Hubert Hilten

Hubert Hilten (* 1931 in Mannheim) ist ein ehemaliger deutscher Schauspieler, Opernsänger (Tenor) und Synchronsprecher.

Leben und Wirken

Hubert Hilten absolvierte sein Schauspielstudium in München und hatte erste Engagements am Jungen Theater und an den Münchner Kammerspielen. So war er als junger Darsteller in Die Kraft und die Herrlichkeit nach Graham Greene und neben Therese Giehse in Eduard De Filippos Filumena Marturano zu sehen. In Coburg spielte er, laut eigener Aussage, in nur zehn Monaten in 13 Premieren. Seine Kollegin Ida Ehre holte Hilten nach Hamburg, wo er unter anderem den Oreste in Jean Giraudoux’ Elektra spielte. Bei Grethe Weisers Inszenierung von John Patricks Komödie Eine etwas sonderbare Dame war Hubert Hilten Teil des Tournee-Ensembles.

Aufgrund seiner Größe, seiner schwarzen Haare und Augen, wurde Hilten in Film- und Fernsehproduktionen gerne auf „exotische“ oder negative Rollen besetzt, so etwa als Mirko, ein junger Zigeuner in Drei Birken auf der Heide (1956) oder als Tonio in Das Erbe vom Pruggerhof (1956).

Im Bereich der Oper hatte Hubert Hilten unter anderem 1961 eine Sprechrolle (Bergführer Josef Mauer) in Hans Werner Henzes Elegie für junge Liebende im Schwetzinger Schloss. In Karl Böhms Inszenierung der Zauberflöte, die 1964 als Schallplatte der Deutschen Grammophon veröffentlicht wurde, sang Hubert Hilten den 1. Priester.

Als Synchronsprecher war Hubert Hilten unter anderem für Audie Murphy als Billy the Kid in Verfemt (1950) sowie für Bob Monkhouse als Charlie Sage in Kopf hoch – Brust raus! (1958) zu hören.

Privates

Anfang der 1950er Jahre wohnte Hubert Hilten zusammen mit dem Kunsthistoriker Christian Adolf Isermeyer, dem Szenenbildner Albrecht Becker und dem Szenenbilder Herbert Kirchhoff in einer Wohngemeinschaft in Hamburg-Othmarschen.

Hubert Hilten führte zeitweise eine Beziehung mit dem 20 Jahre älteren norwegischen Tänzer und Übersetzer Kai Molvig.

Über Hiltens weiteren beruflichen und persönlichen Werdegang nach 1970 ist nichts bekannt.

Filmografie (Auswahl)

Synchronrollen (Auswahl)

Hörspiele (Auswahl)

Quelle: HörDat, die Hörspieldatenbank

Quelle: Ö1-Hörspieldatenbank

Einzelnachweise

  1. 1 2 H. St.: Das Portrait - Hubert Hilten. In: Filmwoche. August 1956, S. 12.
  2. ↑ Andreas Sternweiler: Liebe, Forschung, Lehre: Der Kunsthistoriker Christian Adolf Isermeyer (Schwules Museum - Lebensgeschichten 4). Verlag Rosa Winkel, Berlin 1998, S. 78 f.
  3. ↑ Bernd-Ulrich Hergemöller, Nicolai Clarus (Hrsg.): Mann für Mann: biographisches Lexikon zur Geschichte von Freundesliebe und mannmännlicher Sexualität im deutschen Sprachraum. Band 1. Lit Verlag, Münster 1998, S. 840.
Personendaten
NAME Hilten, Hubert
KURZBESCHREIBUNG deutscher Schauspieler, Opernsänger (Tenor) und Synchronsprecher
GEBURTSDATUM 1931
GEBURTSORT Mannheim