Hubert Grouven

Hubert Grouven (* 18. August 1831 auf Burg Gudenau bei Bonn; † 16. Dezember 1884 in Dresden) war ein deutscher Agrikulturchemiker.

Leben und Wirken

Hubert Grouven, Sohn eines Landwirts, studierte Naturwissenschaften in Karlsruhe, Bonn und Heidelberg. In Karlsruhe wurde er Mitglied im Corps Franconia. Er erwarb den Doktortitel, doch sind Ort, Datum und Thema der Promotion nicht bekannt. Sein Interessensgebiet war die Agrikulturchemie. Nach dem Studium richtete er auf dem Landgut seiner Eltern in Bickendorf bei Köln ein agrikulturchemisches Laboratorium ein. Von 1854 bis 1858 hielt er im Auftrag des Landwirtschaftlichen Vereins zu Köln Vorträge vor Landwirten. In dieser Zeit entstand sein bekanntestes Werk „Vorträge über Agricultur-Chemie mit besonderer Rücksicht auf Thier- und Pflanzen-Physiologie“ (1859, mehrere Auflagen), ein Buch in dem besonders der lebendig geschriebene, mit persönlichen Bewertungen gewürzte Abschnitt über die Geschichte der Agrikulturchemie als ein hochinformatives Zeitdokument zu bewerten ist.

Von 1859 bis 1866 war Grouven Leiter der Agrikulturchemischen Versuchsstation Salzmünde (Provinz Sachsen). Die Ergebnisse der unter seiner Leitung dort durchgeführten Fütterungs- und Düngungsversuche hat er 1862, 1864 und 1868 in drei umfangreichen Sammelbänden („Berichte über die Arbeiten der agriculturchemischen Versuchsstation zu Salzmünde“) veröffentlicht. Besonders der dritte Band gilt aus heutiger Sicht als ein wichtiges Dokument zur Geschichte des Feldversuchswesens. Grouven hat hier die damals bestehenden methodischen Probleme bei der Durchführung von Düngungsversuchen mit Zuckerrüben beschrieben und Vorschläge unterbreitet, wie der Feldversuch zu einer wissenschaftlich fundierten Untersuchungsmethode weiterentwickelt werden kann.

Nach 1870 suchte Grouven nach Wegen, neue Stickstoffdüngemittel zu produzieren. Erste Überlegungen dazu hat er in seiner Schrift „Ueber die Ersatzfrage des Peru-Guano“ (1873) veröffentlicht. 1874 richtete er in seiner Wohnung in Leipzig ein chemisches Laboratorium ein und entwickelte ein Verfahren, aus dem organisch gebundenen Stickstoff der Bruchmoore Ammoniumsulfat herzustellen.

Hauptschriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ F. L. Staub: Corps-Liste des Weinheimer SC von 1821 bis 1906. Dresden 1906, S. 10.
Personendaten
NAME Grouven, Hubert
KURZBESCHREIBUNG deutscher Agrikulturchemiker
GEBURTSDATUM 18. August 1831
GEBURTSORT Burg Gudenau bei Bonn
STERBEDATUM 16. Dezember 1884
STERBEORT Dresden