Hubert Treiber

Hubert Paul Treiber (* 30. Juli 1942 in Geislingen an der Steige) ist ein deutscher Verwaltungswissenschaftler. Er war Lehrstuhlinhaber für Verwaltungswissenschaften an der Juristischen Fakultät der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover.

Leben

Hubert Treiber wurde als Sohn von Elisabeth Treiber, geborener Grün, und des Studiendirektors Hugo Treiber geboren und katholisch getauft. Nach dem Abitur 1961 und einer dreijährigen Militärdienstzeit bei der Luftwaffe studierte er ab 1964 Soziologie bei Heinrich Popitz, Politikwissenschaften, Neuere Geschichte und Philosophie in Freiburg im Breisgau. Das Studium schloss er 1969 mit einem Magister Artium ab.

Von 1970 bis 1972 absolvierte er ein verwaltungswissenschaftliches Aufbaustudium in Konstanz bei Fritz W. Scharpf (Abschluss 1972, Lic. MA). Unter dessen Leitung arbeitete er seit 1970 mehrere Jahre in der Bürokratieforschung (Ministerialverwaltung). 1973 wurde Treiber bei Scharpf und Popitz zum Dr. rer. soc. promoviert; ab 1975 war er Habilitationsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

1976 erhielt er einen Ruf auf den verwaltungswissenschaftlichen Lehrstuhl am Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Hannover (einphasige Juristenausbildung). In den Jahren ab 1977 war Treiber Mitglied der externen Begleitforschung zur Reform des Hamburger Amtsgerichts, ab 1978 Mitglied einer vom Bundesinnenministerium eingesetzten und von Fritz Sack aus Hamburg geleiteten Projektgruppe zur Untersuchung terroristischer Gewaltkriminalität. 1980 bis 1981 war er Mitglied einer Forschergruppe zur Untersuchung des „Sonderprogramms der Bundesregierung für Regionen mit besonderen Beschäftigungsproblemen“. 1981 und 1982 hielt er sich als Fellow an der Law School der University of Wisconsin in Madison auf. In den 1990er Jahren arbeitete er an den von W. Hoffmann-Riem und E. Schmidt-Aßmann initiierten Projekten zur „Konfliktbewältigung durch Verhandlungen“ sowie zu „Innovation und Flexibilität des Verwaltungshandelns“ mit. 1999 bis 2001 war Treiber Mitglied einer Sprach- und Fachgrenzen überschreitenden Arbeitsgruppe zum Naturrecht (Naturgesetz und Rechtsgesetz), die von Lorraine Daston (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin) und Michael Stolleis (Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main) initiiert und geleitet wurde. Der verstorbene Philosoph und Nietzsche-Forscher Wolfgang Müller-Lauter hatte Treiber beauftragt mit der Edition und Kommentierung der Schriften des zeitweilig engen Nietzsche-Freundes Paul Rée (Supplementa Nietzscheana. Bd. 7/2004, 819 S.).

Im Jahr 1970 heiratete Treiber Ulrike Hildbrand; 2010 wurde er emeritiert.

Forschung

Treiber arbeitete auf den Gebieten der Verwaltungswissenschaften (insbesondere Implementationsforschung), der Rechtssoziologie, zur Wissenschaftsgeschichte, sowie zu Max Weber, Friedrich Nietzsche und Paul Rée. Er publizierte Bücher und Aufsätze sowie vier Fernsehfilme.

Auszeichnungen

Schriften

Monographien
Herausgeberschaft

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ siehe Fritz W. Scharpf u. a.: Implementationsprobleme offensiver Arbeitsmarktpolitik. Frankfurt / New York 1982.
  2. ↑ Hubert Treiber: The Approach to a Physcial Concept of Law in the Early Modern Period: A Comparison between Matthias Bernegger and Richard Cumberland. In: Lorraine Daston, Michael Stolleis (Hrsg.): Natural Law and Laws of Nature in Early Modern Europe. Jurisprudence, Theology, Moral and Natural Philosophy. Farnham/Surrey, Burlington/VT 2008, S. 163–182.