House of Milan (oft abgekürzt als HOM oder auch H.O.M.) war ein US-amerikanischer Verlag für erotische Zeitschriften und Bücher und Produktionsfirma von Videofilmen mit den Schwerpunkten Bondage, BDSM, Spanking und verwandte Fetischgenres. Von Mitte der 1970er bis Ende der 1990er Jahre war HOM neben Harmony Concepts und California Star Productions einer der drei wichtigsten Produzenten von Bondage-Medien.
House of Milan wurde im Herbst 1964 in Chicago von Barbara Behr und Yogi Klein als Vertrieb und Hersteller von Fetischkleidung unter dem ursprünglichen Firmennamen Futura Fashions gegründet. Yogi Klein war der Cousin von Leonard Burtman, der zusammen mit Ben Himmel in New York City ein Netzwerk von Firmen betrieb, das Zeitschriften und andere Druckwerke für Fetischinteressierte vertrieb, darunter The Bizarre Costume Catalog (ca. 1960), scheinbar ein Produktkatalog für Fetischmode, allerdings waren die angebotenen Stücke prohibitiv teuer, da Burtman und Himmel, die zusammen als „Burmel“ firmierten, nicht daran interessiert waren, Mode zu verkaufen, sondern den Katalog. Klein überredete seinen Cousin, ihm den Restbestand des Katalogs zu verkaufen. Dieser wurde mit Firmenname und Anschrift von House of Milan versehen und zusammen mit einer Preisliste für nun tatsächlich angebotene Artikel versandt, wodurch House of Milan zum ersten Versender von Fetischmode in den Vereinigten Staaten wurde.
Bald stellten Behr und Klein fest, dass auch das Interesse an einschlägiger Literatur offenbar groß war und man begann mit der Publikation von Material mit den Schwerpunkten Bondage und Femdom. 1970 trennte sich Behr von Klein, verlegte den Sitz der Firma nach Kalifornien und unter der Abkürzung HOM erschienen bald Dutzende von im Vierfarbdruck relativ aufwändig hergestellten Magazinen für verschiedene spezialisierte Zielgruppen (zum Beispiel Whipmaster bzw. Whipmistress) und Themen (Bondage Cinema).
Bald wurde das Angebot um entsprechendes Filmmaterial für das Heimkino erweitert, anfangs in Form von 8mm-Filmen mit einer Dauer von durchschnittlich 7 bis 10 Minuten, stumm oder mit Musik unterlegt, die als Endlosschleife in Münzautomaten in Sexshops und Peepshows gezeigt wurden. Einige dieser Schleifenfilme sind im Internet Archive verfügbar.
Durch die Einführung von VHS und den dadurch entstehenden Heimvideomarkt wurde die Produktion bald auf die wesentlich günstiger und in höherer Qualität herzustellenden VHS-Kassetten umgestellt, nun mit Ton, Dialog und einer (wenn auch oft rudimentären) Handlung. Bei einigen dieser Filme führte Barbara Behr selbst Regie, bei vielen der Filme machte sie Standfotos, ansonsten war vor allem John Blakemore Regisseur (unter anderem von Bittersweet Revenge, dem ersten Bondage-Tonfilms mit Spielfilmlänge), Drehbuchautor und Fotograf für die Magazin-Illustrationen einer der wichtigsten Mitarbeiter. Daneben wirkte der später als Zeichner von Fetisch-Comics bekannt gewordene Brian Tarsis ebenfalls als Regisseur, vor allem in den 1990er Jahren, einige davon in historischem Setting (Dungeon of the Borgias, Prisoners of the Inquisition, No Mercy for the Witches, Terrors of the Inquisition, The Curse of Merlin's Castle, Sinderella's Revenge) und im SF-Genre Zena: Mistress of the Universe. Der Bondage-Illustrator Robert Bishop arbeitete in dieser Zeit als Mädchen-für-alles im Verlag, machte gelegentlich Standfotos bei den Filmaufnahmen, hauptsächlich aber Bondage-Illustrationen für die Magazine und insbesondere Umschlagzeichnungen für die bei House of Milan erscheinende HIT-Serie der BDSM-Romane von F. E. Campbell.
Mitte der 1980er Jahre verkaufte Behr ihren Anteil an HOM, arbeitete eine Zeit lang für das Konkurrenzunternehmen California Star Productions, dann für eine Fetischmodefirma und starb Mitte der 1990er. 1998 wurde HOM von London Enterprises übernommen, einem in Van Nuys ansässigen Fetischversender, der mit seinem Vertrieb auch als Lyndon Distributors Limited (abgekürzt LDL) firmiert. In der Folge wurden die von HOM produzierten Bücher (nun auch als E-Book) und Filme (nun auf DVD) von LDL weiter vertrieben. Seit circa 2017 ist die Website von LDL offline.
Einige der bekannteren Titel der von HOM publizierten Bondage-Magazine sind: