Aha (König)

Namen von Aha (König)

Gefäßfragment aus Fayence mit dem Namen des Aha; British Museum, London
Horusname
G5
D34
Hor-aha
Ḥr.(w)-ˁḥ3
Horus, der Kämpfende

Aha (eigentlich Hor-Aha) ist der Name eines altägyptischen Königs (Pharao) der Frühdynastischen Periode. Er war nach Meinung einiger Ägyptologen der erste König der 1. Dynastie, nach Meinung anderer Forscher der zweite.

Aha war der Nachfolger von König Narmer und Vorgänger von König Djer. Er regierte ungefähr zwischen 3000 und 2960 v. Chr. und wurde in früherer Zeit gern mit dem legendären Ahnenkönig Menes späterer Quellen gleichgesetzt. Heute identifiziert ihn die Mehrheit der Ägyptologie als den Herrscher Teti I. ramessidischer Königslisten und diesen als Athothis des antiken Chronisten Manetho. Obgleich Aha archäologisch sehr gut belegt ist (selbst über die Grenzen Ägyptens hinaus), weiß man über die Herkunft und Identität dieses Herrschers noch immer wenig, weshalb viele kontroverse Thesen um ihn aufgestellt wurden. Weder ist bekannt, mit wem er liiert war, noch, wie lange er geherrscht hat. Zeitgenössische Artefakte legen zumindest nahe, dass Aha vor allem militärisch sehr aktiv war und viele Fürstentümer unter sich vereinte.

Name und Identität

Zum Horusnamen

Aha ist archäologisch ausschließlich durch seinen Horusnamen bezeugt. Dieser erscheint auf Artefakten aller Art (Tonsiegel, Tongefäß-Ritzungen, Gefäßinschriften, Elfenbeinetiketten etc.) und taucht auch außerhalb Ägyptens auf, so zum Beispiel in der Levante und im unteren Nubien (heutiger Norden Sudans). Der Horusname wird mit dem Gardiner-Zeichen D34 (menschliche Arme, die Schild und Knaufkeule halten) geschrieben, welches allgemein „Aha“ gelesen und mit „Kämpfer“ übersetzt wird.

Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei die Art und Weise, wie Ahas Serech gestaltet ist: Bei genauerer Betrachtung ist erkennbar, dass die Füße und Krallen des Horusfalken in den Serech hinein reichen und daher der Horusfalke Schild und Keule selbst festhält (siehe hierzu obige Abbildung). Unter Ägyptologen gibt es deshalb um diese Namensdarstellung eine lebhafte Diskussion, da eine mögliche tiefere Symbolik dahinter vermutet wird. Bestärkt wird dieser Argwohn dadurch, dass auf zahlreichen Elfenbeinetiketten eine besondere Form des Serechs erscheint, bei der ein menschlicher Arm mit Knaufkeule aus einer der oberen Ecken des Serechs wächst. Dieser „kämpfende Serech“ ist auch bei den Königen Djer und Wadji zu sehen. Möglicherweise sollte im Falle Ahas dadurch unter anderem bildhaft wie symbolisch die direkte Verbundenheit des Königs mit dem Schutzpatron Horus zur Schau gestellt werden: Aha lässt Horus für sich kämpfen.

Ahas Eigenname wird möglicherweise bereits in Tonsiegelabdrücken überliefert. Mehrere Tonsiegel zeigen Ahas Serech, in welchem das Gardiner-Zeichen X1 (ein Brotlaib) in doppelter Ausführung erscheint. Diese Zeichengruppe wird mit ttj transkribiert und als „Teti“ gelesen. Gelehrte wie Josep Cervelló Autuori sehen darin den Geburtsnamen von Aha und die Vorlage für die späteren Königslisten.

Frühere Gleichsetzungen mit Menes

Elfenbein-Etikett des Hor-Aha mit dem umstrittenen Nebti-Namen Menj (ganz oben rechts).

Auf einem Elfenbeintäfelchen aus dem Grab des Aha bei Abydos ist eine der ältesten schriftlichen Darstellungen des Wappens der beiden Herrinnen direkt gegenüber dem königlichen Serech des Aha eingraviert. Es befindet sich innerhalb eines zeltförmigen, dreifach ausgeführten Zierrahmens zusammen mit einer alten Form des Nebti-Namens. Unter dem Wappen der beiden Herrinnen ist das Gardiner-Zeichen Y5 (Spielbrett mit Spielfiguren darauf) zu sehen, das Mn gelesen wird. Das zeltähnliche Gebilde könne als ein Pavillon gedeutet werden, den Aha augenscheinlich aufsuchte. Die Tatsache, dass Ahas Horusname und der Pavillon mit dem Nebti-Wappen gemeinsam und direkt nebeneinander abgebildet werden, deuten die Gelehrten Günter Dreyer und Wolfgang Helck als Beweis dafür, dass Aha mit Menes identisch sein müsse.

