Hopffgarten

Stammwappen der Hopfgarten in Siebmachers Wappenbuch von 1605.

Hopffgarten (später auch Hopfgarten) ist der Name eines weit verzweigten alten thüringischen Adelsgeschlechts.

Geschichte

Eine Burgstelle im gleichnamigen Dorf Hopfgarten im thüringischen Kreis Weimarer Land liegt in der Niederung der Gramme und gilt als Stammsitz der ab 1247 genannten Herren von Hopfgarten. Erster urkundlich erwähnter Angehöriger des Geschlechts ist Siffrid de Hoppengarten, der 1262 zuerst erscheint, mit dem auch die Stammreihe beginnt. Die Burg soll jedoch bereits 1303 im Krieg Erfurts mit dem Landgrafen Albrecht zerstört worden sein.

Schloss Schlotheim.

Die als landgräfliche Gefolgsleute auftretende Familie wurde dann offenbar mit Gütern im Raum Schlotheim und Mülverstedt entschädigt. 1425 kaufte Friedrich von Hopfgarten Stadt und Schloss Schlotheim vom Grafen Heinrich von Schwarzburg. Die Herren von Hopfgarten bildeten in diesem Gebiet am Hainich und östlich der Hörselberge einen Grundherrschafts- und Gerichtsbezirk heraus. Schlotheim gehörte ab 1571 zu Schwarzburg-Sondershausen und ab 1599 zu Schwarzburg-Rudolstadt.

1768 ließ Maximilian Ernst von Hopffgarten die Schlotheimer Burg abreißen und an ihrer Stelle 1773–1777 ein Barockschloss errichten. Georg Wilhelm von Hopffgarten wurde am 31. Juli 1790 im kursächsischen Reichsvikariat in den Reichsgrafenstand erhoben. Die gräfliche Linie ist 1944 im Mannesstamm erloschen. Ein Zweig der Schlotheimer Linie ließ sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Mecklenburg nieder; der Hofjägermeister Gideon Helmuth Ernst von Hopffgarten auf Gustävel (heute Ortsteil von Kuhlen-Wendorf) wurde 1790 in den mecklenburgischen Adel rezipiert.

Personen und Daten

Burgruine Haineck.
Villa Goethestraße 42, Eisenach, 1915–1945 im Besitz der Familie.

Neben Nazza mit Burg Haineck trat die Familie als adeliger Grund- und Gerichtsherr in den Orten Craula, Ebenshausen, Frankenroda, Hallungen, Lauterbach, Neukirchen sowie in Mülverstedt, Mechterstädt, Ebenheim, Weingarten und Burla in Erscheinung. 1714 verkauften die Herren von Teutleben das Dorf Laucha an Georg Friedrich von Hopfgarten. Die Besitzungen im Herzogtum Sachsen-Gotha bildeten das „Hopffgartensche Gericht“.

Ein Friedrich Wilhelm von Hopfgarten war 1777 bis 1787 kurfürstlich-sächsischer Oberforstmeister im Jagdschloss Grillenburg, inmitten des Tharandter Waldes bei Dresden, wo noch ein Schlussstein von 1779 mit seinen Initialen im Schlosshof zu finden ist.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich zwei Eintragungen von Töchtern der Familie des Hofjägermeisters von Hopffgarten aus Gustävel aus den Jahren von 1790 bis 1805 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift. Das Wappenschild der am 8. Juni 1870 in Dobbertin verstorbenen Susanne Sophie Charlotte Elisabeth von Hopffgarten mit dem Allianzwappen hängen auf der Nonnenempore in der Klosterkirche.

Namensträger

Wappentafel am Nazzaer Schloss.
Initialen Friedrich Wilhelm von Hopfgartens von 1779 am Schloss Grillenburg.

Linie von Hopffgarten (Mülverstedt)

Linie „von Hopffgarten auf Haineck zu Nazza“

Hopf(f)garten-Wappen (Mitte u. 2. von re.) i. d. Dorfkirche Zurow b. Wismar.

Linie von Hopffgarten (Schlotheim)

Weitere bekannte Namensträger

Briefadeliger Namensträger

Nichtadelige Namensträger

Wappen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Berthold Schmidt: Urkundenbuch der Vögte von Weida, Gera und Plauen. 1, Jena 1855, S. 65, Nr. 124.
  2. ↑ Michael Köhler: «Hopfgarten» - Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 142.
  3. ↑ Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch des Adels. Gräfliche Häuser A (Uradel) 1962. Band IV, Band 28 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1962, S. 214.
  4. ↑ Gustav von Lehsten: Der Adel Mecklenburgs seit dem landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche (1755). J. G. Tiedemann, Rostock 1864, S. 113.
  5. ↑ Lehnbrief vom 26. Mai 1463, in „Lehnbriefe der Familie von Hopfgarten“, im Archivportal Thüringen [abgerufen am 18. März 2025.]
  6. ↑ Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden, Bestand 10864 (alt 196) Oberforstmeisterei Grillenburg, Nr. 1/194, 1776-77 und HBZ NRW GND-Nr. 1121825583 [abgerufen 11. September 2026]
  7. ↑ Gemeinde Mülverstedt. 2024.
  8. ↑ Rainer Lämmerhirt: Die Tat des »Hanns Henning Harseim« (Erzählung der Schriftstellerin E. von Hopffgarten). In: Gemeindeverwaltung Mihla (Hrsg.): Werratal-Nachrichten. Nummer 52/53. Verlag und Druck Linus Wittich KG, Fritzlar 1992, S. 7.
  9. ↑ Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1958. Band III, Band 17 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Lahn) 1958, ISSN 0435-2408, S. 131–132.
  10. ↑ Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1977. Band XIV, Band 66 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1977, ISSN 0435-2408, S. 231–232.
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