Holger Falk

Holger Falk (2017)

Holger Falk (* ca. 1972) ist ein deutscher Opern- und Liedsänger (Bariton).

Leben und Wirken

Ausbildung

Holger Falks Vater war Klarinettist und Saxophonist. Im Alter von 10 Jahren trat Falk dem Chor der Regensburger Domspatzen bei und besuchte das angeschlossene Musikgymnasium. Mit den Domspatzen unternahm er weltweit Konzertreisen, spielte Klavier und Orgel. Nach dem Abitur studierte Falk Gesang an der Musikhochschule Würzburg bei Sigune von Osten, später in Mailand bei Franco Corelli und in New York bei Neil Semer.

Opernsänger

Nach dem Studium war Falk zunächst für zwei Jahre Mitglied des Chores der Oper Frankfurt und begann dann seine solistische Karriere als Opern- und Liedsänger mit dem Schwerpunkt Liedwerk des 20. und 21. Jahrhunderts.

Im Bereich des Musiktheaters arbeitete er mit Dirigenten wie Christopher Hogwood und Gabriel Garrido, Regisseuren wie Calixto Bieito und Werner Schroeter sowie mit zeitgenössischen Komponisten zusammen. Er wirkte bei Uraufführungen der Werke von Péter Eötvös’ (Der goldene Drache, Paradise reloaded) an der Oper Frankfurt und bei den Bregenzer Festspielen sowie Ein Brief von Manfred Trojahn an der Oper Bonn, Beat Furrers (La bianca notte), Georges Aperghis’ (Le soldat inconnu), Michael Wertmüllers (Weine nicht, singe!), Miroslav Srnkas (Make No Noise) und Steffen Schleiermachers (Kokain) mit. Darüber hinaus sang er zahlreiche klassische Rollen von Monteverdis L’Orfeo bis zu Wolfgang Rihms großen Opern. 2021 übernahm er die Rolle des Jaufré Rudel in L’amour de loin von Kaija Saariaho an der Oper Köln. 2022 folgte die Titelrolle in G. F. Haas’ Oper Thomas an der Bayerischen Staatsoper. Im selben Jahr war er Teil der Performance „Amopera“ – a performance with material of the music theatre of the last 100 years gemeinsam mit S.M. Sun und dem Klangforum Wien unter dem Dirigat von Bart Wiegers und der Regie von Jan Lauwers (Needcompany) im Festspielhaus Erl.

Liedsänger

Falk konzertiert regelmäßig mit Ensembles für Neue Musik wie dem Klangforum Wien, dem Ensemble Modern, dem Ensemble Resonanz, dem Ensemble Avantgarde, der Basel Sinfonietta, der MusikFabrik NRW, dem Doelen Ensemble Rotterdam und nuovo aspetto sowie auch mit Ensembles für Barockmusik wie dem Elyma Genève (Monteverdis Orfeo), Elbipolis Hamburg (Graupners Dido), dem Concerto Köln (Hasses Leucippo) und der Kammerakademie Potsdam (Mendelssohns Elias).

In diesem Zuge entstanden bereits etwa 20 Tonträgeraufnahmen mit Liedern verschiedener Komponisten. 2016 erhielt er den ECHO Klassik für die beste Liedeinspielung des Jahres (Satie: Mélodies et Chansons) sowie 2017 den Preis der deutschen Schallplattenkritik (Hanns Eisler: Lieder und Balladen 1929–1937). Im Jahr 2019 folgte die Nominierung für den Opus Klassik in der Kategorie „Sänger des Jahres solistische Einspielung Gesang Lied“.

Als erster Sänger nahm er zusammen mit Alessandro Zuppardo am Klavier eine Gesamteinspielung aller 115 Mélodies für Männerstimme von Francis Poulenc auf. Zusammen mit Steffen Schleiermacher am Klavier veröffentlichte er neben der Satie-Gesamteinspielung auch Einspielungen von Liedzyklen Wolfgang Rihms und der Hölderlin-Vertonungen Josef Matthias Hauers. 2017/2018 erschien in Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur und MDG eine 4-CD-Reihe der Lieder Hanns Eislers. Für seine Interpretationen der Partien der Kassandra in Iannis Xenakis Oresteia (2017), des Johannes in G. F. Haas‘ Morgen und Abend (2017) sowie des Lord Byron in Michael Wertmüllers Uraufführung Diodati. Unendlich (2019) wurde er vom Magazin Opernwelt dreimal für den Sänger des Jahres nominiert. Im November 2021 sang er die Weltpremiere von Chaya Czernowins ATARA für Sopran, Bariton und Orchester gemeinsam mit Sofia Jernberg und dem RSO Wien im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins.

Lehrtätigkeit

Ab dem Sommersemester 2019 wurde Falk als Professor für Liedinterpretation, Oratorium und Aufführungspraxis für zeitgenössische Musik an die Universität für Musik und darstellende Kunst Graz berufen.

Privates

Holger Falk lebt gegenwärtig in Frankfurt am Main und hat zwei Kinder.

Diskografie

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Cornelia von Wrangel: Sänger Holger Falk: Lieber Rihm als Mozart. In: FAZ.NET. 17. März 2016, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 14. Dezember 2017]).
  2. 1 2 Der Bariton Holger Falk im Porträt: Vom Domspatz zum Goldkehlchen | Cluster | SWR2. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 15. Dezember 2017; abgerufen am 14. Dezember 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ L'Amour de Loin – Oper Köln. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. September 2022; abgerufen am 30. August 2022.
  4. ↑ Thomas. Abgerufen am 30. August 2022.
  5. ↑ Biography | Holger Falk Baritone. Abgerufen am 31. Mai 2021.
  6. ↑ CD | Holger Falk Baritone. Abgerufen am 30. August 2022.
  7. ↑ Biography | Holger Falk Baritone. Abgerufen am 31. Mai 2021.
  8. ↑ WorldPremiere of Chaya Czernowin „ATARA“ | Holger Falk Baritone. Abgerufen am 30. August 2022.
  9. ↑ University Package Team: Personen. Abgerufen am 30. August 2022.
Personendaten
NAME Falk, Holger
KURZBESCHREIBUNG deutscher Opern- und Liedsänger (Bariton)
GEBURTSDATUM 20. Jahrhundert