Des Weiteren verweisen sie auf Tonsiegel des Königs Dewen (fünfter Herrscher der 1. Dynastie), auf denen eine Auflistung der Horusnamen von König Narmer bis Dewen eingedrückt sind. Die Horusnamen werden dabei im Wechsel mit dem Namen des Friedhofgottes Chontamenti abgelöst. Günter Dreyer argwöhnt, ob Chontamentis Name vielleicht die Namen von kurzzeitigen Zwischenregenten ersetzen sollte. Demnach hätte Menes’ wahrer Name zwischen Narmer und Aha und Tetis wahrer Name zwischen Aha und Djer erscheinen müssen.

Auf dem Palermostein, ein Bruchstück des berühmten Annalenstein der 5. Dynastie, ist der Herrschaftsantritt von König Djer festgehalten. Der Vorgänger, dessen Herrschaftsende ebenfalls erhalten ist, wird einhellig als Aha identifiziert. Doch seltsamerweise vermerkt der Palermostein augenscheinlich zwei Sterbedaten. Die angegebenen Kalenderdaten lassen auf eine zeitliche Diskrepanz von 45 Tagen oder gar von 1 Jahr und 45 Tagen schließen. Laut Walter Bryan Emery und Siegfried Schott lege dies nahe, dass diese Diskrepanz Hinweise auf ein kurzfristiges Interregnum eines weiteren Königs liefern könnte. Dieser Umstand würde eine Gleichsetzung von „Teti“ mit Hor Aha unwahrscheinlich machen und möglicherweise auf einen weiteren, eigenständigen König hindeuten.

Heutige Gleichsetzung mit Teti I.

Die Ausführungen von Wolfgang Helck und Günter Dreyer sind nach heutigem Forschungsstand nicht mehr haltbar. Ägyptologen wie Toby Wilkinson, Jacques Kinnaer, Thomas C. Heagy und Josep Cervelló Autuori kritisieren Helcks und Dreyers Methoden und Argumentationsweisen. Es wird beklagt, dass die vorgenannten Gelehrten augenscheinlich versuchten, der 1. Dynastie mit allen Mitteln einen „ominösen Zwischenregenten“ aufzuzwängen, nur damit König Aha oder ein anderer Herrscher als Menes dastehe. Die archäologischen Funde und deren zeitgenössischen Dokumente würden dabei teilweise ignoriert.

So ist beispielsweise das bereits genannte Gebilde auf dem Elfenbeintäfelchen des Aha eher als ein Schrein zu deuten, der den beiden Herrinnen gewidmet war. Die Zeichengruppe Nebti-Wappen + Mn-Zeichen ist demnach kein Königsname, sondern der Name des Schreins selbst. Gegen eine Identifizierung als Königsname spricht auch, dass der königliche Nebti-Name nachweislich erst unter König Semerchet (siebter Herrscher der 1. Dynastie) eingeführt wurde - etwas, das der Kairostein, ein weiteres Bruchstück des Annalensteins, sogar quittiert, indem er Semerchets Geburtsname, Irj-Nebti, zusammen mit dem Nebti-Wappen innerhalb einer Königskartusche abbildet. Es ist unwahrscheinlich, dass ein so wichtiger Königstitel wie der Nebti-Name unter Narmer oder Aha eingeführt wurde, dann über Generationen hinweg gemieden und erst unter Semerchet wiedereingeführt worden wäre. Ein solcher Umgang mit Königstiteln ist für die gesamte Frühzeit nicht bezeugt. Außerdem wären die Aha-Täfelchen das einzige Zeugnis für das Eintragen eines Nebti-Namens innerhalb eines Pavillons oder Zeltes. In diesem Falle ist das Elfenbeinetikett leider keine Hilfe bei der Frage um die Gleichsetzung von Narmer mit Menes.

