Hugo Eisig

Hugo Eisig (* 20. Februar 1847 in Bruchsal; † 10. Februar 1920 in Zürich) war ein deutscher Zoologe, Meeresbiologe und Fachautor.

Leben

Hugo Eisig war ein Sohn des Kaufmanns Wilhelm Eisig, der während der für eineinhalb Jahre dokumentierten Schulzeit des Sohnes am Münchner Maximiliansgymnasium als Kaufmann und explizit als „Agent der Postschiffe nach Amerika“ tätig war. Als Geburtsort Hugo Eisigs ist hier „Landg. Bruchsal, Regierungsb. Mittelrheinkreis“ bzw. „Östringen in Baden“ vermerkt. Am 27. Dezember 1860 trat Hugo Eisig freiwillig und ohne Erhalt eines Zeugnisses aus dem Gymnasium aus. Er studierte Naturwissenschaften an den Universitäten Heidelberg, Freiburg und Jena. Zu seinen akademischen Lehrern gehörte unter anderem der Zoologe Ernst Haeckel, der ab 1865 als Professor an der Universität Jena lehrte. 1869 promovierte Hugo Eisig an der Philosophischen Fakultät der Universität Jena.

Nachdem der Zoologe Anton Dohrn ab 1870 mit der Einrichtung der Zoologischen Station in Neapel zur Erforschung der Meeresfauna begonnen hatte, wurde Hugo Eisig 1871 einer seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter, zeitweise Verwalter der Laboratorien und Rechnungsbeauftragter. Dohrn schätzte ihn vor allem auch gerade wegen seiner organisatorischen Fähigkeiten. Weitere Mitarbeiter waren unter anderem die Zoologen Nicolaus Kleinenberg (1842–1897), Paul Mayer und Arnold Lang. 1890 wurde Eisig zum Professor ernannt.

Nach Dohrns Tod (1909) übernahm sein Sohn Reinhard Dohrn die Leitung des Institutes mit Eisig als Vizedirektor. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs mussten R. Dohrn und Eisig 1915 Italien verlassen und gingen ins Exil nach Zürich.

Eisigs Forschungsgebiet war die Grundlagenforschung zur Meeresbiologie mit dem Schwerpunkt Anatomie und Embryologie der Ringelwürmer. Seine Veröffentlichungen erschienen in zahlreichen Fachzeitschriften, darunter in den von 1879 bis 1915 vom Institut herausgegebenen „Mitteilungen aus der Zoologischen Station zu Neapel“. Er stand mit vielen Fachkollegen im wissenschaftlichen Austausch, so mit Max Fürbringer, Ernst Heinrich Ehlers und Johann Wilhelm Spengel. Nach ihm benannt wurden die Spezies Cerebratulus eisigii (Hubrecht, 1880) und Centroderes eisigii (Zelinka, 1928).

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Adreßbuch München 1874: Eisig Wilhelm, Kaufmann, Blumenstr. 13
  2. ↑ Jahresbericht über das K. Maximilians-Gymnasium in München für das Schuljahr 1858/59
  3. ↑ Jahresbericht über das K. Maximilians-Gymnasium in München für das Schuljahr 1859/60.
  4. ↑ Promotionsvorgänge zu Adolf Schreiber, Wilhelm Ludwig Oskar Kessler, Franz Max Stoepel, Johann Friedrich Herm. Krüger, Carl Moritz Welte, Erich Friedrich Calebow, Carl Georg Leopold Staedler, Hugo Eisig, Herm. Carl Otto Huss, Albert Johann Pfeil und Albert Lessing: Universitätsarchiv Jena, Bestand M, Philosophische Fakultät, 03. Dekanats- und Promotionsakten; 410 Dekanatsakten (1869/70), Bd. 1, 1869–1870, S. 141. Stand vom 1. Januar 2014 (Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 18. August 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  5. ↑ http://www.biologiamarina.eu/Anton_Dohrn.html
  6. ↑ Dohrn kehrte 1921 - in der Funktion als nunmehr angestellter Direktor - an das inzwischen verstaatlichte Institut zurück
  7. ↑ Kalliope Verbundkatalog
  8. ↑ Ambrosius Hubrecht, niederländischer Zoologe; Carl Zelinka (1858–1935), österreichischer Zoologe
Personendaten
NAME Eisig, Hugo
KURZBESCHREIBUNG deutscher Zoologe und Meeresbiologe
GEBURTSDATUM 20. Februar 1847
GEBURTSORT Bruchsal
STERBEDATUM 10. Februar 1920
STERBEORT Zürich