Als Houseshow (im englischsprachigen Raum auch als „house show“ oder gleichbedeutend als „live event“ bezeichnet) gilt eine Veranstaltung im Wrestling, die weder im Fernsehen ausgestrahlt noch auf DVD oder einem anderen Videomedium veröffentlicht wird und somit primär für die Besucher in der jeweiligen Halle gedacht ist. Houseshows können dabei durchaus intern aufgezeichnet werden, ohne dass diese Aufzeichnungen für eine reguläre Fernsehausstrahlung oder kommerzielle Veröffentlichung bestimmt sind. Von der Houseshow abzugrenzen ist das sogenannte „Dark Match“, das vor oder nach einer regulären TV-Aufzeichnung in derselben Halle stattfindet und ebenfalls nicht ausgestrahlt wird, jedoch kein eigenständiges Event darstellt, sondern Bestandteil einer übertragenen Veranstaltung ist.
In der World Wrestling Entertainment (WWE) finden für jedes Roster typischerweise drei bis vier Houseshows pro Woche statt, die zeitlich häufig parallel zu oder zwischen den Fernseh-Formaten Raw und SmackDown liegen. Die WWE gilt in der Branche als bekannt für einen intensiven Reiseplan, der insbesondere durch die Häufigkeit dieser Houseshow-Termine sowie durch teils lange Reisedistanzen innerhalb der Vereinigten Staaten geprägt ist. Seit 2013 vermarktet die WWE ihre Houseshow-Live-Events offiziell unter der Bezeichnung WWE Live. Seit dem Frühjahr 2022, im Anschluss an WrestleMania 38, führte die WWE für an Wochenenden abgehaltene Houseshows zusätzlich die Bezeichnungen Saturday Night’s Main Event beziehungsweise Sunday Stunner ein, die auf eine gleichnamige WWE-Fernsehreihe aus den 1980er-Jahren zurückgreifen. In einem verwandten begrifflichen Zusammenhang ersetzte die WWE Anfang 2022 zudem die traditionelle Bezeichnung „Pay-per-View“ für ihre übertragenen Großveranstaltungen durch den Begriff „Premium Live Event“, da die Übertragung dieser Events längst nicht mehr ausschließlich über den klassischen Pay-per-View-Vertrieb erfolgt.
Touren durch Europa bestehen mit wenigen Ausnahmen – etwa den mehrmaligen SmackDown!-Aufzeichnungen in England – ebenfalls überwiegend aus Houseshows. Für Berlin ist eine Houseshow unter der Bezeichnung WWE SuperShow am 28. Oktober 2023 in der Mercedes-Benz Arena, heute Uber Arena, mit rund 10.600 Zuschauern dokumentiert. Im Rahmen der Road to WrestleMania-Tour im März 2025 hielt die WWE mehrere Houseshows in Europa ab, darunter am 15. März 2025 in der Westfalenhalle Dortmund und am 16. März 2025 in Hannover sowie am 29. März 2025 in Wien, während in anderen europäischen Städten im selben Zeitraum Fernseh-Ausgaben von Raw und SmackDown produziert wurden.
Auch Total Nonstop Action Wrestling (TNA) veranstaltete seit März 2006 unregelmäßig Houseshows in Hallen außerhalb der bis dahin nahezu ausschließlich genutzten Universal Studios in Orlando, Florida. Die erste dieser Veranstaltungen fand am 17. März 2006 in Plymouth, Michigan, statt, gefolgt von weiteren Terminen unter anderem in Virginia, North Carolina, New Jersey, Massachusetts und Pennsylvania sowie im November 2006 auch in Monterrey, Mexiko. Mehrere dieser Houseshows fanden in Kooperation mit regionalen Wrestling-Promotionen wie der Ultimate Wrestling Federation (UWF) statt, wobei je nach Kooperationspartner unterschiedliche Zusatzbezeichnungen verwendet wurden.