Auch die zeitliche Diskrepanz auf dem Kairostein ist als Beweis für einen eigenständigen „Blitzherrscher“ namens „Teti“ gemäß Toby Wilkinson nicht ausreichend: Zum einen erscheint ein Zeitfenster von nur 45 Tagen als viel zu kurz, als dass sich ein Interregnum überhaupt gelohnt hätte. Zum anderen bleibt fraglich, warum ein solcher „Blitzherrscher“ überhaupt auf dem Annalenstein hätte erscheinen sollen: es gab einfach nichts, worüber die Steintafel hätte berichten können und die Namensbanderole des Herrschers hätte auf dem Annalenstein gar keinen Platz gehabt. Weiters: Auf dem Kairostein wird Djer, dritter König Ägyptens, als „Iteti“ bezeichnet. Im Umkehrschluss muss „Teti I.“ als zweiter Name in den Königslisten König Aha meinen, weshalb der Name „Meni“ nur für Narmer übrig bleibt. Zu guter Letzt weist Toby Wilkinson darauf hin, dass die Horusnamen der 1. Dynastie auf zeitgenössischen Tonsiegelabdrücken sich zählgleich mit den Kartuschennamen des Turiner Königspapyrus und der Königsliste von Abydos decken (8 Horusnamen vs. 8 Kartuschennamen) und mit der Herrscherabfolge des Annalensteins übereinstimmen.

Ägyptologe Josep Cervelló Autuori verweist auf bereits erwähnte Tonsiegel des Aha aus dessen Grab und aus Sakkara. Mehrere Tonsiegel zeigen Ahas Serech, in welchem das Gardiner-Zeichen X1 (ein Brotlaib) in doppelter Ausführung erscheint. Diese Zeichengruppe wird mit ttj transkribiert und als „Teti“ gelesen. Autuori sieht darin den Geburtsnamen von Aha und die Vorlage für die späteren Königslisten. Um seine Ausführungen zu stützen, verweist er zum Vergleich auf die Tonsiegel der Könige Narmer, Djer, Wadji und Dewen, auf denen bestimmte Zeichengruppen refrainartig im Wechsel mit dem Horusnamen erscheinen: Narmer = Serech + Mn; Djer = Serech + Itj; Wadji = Serech + Ita und Dewen = Serech + Chasti. Demnach bleibt „Teti“ nur noch für König Aha übrig.

Familie und Herkunft

Elfenbein-Etikett mit dem Serech des Hor-Aha, links davon der Name der Benerib.

Es ist unbekannt, mit wem Aha tatsächlich liiert gewesen war. Als am wahrscheinlichsten gilt eine Hofdame namens Benerib, die sehr oft gemeinsam mit Ahas Namen auf wertvollen Artefakten erscheint. Über ihre familiäre Position herrscht allerdings Unsicherheit, da ihrem Namen keinerlei Titulaturen beigefügt sind. Daher ist noch zu klären, ob sie nicht eher Narmers und Ahas Ehefrau oder auch nur Ahas Tochter war. Allgemein aber wird Benerib als Gemahlin von König Aha geführt. Eine weitere Hofdame, die als Gemahlin in Frage kommen mag, ist Chenethapi. Sie wird in zeitlich deutlich späteren Quellen als Mutter des Königs Djer porträtiert, was im Umkehrschluss heißen würde, dass sie Ahas Gemahlin war. Chenethapi ist jedoch zeitgenössisch nirgends bezeugt. Als dritte Kandidatin für eine Ehe mit Aha gilt Königin Neithhotep: sie war mit ziemlicher Sicherheit die Mutter von Djer. Neueste Funde belegen, dass sie erst unter Djer verstarb und daher als eine Gemahlin oder Tochter des Aha in Frage kommt. Als Ahas Söhne werden unter anderem Heti, Rehit und Sa-Iset angesehen, deren Namen gemeinsam mit Aha auf zahlreichen Tonsiegeln erscheinen. Sehr wahrscheinlich ist auch König Djer ein Sohn von Aha.

Regierungszeit

Es ist unbekannt, wie lange Aha tatsächlich regiert hat. Sollte er tatsächlich mit Teti I. identisch sein, hätte er gemäß dem Königspapyrus Turin stolze 57 Jahre regiert. Dies wird jedoch allgemein als unbeabsichtigte Übertreibung oder Verlesung unsauber ausgeführter Vorlagen bewertet. Sollte Aha mit dem Namen Athóthis aus den Chroniken des Manetho identisch sein, hat er 27 Jahre regiert. Diese Zahl wird als realistischer angesehen.

Innenpolitik

Elfenbein-Etikett des Hor-Aha mit der „Geburt“ des Imiut (oberes Fragment) und einer Prozession aus Henu-Barken (unteres Fragment, obere Reihe).

