Hugo Charlemont

Hugo Charlemont (Ausschnitt aus einer Photographie von Anton Huber, 1902)

Hugo Charlemont (* 18. März 1850 in Jamnitz, Mähren; † 18. März 1939 in Wien) war ein österreichischer Maler, Radierer und Zeichner.

Leben

Charlemont war ein Sohn des Miniaturmalers Matthias Adolf Charlemont (1820–1872) und der Bruder der Maler Eduard Charlemont (1848–1906) und Theodor Charlemont (1859–1938). Er sollte eigentlich eine Beamtenlaufbahn absolvieren, studierte jedoch ab 1873 das Kunsthandwerk an der Akademie der bildenden Künste und war Schüler des Landschaftsmalers Eduard von Lichtenfels. Bei Arthur William Unger erlernte er Drucktechnik und die Kunst der Radierung. Es folgte ein Studienaufenthalt den Niederlanden, ehe er sich bei seinem Bruder Eduard und bei Hans Makart in Wien künstlerisch weiterbildete. Er hielt sich mehrere Jahre in Venedig auf und galt bei seinen Zeitgenossen bald als vielseitiges Talent. Er widmete sich den unterschiedlichsten Bildthemen, wie Innenraumansichten und der Landschafts-, Stillleben-, Tier-, Genre- oder Porträtmalerei. Neben Ölbildern schuf er auch zahlreiche Aquarelle und Gouachen, teilweise verwendete er auch einen trockenen „Raffaelli-Ölstift“.

Seine Bilder befinden sich in zahlreichen Museen in Budapest, Chicago, Prag oder Wien (Naturhistorisches Hofmuseum und Moderne Galerie), in kaiserlichem Besitz oder im Hofburgtheater, wo er die Deckengemälde des Büfettsaales (Gaben und Früchte der Erde) ausführte. Charlemont nahm in Berlin, Düsseldorf, Florenz, München, Wien und anderen großen Ausstellungen teil.

Familie

Döblinger Friedhof Grabstelle Charlemont

Charlemont war mit Franziska (geborene Lembock, 1857 – 27. Juni 1931) verheiratet und hatte fünf Kinder

Charlemont ruht in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Döblinger Friedhof (Gruppe 23, Reihe 12, Nummer 13) in Wien.

Werke (Auswahl)

Garten in der Wachau; Ölgemälde

Porträts

Illustrationen

Rezeption

Literatur

Commons: Hugo Charlemont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Ehrenhalber gewidmete Grabstellen am Friedhof DÖBLING. (PDF) Abgerufen am 18. Oktober 2025.
  2. ↑ Wilhelm Schram: Charlemont, Mathias Adolf. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 6: Carlini–Cioci. E. A. Seemann, Leipzig 1912, S. 393 (Textarchiv – Internet Archive).
  3. ↑ Wilhelm Schram: Charlemont, Edouard. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 6: Carlini–Cioci. E. A. Seemann, Leipzig 1912, S. 392 (Textarchiv – Internet Archive).
  4. ↑ Wilhelm Schram: Charlemont, Theodor. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 6: Carlini–Cioci. E. A. Seemann, Leipzig 1912, S. 393 (Textarchiv – Internet Archive).
  5. ↑ Wilhelm Schram: Charlemont, Hugo. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 6: Carlini–Cioci. E. A. Seemann, Leipzig 1912, S. 392–393 (Textarchiv – Internet Archive).
  6. ↑ Alice Donath (musilonline.org).
  7. ↑ Die Malerin Lilly Charlemont. In: Österreichische Kunst, Jahrgang 1933, S. 22–23 (online bei ANNO).
  8. ↑ Charlemont, Lilly. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S. 423 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
Personendaten
NAME Charlemont, Hugo
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Maler
GEBURTSDATUM 18. März 1850
GEBURTSORT Jamnitz, Mähren
STERBEDATUM 18. März 1939
STERBEORT Wien