Am 1. Februar 2023 kündigte der CEO von All Elite Wrestling (AEW), Tony Khan, die Aufnahme dieser Veranstaltungsreihe mit der Premiere am 18. März 2023 in Troy, Ohio, an. Diese sollte den Fans laut Khan „eine hautnahe und persönliche“ Erfahrung mit maßgeschneidertem Merchandise und Interaktionsmöglichkeiten bei Ticketpreisen ab 20 US-Dollar bieten. Mit der internationalen Expansion von AEW wurde das Format ab 2025 auch außerhalb der USA etabliert, darunter mit einer eigenen Veranstaltung am 15. Februar 2026 im Brisbane Entertainment Centre, in Anschluss an die erfolgreichere Australien-Tournee. Dabei wurde in der Bewerbung der Show ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auf Kameras und TV-Übertragung verzichtet wird. Fans bekommen „reine, ungefilterte AEW-Action“ geboten.
Da Houseshows eine ungleich kleinere Menge an Zuschauern erreichen als wöchentliche TV-Shows, werden sie in der WWE häufig für Experimente genutzt. Sie werden zudem eingesetzt, um die kommerzielle Aufmerksamkeit, die Wrestler und Promotion durch TV-Formate erhalten, wirtschaftlich zu nutzen, sowie um Matchkombinationen zu testen, die dem Fernsehpublikum gefallen könnten, ohne notwendigerweise in den regulären Sendungen gezeigt zu werden. Im Vergleich zu Raw, SmackDown oder den ausgestrahlten Großveranstaltungen weisen Houseshows üblicherweise ein reduziertes Produktionsniveau auf, das sich unter anderem im Verzicht auf Pyrotechnik und aufwendige Lichttechnik sowie in der geringeren Bedeutung von Mikrofonsegmenten äußert. Zugleich bieten Houseshows den Fans eine vergleichsweise intimere Erfahrung mit Möglichkeiten zur persönlichen Interaktion mit den Wrestlern außerhalb des streng geskripteten Rahmens der TV-Formate. Wrestler, die nach einer Verletzungspause zurückkehren, erarbeiten sich meistens erst in Houseshows neue Ringpraxis, bevor sie auch im TV wieder auftreten. Die Reaktion des Publikums auf geplante Turns oder Gimmickänderungen wird oft in Houseshows getestet, bevor man sie auch im TV vollzieht, wobei eine schlechte Reaktion durchaus solche Planungen durchkreuzen kann. Solche Turns, die beispielsweise durch einen Angle bei der Show selbst geschehen können, spielen selbst für die Storylines im TV keine Rolle, da üblicherweise Geschehnisse bei einer Houseshow nicht anerkannt und von der WWE nicht weiter erwähnt werden.
Titelwechsel bei Houseshows kommen in der WWE selten vor, wenngleich sie dort dokumentiert sind. Gelegentlich erringt ein Wrestler einen Titel bei einer Veranstaltung in seiner Heimat und muss ihn bei einer der nächsten Shows wieder abgeben – so geschehen bei Nunzio, der am 15. November 2005 bei einer Houseshow in Rom die WWE Cruiserweight Championship gewann und den Gürtel bereits am 25. November 2005 bei WWE Velocity in Sheffield, England, wieder an Juventud verlor. Auf derartige Titelwechsel wird von der WWE eher selten eingegangen. Eine Ausnahme bilden verletzungsbedingte Titelwechsel. Am 10. August 2003 gewann Christian bei einer Houseshow in Des Moines, Iowa, die WWE Intercontinental Championship, nachdem sich der amtierende Titelträger Booker T während des Matches am Rücken verletzte und die Entscheidung durch Aufgabe hinnehmen musste, sodass man mit dem Titelwechsel nicht bis zur nächsten TV-Show warten konnte. Bei TNA wechselten Titel bei Houseshows im untersuchten Zeitraum 2006 vergleichsweise häufiger, so etwa die NWA World Tag Team Championship im August und September 2006 zwischen den Teams AJ Styles & Christopher Daniels und Latin American Xchange (LAX; bestehend aus Homicide & Hernandez).