Das Meiste, was über Ahas innenpolitische Aktivitäten bekannt ist, stammt von seinen zahlreichen Elfenbeinetiketten. Dabei präsentieren diese Täfelchen die ersten komplexeren Bildprogramme und sind erstmalig in waagrechte Zeilen untergliedert. Auf diesen Täfelchen sind überwiegend kultische Feste und Handlungen zu sehen. So ist zum Beispiel das „Fangen des Wildstiers“ abgebildet: ein erschöpft zusammengebrochener Stier wird in einer Versenkung vor einem großen, D-förmigen Objekt mit Netz dargestellt. Dabei ging es während der ursprünglichen Form wohl tatsächlich um das Einfangen wilder Rinder und später wurden junge, männliche Hausrinder zeremoniell eingefangen. Während die archaische Form auf das Jagen zwecks Nahrungsbeschaffung zurückging, galt die spätere, inszenierte Version als Mutprobe.

Unter Aha tauchen außerdem die Namen bestimmter Gottheiten zum ersten Mal auf. So zum Beispiel jener des Stiergottes Apis (altägypt. Hepj), woraus geschlussfolgert wird, dass bereits zu dieser Zeit der sogenannte Apis-Lauf abgehalten wurde. Bei diesem Ritual nahm der Herrscher (oder ein erlesener Stellvertreter) an einem Wettlauf gegen einen jungen Stier teil. Damit sollte der König seine eigene Kraft, Ausdauer, Dominanz und eventuell sogar seine Potenz unter Beweis stellen. Ab dem Alten Reich scheint dieses Ritual nur noch symbolisch, vielleicht sogar in Form von Aufführungen, stattgefunden zu haben. Auf mehreren Täfelchen ist ein Besuch des Heiligtums der Göttin Neith verzeichnet. Dieses Heiligtum befand sich im Nordosten des Nildeltas bei Sais, wo sich bereits ein fester Kultort um diese Göttin gebildet hatte. Des Weiteren ist auf einem Jahrestäfelchen die erste bekannte Darstellung der heiligen Henu-Barke des Gottes Sokar eingraviert. Dasselbe Täfelchen zeigt auch die Darstellung einer Imiut-Standarte zusammen mit dem Vermerk „Aufenthalt im Djebaut-Heiligtum zu Buto“. Neben der „Geburt“ (meint: Herstellung) von Imiut-Fetischen ist auch die „Geburt“ einer Statue des Anubis oder des Chontamenti abgebildet - ein Ereignis, das auch auf dem Palermostein im vorletzten Ereignisfenster für König Aha erwähnt wird.

Außenpolitik

Elfenbeintäfelchen des Aha mit Unterwerfungszene

Inschriften auf Elfenbeintäfelchen aus Abydos legen einen Krieg gegen die Nubier nahe. So nennt ein Jahrestäfelchen explizit ‚das Schlagen der Nubier‘. Aha entsandte außerdem mehrere Expeditionen in den Libanon und nach Palästina. Bei En Besor im Südwesten des heutigen Israel fand sich die Ruine einer Bastion, die aufgrund von Keramik- und Elfenbeinfunden in die frühe 1. Dynastie datiert werden kann und möglicherweise unter Aha errichtet wurde. In Ahas Grab wiederum wurden Gefäßfragmente mit typisch palästinischem Dekor gefunden.

Aha auf dem Palermostein

Ahas Regierungsverlauf ist auch auf dem Palermostein, ein Bruchstück des berühmten Annalenstein der 5. Dynastie, erhalten. Da die ursprüngliche Steintafel zu einem unbekannten Zeitpunkt jedoch zerbrochen wurde, ist von Ahas Regierungschronik nur noch das letzte Jahr nebst Todeszeitpunkt festgehalten. Gemäß Eintrag fand im letzten Jahr ein Horusgeleit statt, auf das die „Geburt“ (meint: die rituelle Herstellung) einer Kultstatue für den Gott Anubis oder Chontamenti folgte. Noch in diesem Jahr starb Aha am „7. Tage des 6. Monats“ (7. Peret III). 45 Tage später, am „13. Tag des 4. Monats“ (22. Peret IV), fand die Krönung seines Nachfolgers König Djer statt.

Grabmal

Hor-Aha's Grab in Abydos.

