Hubert Maurer

Porträt Hubert Maurers
Hubert Maurer: Johann Nepomuk; vor April 1812 (mit Vermerk: Den 11 April 1812 verehrte / Professor Maurer dieses von ihm / verfertigte Gemäld, mir zum / Andenken / Einem Freund und Schüler Russ). Ljubljana, Slowenische Nationalgalerie

Hubert Maurer (* 10. Juni 1738 in Lengsdorf, Röttgen (heute zu Bonn gehörend); † 10. Dezember 1818 in Wien) war ein deutscher Maler, Zeichner und Zeichenlehrer an der Wiener Akademie.

Leben und Werk

Hubert Mauer kam aus einfachsten Verhältnissen, sein Vater war Tagelöhner und starb, als der Sohn zwei Jahre alt war. Er musste von klein an arbeiten und konnte daher nicht die Schule besuchen. 1753 fand er eine Anstellung beim Bau von Schloss Herzogsfreude. Der Stuckateurmeister Johann Georg Sturzenhöfer bemerkte sein Zeichentalent, darüber wurde der Maler Johan Georg Winter (1707–1770) auf ihn aufmerksam und gab ihm Unterricht. 1756 wurde er formal dessen Lehrling. Wirth nahm ihn nach Vollendung der Arbeiten am Schloss 1759 mit nach München. Mit einem Empfehlungsschreiben Winters versehen, ging Maurer 1762 zur weiteren Ausbildung an die kaiserlichen Akademie der Bildenden Künste in Wien. Er war dort u. a. Schüler des Bildhauers Franz Xaver Messerschmidt. 1764 wurde er Schüler und Gehilfe des Malers Johann Baumgartner (1710–1773) und half diesem bei der Ausführung der Altarbilder der Wiener Kapuzinerkirche.

Von Oktober 1772 bis Oktober 1776 gehörte er zu einer ersten Gruppe von – mit einer Pension versehenen – Malern in Rom, wo er auch mit Anton Raphael Mengs in Kontakt stand. Ab 1785 war Maurer Mitglied und Rat der Wiener Akademie und 32 Jahre lang Professor an deren Elementarzeichenschule. Die Wiener Akademie war damals die größte und angesehenste Kunstschule Europas. Der Unterricht bestand vor allem aus Zeichenunterricht. Traditionell war die Ausbildung in drei Stufen gegliedert. Man begann mit dem Abzeichnen von Vorlageblättern, dann folgte das Zeichnen nach Antiken und schließlich das Zeichnen nach Modell. Die Professoren und die Direktoren der einzelnen Schulen mussten monatlich neue Vorlageblätter anfertigen.

Maurer fertigte an der Akademie u. a. systematische Studien nach Meistern der italienischen Hochrenaissance für die Lehrmittelsammlung an. Die frühen Antikennachzeichnungen Maurers entsprechen mit ihrem „weichen Stil“, ohne scharfe Konturen, noch ganz dem Geschmack des Spätbarocks, markieren jedoch an der Wiener Akademie den Beginn des Frühklassizismus.

Er starb 1818 in geistiger Umnachtung.

Zu seinen zahlreichen Schülern zählen u. a. Karl Agricola, Johann Evangelist Scheffer von Leonhardshoff, Moritz Michael Daffinger (von 1801 bis 1805), Ferdinand Georg Waldmüller, Anton Spreng, Laurenz Herr (* 1787; † um 1850) ab 1799 (als 12-Jähriger!), Johann Georg Däringer (1759–1809), Karl Ruß, Wilhelm August Rieder, Kilian Ponheimer, Joseph Stöber (* 1768; † 1852), Peter Fendi, Eustație Altini (1772–1815), Johann Baptist Lampi II (* 1775; † 1837), Friedrich Amerling und Johann Michael Sattler (von 1813 bis 1815; Sattler wurde ein Freund Maurers und sein Biograph und heiratete 1816 Anna Maria Kittenberger, die Ziehtochter Maurers).

Im Bonner Stadtteil Lengsdorf wurde 1972 die Hubert-Maurer-Straße nach ihm benannt.

Werke (Auswahl)

Literatur

Commons: Hubert Maurer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Hubert-Maurer-Straße im Bonner Straßenkataster
  2. ↑ Dazu Pavel Suchánek: Prameny k tvorbě Huberta Maurera a Johanna Georga Däringera. In: Opuscula historiae artium Band 71, 2022, S. 220–229 (Digitalisat).
  3. ↑ Eintrag in der Datenbank des Museums.
  4. ↑ Abbildung und Beschreibung bei antiquarium.ch.
Personendaten
NAME Maurer, Hubert
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Maler, Zeichner und Zeichenlehrer an der Akademie der Bildenden Künste Wien
GEBURTSDATUM 10. Juni 1738
GEBURTSORT Lengsdorf
STERBEDATUM 10. Dezember 1818
STERBEORT Wien