfumfanges. Der Kopf kann doch ins Becken eintreten. Ein dorsoposteriorer hoher Geradstand geht dann in eine hintere Hinterhauptslage über, kann sich aber auch noch als eine regelrechte vordere Hinterhauptslage einstellen. Bleibt ein hoher Geradstand über 2 Stunden ohne Geburtsfortschritt bestehen, muss abhängig von der Wehenstärke wegen der Gefahr einer Uterusruptur die Geburt mit Kaiserschnitt beendet werden.

Therapie

Siehe auch

Literatur