Honda Dax ist ein kleines motorisiertes Zweirad von Honda. Es wurde in verschiedenen Hubraumversionen angeboten.
Angetrieben wird die Dax durch den liegenden Einzylinder-Viertaktmotor des Kleinkraftrads SS 50 in modifizierter Form. Dieser Einzylindermotor ist mit seinen zahlreichen Varianten der meistproduzierte Viertaktmotor für ein Zweirad und wurde auch bis 2014 noch eingebaut. Anstelle eines Fünfgang-Getriebes, das nur im Modell SS 50 zum Einsatz kam, wurde ein Dreigang-Getriebe mit Fliehkraftkupplung ohne separate Handbetätigung verwendet.
Die Form des 1969 eingeführten ersten Dax-Modells war so innovativ, dass es sich bis auf kleinere Modifikationen unverändert bis zu den heutigen Lizenz-Nachbauten hielt und für viele Fans weltweit Kultstatus erlangte. Alle Modelle fielen in mehrerlei Hinsicht auf: kleine Räder in der Größe 3,50 × 10, der Tank ist unter der Sitzbank in den aus zwei Blechschalen geschweißten Rahmen eingebaut. Der Lenker lässt sich umklappen, wodurch sie heute in jeden Van passt und (wie die noch kleinere Monkey) als motorisiertes Gefährt bei Wohnmobilen beliebt ist. Durch den Viertaktmotor ist das Motorengeräusch weitaus leiser und für viele Menschen angenehmer als das schrille Geräusch der in den 1970er Jahren zahlreichen Zweitakt-Mopeds. Auffällig ist auch der typische Auspuff, welcher sich, wie sonst nur bei Geländemotorrädern üblich, seitlich nach oben zieht. Zusammen mit den langen Federgabeln (bedingt durch die kleinen Räder, um trotzdem eine ausreichend hohe Sitzposition für den Fahrer zu erhalten) sah die Dax somit immer etwas wie ein zu klein geratenes Geländemotorrad aus.
In Deutschland gab es mehrere Versionen mit unterschiedlicher Leistung. Das schwächere Modell ST50G, beschränkt auf ca. 40 km/h und mit dem günstigen Moped-Versicherungskennzeichen zu fahren, und das Modell ST50E mit 4,5 PS (3 kW) bei 9000/min für Führerscheinklasse 4 und 5 mit 70 km/h. Mit mehr Hubraum gab es dann noch das Modell ST70. Mit rund 70 cm³ Hubraum wurden ca. 70 km/h erreicht und man benötigte den damaligen Führerschein der Klasse 1 (ab 18 Jahren). Die Versicherungseinstufung war sehr günstig in der Klasse Motorrad bis 10 PS und war zum Ansparen schadensfreier Versicherungsjahre beliebt. Heute werden alte 70er als Leichtkraftrad bis 15 PS zugelassen.

Bei der im Bild abgebildeten DAX handelt es sich um die in Amerika angebotene Version namens CT70 (Cross Trail). Die US-Ausführung wurde von 1969 bis 1983 und, in überarbeiteter Form (Hydraulische Teleskobgabel, 12-V-Elektrik, festinstallierter, nicht abklappbarer Lenker sowie größere Kunststoffschutzbleche in Rahmenfarbe), von 1991 bis 1994 verkauft und ist an den hoch angesetzten Chromschutzblechen und an den an der Gabel seitlich angebrachten Reflektoren zu erkennen. Da auf dem oberen Foto eine DAX mit handbetätigter Kupplung dargestellt ist (erkennbar am Kupplungshebel an der linken Lenkerhälfte sowie den schräg verlaufenden „Bauchbinden“), handelt es sich um das ausschließlich in den USA angebotene Modell CT70H oder Trail70H mit dem für dieses Modell erhältlichem, verchromtem Motorschutz.
Die Auslieferung der amerikanischen DAX als CT70, die dort ausschließlich mit dem 72-cm³-Motor ausgeliefert wurde, begann mit zwei Modellen, der CT70 mit dem bekannten Dreigang-Fliehkraftkupplungsgetriebe und der CT70H-Version mit Vierganggetriebe und handbetätigter Kupplung. Die H-Version sollte der CT70 zu noch besserer Geländegängigkeit verhelfen, wurde aber aufgrund geringer Nachfrage bereits 1972 eingestellt. Weiterhin wurde zwischen 1972 und 1975 die sog. ST90 verkauft (in Japan: Mighty Dax). Diese war mit 14"-Speichenrädern, längerer Schwinge sowie verstärktem Rahmen noch mehr auf Offroad getrimmt und mit dem Aggregat der Honda C90/CT90 ausgestattet. Dieses unterscheidet sich deutlich vom 72ccm-Motor (Seitendeckel, Zündanlage und Motoraufnahmen). Der Motor mit 89ccm und ca. 7,5 Ps wurde auch als "Fat Harry" bezeichnet.
In Europa deckten die Schutzbleche haubenförmig die Bereifung ab und waren anfangs silbern lackiert. In Kombination mit den schlankeren, verchromten Schutzblechen wurde ein hinterer Spritzschutz aus Kunststoff ergänzt. Das bis dahin für alle Honda-Modelle typische runde Rücklicht (mit gelben Bremslicht) wurde durch ein in den hinteren Spritzschutz integriertes, rechteckiges Rücklicht ersetzt.
Die erste Generation der Dax (1969-ca. 1983) waren mit einer 6-Volt Zünd- und Lichtanlage ausgerüstet.