Das Grab von Aha liegt in der Nekropole der Könige der 1. Dynastie in Abydos, Umm el-Qaab, Nr. B10-15-19. Die Gräber sind rechteckige Kammern im Wüstenboden, die mit Lehmziegeln abgestützt wurden. Die Gräber der 0. Dynastie hatten zwei nebeneinander liegende Kammern, während das Grab von Aha drei wesentlich größere umfasst. Der Grund für diese seltsame Grabarchitektur war, dass es damals noch schwer fiel, große Decken über den Kammern zu errichten.

Holzbalken für diese Konstruktionen mussten oft aus Palästina importiert werden. Eine neue Sitte kam noch hinzu, die mit Ende der 1. Dynastie wieder unüblich wurde: Mitglieder des königlichen Haushaltes wurden zusammen mit dem Pharao bestattet, nachdem sie zuvor wahrscheinlich anlässlich der königlichen Beisetzung getötet worden waren (oder Selbstmord begingen). Unter den Begrabenen befanden sich Dienstpersonal, kleinwüchsige Menschen, Frauen und sogar Hunde. Im Falle des Aha wurden insgesamt 36 Nebengräber in drei parallelen Reihen angelegt. Als Symbol des Königtums wurde dem Pharao auch eine Gruppe junger Löwen mitgegeben.

Unter Aha wurde die Königsnekropole von Sakkara begründet, da unter ihm dort ein mastabaförmiges Zweitgrab anlegt wurde, mit den Maßen 41,60 m × 15,55 m, was in ägyptischen Ellen eine Breite von 80 × 30 Ellen ergibt. An jeder Längsseite befanden sich neun Nischen in Palastfassadenstil und an den Schmalseiten jeweils drei. Im Norden der von einer Ziegelmauer umschlossenen Anlage befand sich ein Talbezirk. Es handelt sich um eine rechteckige Einfriedung, in der vermutlich die Totenfeierlichkeiten stattfanden. In diesem Bezirk ist laut Rainer Stadelmann ein Miniaturmodellbezirk eines Palastes sowie eine Bootsgruppe gefunden worden. Des Weiteren befanden sich in dem aus Ziegeln erbauten Bezirk „Ablaufbecken“, die auf einen Opferkult schließen lassen.

Durch die Erbauung eines Gutes zur Versorgung mit Opfergütern nahe Sakkara gründete Aha eine der Siedlungen, die im Laufe der ägyptischen Geschichte zusammenwachsend die Stadt Memphis bilden sollten.

