Rhabanus Maurus Haacke OSB (* 21. Mai 1912 in Meppen als Walter Haacke; † 28. Juni 1993 in Siegburg) war ein deutscher Benediktiner und Kirchenhistoriker.
Walter Haacke, Vikar der St. Marien-Gemeinde in Hamburg-St. Georg, wurde am 9. August 1944 durch die Gestapo in Meppen verhaftet, weil er in einem Religionsunterrichtszirkel am Tage nach dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 über die Berechtigung zum Tyrannenmord gesprochen hatte. Auch der Chorleiter von St. Marien sowie weitere Gemeindemitglieder wurden verhaftet. Bis zum 7. März befand Haacke sich im Gestapo-Gefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel, von da an bis zum 19. Mai 1945 im Untersuchungsgefängnis in Hamburg in Schutzhaft. Die Anklage durch die Gestapo lautete: Vorbereitung zum Hochverrat, Feindbegünstigung, Zersetzung der Wehrkraft. (Causa Dr. Haacke und andere, Aktenzeichen O.R. b. V. 6j 201/44) Urteil des Volksgerichtshofes vom 6. April 1945: 10 Jahre Zuchthaus. Aus dem Gefängnis entlassen wurde er am 19. Mai 1945 durch die Alliierte Militärkommission.
Wilhelm Berning berief ihn zum Vikar an der Elisabethkapelle (Osnabrück, Lotter Str.). Im folgenden Jahr schied er aus dem Dienst des Bistums Osnabrück aus. Er bat um Aufnahme in die Benediktinerabtei St. Michael (Siegburg). 1947 legte er seine ersten Gelübde ab. Sein Ordensname wurde Pater Rhabanus Maurus. Zum Eintritt in den Orden hatte wohl das Beispiel seines Onkels Abt Ildefons Schulte Strathaus OSB (1887–1971) beigetragen, der dieses Amt 1935–1967 dort ausübte.
Er entwickelte hier eine umfangreiche seelsorgerische und wissenschaftliche Tätigkeit. Er übernahm die Betreuung der Gefangenen im Siegburger Gefängnis, gab Religionsunterricht am Anno-Gymnasium und war Präfekt am St. Maurus-Internat auf dem Michaelsberg. Besonders bemühte er sich um die Werke des Theologen Rupert von Deutz (1070–1130). Er forschte nach dessen Werken und Manuskripten in den wichtigsten Bibliotheken Europas, um sie in mehreren Bänden herauszugeben. Seine Verdienste um den Orden wurden 1980 durch die Aufnahme in die Bayerische Benediktinerakademie gewürdigt.
An ihn erinnert das von ihm zum Dank gestiftete Bild des hl. Judas Thaddäus an einem der Pfeiler des St. Marien-Domes in Hamburg. Er war Mitglied der KDB Winfridia zu Bonn im RKDB.
| Personendaten | |
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| NAME | Haacke, Rhabanus Maurus |
| ALTERNATIVNAMEN | Haacke, Rhabanus; Haacke, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Benediktiner und Kirchenhistoriker |
| GEBURTSDATUM | 21. Mai 1912 |
| GEBURTSORT | Meppen |
| STERBEDATUM | 28. Juni 1993 |
| STERBEORT | Siegburg |