Nachdem die Dax Mitte der 80er-Jahre zugunsten des geplanten Nachfolgers CY50 vom Markt genommen wurde, kehrte sie 1988 in überarbeiteter Form zurück. Die neue DAX, Modellcode AB23, hatte nun eine kontaktlose Zündung, 12-V-Lichtanlage inklusive Blinkern, eine hydraulische Teleskopfedergabel vorne sowie leicht verbesserte Stoßdämpfer hinten. Wesentlich waren die Änderungen am Motor, der einen automatischen Steuerkettenspanner, eine kugelgelagerte Nockenwelle und eine verbesserte Fliehkraftkupplung erhielt. Der vom Gesetzgeber zum Erschweren von Tuningmaßnahmen auferlegte Antimanipulationskatalog wurde durch unlösbare Schrauben am jetzt kleineren Ansaugkrümmer, kleinere Ventile und einen kleineren Vergaser umgesetzt. Im Gegenzug durfte die neue Generation der Dax aber erstmals legal aufgrund geänderter Bestimmungen für Kleinkrafträder in Deutschland offiziell 50 km/h erreichen. Der Kettenschutz der AB23 war nun nicht mehr am Pressrahmen der DAX verschraubt, sondern wurde auf der Schwinge befestigt. Statt der geschwungenen Schutzbleche des alten Modells wurden gerade Schutzbleche verbaut, die je nach Modelljahr verchromt oder lackiert waren. Die Form von Sitzbank und Rücklicht fiel eckig statt rundlich aus. Der frühere Seitenständer wurde durch einen Hauptständer ersetzt.
Auch eine 70-ccm-Version der 12-V-Dax wurde angeboten, jedoch nur noch in geringen Stückzahlen hauptsächlich in Frankreich verkauft.
Honda stellte den Importder DAX AB23 in Europa 1999 ein, jedoch erfolgten Händlerverkäufe noch bis 2002.

Seit 2009 werden sie in verschiedenen Modellvarianten vorwiegend von chinesischen Firmen gefertigt und auch in Deutschland angeboten, so beispielsweise von Sky Team (Jiangsu Sacin Motorcycle Co.) oder auch Jincheng Motors und anderen.
Die Stückzahlen des noch immer gebauten und mehrfach deutlich weiterentwickelten Motors belaufen sich auf mehr als zehn Millionen. Der Motor kommt außer in den Repliken von Honda Dax, Monkey und Gorilla serienmäßig mit bis zu 125 cm3 mittlerweile auch in wesentlich größeren Lizenznachbauten wie etwa Kymco Nexxon und Sachs MadAss zum Einsatz.
Beispiel hierfür ist auch der Lifan 1P54FMI (125 cm³) der als Motor in vielen Dirt Bikes zum Einsatz kommt.
Seit 2023 baut Honda wieder selbst eine Dax für den europäischen Markt, nunmehr in einer Leichtkraftradversion mit 125 cm³ und ca. 7 kW. Auf dem deutschen Markt liegt ihr Preis allerdings etwa beim Doppelten der chinesischen Nachbauten, z. B. von Jinfeng.