Literatur

Commons: Aha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Düsseldorf 2002, S. 44–45.
  2. ↑ Nicolas Christophe Grimal: A history of Ancient Egypt. Oxford u. a. 1994, S. 36–39.
  3. ↑ Jürgen von Beckerath: Handbuch der ägyptischen Königsnamen. München / Berlin 1984, S. 46 & 171.
  4. ↑ Gregory Phillip Gilbert: Weapons, Warriors and Warfare in Early Egypt. Archaeopress, Oxford (UK) 2004, ISBN 1-84171-571-9, S. 41–43.
  5. ↑ Ann Macy Roth: Objects, humans and hybrids: The evolution of Early Egyptian representations of the divine. In: Diana Craig Patch, Marianne Eaton-Krauss, Susan J. Allen: Dawn of Egyptian Art.Metropolitan Museum of Art, New York 2011, ISBN 978-1-58839-460-6, S. 201.
  6. 1 2 3 4 Josep Cervelló Autuori: Narmer, Menes and the Seals from Abydos. In: Zahi A. Hawass, Lyla Pinch Brock: Egyptology at the Dawn of the Twenty-first Century. Kairo 2003, S. 168–175.
  7. ↑ Percy E. Newberry: Menes: the founder of the Egyptian monarchy (circa 3400 B.C.). In: Winifred Brunton: Great ones of ancient Egypt: Historical studies by various Egyptologists. Hodder & Stoughton, London 1929, S. 37–53.
  8. 1 2 3 Thomas C. Heagy: Who was Menes? In: Archéo-Nil: Revue de la société pour l’étude des cultures prépharaoniques de la vallée du Nil. Band 24, Januar 2014. Société pour l'étude des cultures prépharaoniques de la vallée du Nil, Paris & Peeters Publishers, Leuven 2014, ISSN 1161-0492, S. 59–92.
  9. ↑ Siegfried Schott: Altägyptische Festdaten. In: Akadermie der Wissenschaften und der Literatur (Hrsg.): Abhandlungen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse. Nr. 10. Mainz 27. Oktober 1950, S. 54.
  10. ↑ Jacques Kinnaer: The Naqada label and the identification of Menes. In: Göttinger Miszellen. (GM) Band 196. Seminar für Ägyptologie und Koptologie der Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen 2003, ISSN 0344-385X, S. 23–30.
  11. ↑ Toby A. H. Wilkinson: Royal Annals of Ancient Egypt. London 2000, S. 186 u. 187.
  12. ↑ Michael Rice: Who’s who in Egypt. Routledge, London / New York 1999, ISBN 0-415-15448-0, S. 36.
  13. ↑ Toby A. H. Wilkinson: Early Dynastic Egypt. London 1999, Seite 70.
  14. ↑ Pierre Tallet, Damien Laisney: Les inscriptions pré- et protodynastiques du Ouadi ʿAmeyra: CCIS n° 273-335. La zone minière pharaonique du Sud-Sinaï. Institut français d'archéologie orientale du Caire, Kairo 2018, ISBN 978-2-7247-0672-7, S. 4–6.
  15. ↑ Joris van Wetering: Relocating De Morgan's Royal Tomb at Naqada and Identifying Its Occupant. In: Jacek Kabaciński: Prehistory of Northeastern Africa: New Ideas and Discoveries. Poznan Archaeological Museum, Poznań 2012, ISBN 978-83-60109-27-4, S. 91–124.
  16. ↑ Michael Rice: The Power of the Bull. Routledge, London (UK) 2014, ISBN 978-1-317-72584-8, S. 143.
  17. ↑ Winfried Barta: Untersuchungen zur Göttlichkeit des regierenden Königs: Ritus u. Sakralkönigtum in Altägypten nach Zeugnissen d. Frühzeit u. d. Alten Reiches. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1975, ISBN 978-3-422-00825-0, S. 106–108.
  18. ↑ W. M. Flinders Petrie: The Royal tombs of the earliest dynasties: 1901. Part II (= Memoir of the Egypt Exploration Fund. Band 21). Egypt Exploration Fund u. a., London 1901, Tafel X,2; XI,2.
  19. ↑ Toby A. H. Wilkinson: Early Dynastic Egypt. London 1999, S. 291.
  20. ↑ Toby A. H. Wilkinson: Early Dynastic Egypt. London 1999, S. 301.
  21. ↑ Thomas J. Logan: The Origins of the Jmy-wt Fetish. In: Journal of the American Research Center in Egypt. (JARCE) Band 27. Lockwood Press, San Antonio 1990, ISSN 0065-9991, S. 61–69.
  22. ↑ Toby A. H. Wilkinson: Royal Annals of Ancient Egypt. London 2000, S. 90.
  23. ↑ W. M. Flinders Petrie: The Royal tombs of the earliest dynasties: 1901. Part II. London 1901, Tafel XI,1.
  24. ↑ Toby A. H. Wilkinson: Early Dynastic Egypt. London 1999, S. 7.
  25. ↑ Siegfried Schott: Altägyptische Festdaten. In: Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Hrsg.): Abhandlungen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse. Nr. 10, Mainz 27. Oktober 1950, S. 54.
  26. ↑ Heinrich Schäfer: Ein Bruchstück altägyptischer Annalen. Mit Beiträgen von Ludwig Borchardt und Kurt Sethe (= Abhandlungen der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften. Anhang: Abhandlungen nicht zur Akademie gehöriger Gelehrter. Philosophische und historische Abhandlungen. 1902, Band 1). Verlag der Königlichen Akademie der Wissenschaften, Berlin 1902, S. 15.
  27. ↑ W. M. Flinders Petrie: The Royal tombs of the earliest dynasties: 1901. Part II. London 1901, S. 7–8, Tafel LIX; Zur richtigen Zuordnung der drei Grabkammern an Hor Aha siehe: Werner Kaiser: Einige Bemerkungen zur ägyptischen Frühzeit. In: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde. Nr. 91, 1964, S. 86–124, besonders S. 96–102.
  28. ↑ Walter B. Emery: Excavations at Saqqara, 1937–1938: Hor-aha. Government Press, Cairo 1939.
  29. ↑ Early Dynastic Funerary boats at Abydos North. - Die Bootsbestattungen in Abydos Auf: archive.org vom 12. Juni 2016.
VorgängerAmtNachfolger
NarmerKönig von Ägypten
1. Dynastie (Anfang)
Djer
Personendaten
NAME Aha
ALTERNATIVNAMEN Hor Aha
KURZBESCHREIBUNG altägyptischer König; früher König der ersten Dynastie
GEBURTSDATUM um 30. Jahrhundert v. Chr.
STERBEDATUM um 30. Jahrhundert v. Chr.