
Als die Huberbuam (bairisch, Huberbuben) werden die Brüder Thomas (* 1966) und Alexander Huber (* 1968) bezeichnet. Beide gehören zu den erfolgreichsten Kletterern und Bergsteigern der Jahre 1985–2020. Sie haben einige gemeinsame Erfolge erzielt, obwohl sie die meisten Begehungen mit anderen Partnern unternommen haben. Allgemein bekannt wurden sie mit dem Dokumentarfilm „Am Limit“ über ihre Speedbegehung der Nose am El Capitan.
Thomas und Alexander Huber sind zwei von drei Kindern von Thomas Huber, der selbst ein guter Bergsteiger und Kletterer ist. Auch ihre Mutter war eine begeisterte Kletterin. Die Eltern nahmen ihre Kinder seit frühester Kindheit mit in die Berge und brachten ihnen das Klettern bei. Beide haben im September 1992 erfolgreich die Ausbildung zum Bergführer abgeschlossen und arbeiten hauptberuflich als Bergsteiger und Kletterer. Ihr Einkommen erzielen sie über Sponsorenverträge, Bücher und Vorträge. Beide sind verheiratet und haben Kinder.
Ein hoher Anteil der alpinistischen Karriere sind bei beiden Brüdern Einzelerfolge, die sie nicht gemeinsam getätigt haben (Details siehe Hauptartikel der Brüder). Ihre gemeinsamen Erfolge und ihre eingespielte Seilschaft waren den Brüdern immer wertvoll. Sie haben aber teilweise andere Ziele und Projekte verfolgt, die sie mit anderen Partnern verwirklicht haben. Thomas zog es tendenziell zum Expeditionsbergsteigen, Alexander zu schwierigen Kletterprojekten und Free Solo Unternehmungen. Es gibt aber einige herausragende Leistungen, die sie gemeinsam bewältigt haben.
So gelang ihnen am 14. September 1984 die Erstbegehung der Tour Rauhnachtstanz (UIAA VI+) in der Südwand des Wagendrischelhorns (Reiter Alm). Das erste Mal wurde die Szene auf die Brüder aufmerksam, als sie am 18. August 1988 die Klettertour Vom Winde verweht (UIAA X-, 10 Seillängen) am Scharnstein (Reiter Alm) eröffnet haben. Diese Tour war die erste große alpine Tour in der extremen Schwierigkeit von X.
Die steilen Granitwände des Yosemite übten auf die Brüder eine große Anziehungskraft aus, sie kehrten immer wieder in das Tal zurück. Im September 1998 gelang ihnen am El Capitan die Erstbegehung der Route El Nino (YDS 5.13b/UIAA X-) und kurz darauf die erste Rotpunktbegehung des Route Freerider (YDS 5.12d/UIAA IX) in 15 Stunden und 25 Minuten. Beide Begehungen stellten zu dieser Zeit eine besondere Leistung dar. Im Oktober 2000 eröffneten sie ebenfalls am El Capitan die Route Golden Gate (YDS 5.13b/UIAA X-) und im Oktober 2003 die Route Zodiac (YDS 5.13d/UIAA X). Einer breiten Öffentlichkeit wurden sie bekannt mit der Speedbegehung der Nose (ebenfalls am El Capitan) in 2 Stunden und 45 Minuten, da die Begehung in einem Film festgehalten wurde und unter dem Title „Am Limit“ vermarktet wurde.
In den folgenden Jahren unternahmen die Brüder einige Expeditionen. Im Dezember 2008 besuchten die Brüder die Nunataks im Queen-Maud-Land in der Antarktis. Hier bestiegen sie den Holtanna und legten eine Route durch die bis dahin noch nie begangene Westwand; sie nannten die Route Eiszeit (7+, A4, 750 m, 24 Seillängen). Die besondere Herausforderung bestand in der Bewältigung der Kälte. Ihre Erlebnisse bei dieser Expedition hielten sie im gemeinsamen Buch „Eiszeit“ fest, das 2010 herauskam. Es gelang ihnen im August 2009 am Trango Nameless Tower (6251 m, Karakorum) die erste Rotpunktbegehung der Route Eternal Flame (5.13a/IX+). Diese Route wurde von Franz Hinterbrandner mit der Kamera festgehalten. Im Juli/August 2012 bestiegen sie den Mount Asgard (2015 m) auf Baffin Island in Kanada über die Route Bayerische Direttessima (X-, 8a+, 5.13b). Diese war noch nie frei geklettert worden, nach einigen Versuchen gelang den Huberbuam dies.