Hugo Geyer

Hugo Wilhelm Hermann Geyer (* 6. April 1884 in Hildburghausen; † 12. Oktober 1975 in West-Berlin) war ein deutscher Offizier und Ministerialbeamter.

Leben

Eröffnung der Fliegerschule in Gotha im April 1912. Im Flugzeug als Passagier hinter dem Piloten: Hugo Geyer

1903 trat Geyer in die Preußische Armee ein und diente bis 1913 im 6. Thüringischen Infanterie-Regiment Nr. 95, zuletzt als Leutnant. Von April 1912 bis September 1913 absolvierte er eine Ausbildung als Flugzeugführer auf einem Doppeldecker an der Fliegerschule Gotha. Sein Fluglehrer war Ernst Schlegel. Am 23. August 1912 legte er die Flugprüfung nach den Regularien der Fédération Aéronautique Internationale (FAI) ab und erhielt die erste in Gotha ausgegebene Fluglizenz. Sein Flugzeugnis des Deutschen Luftfahrer-Verbands (DLV) trug die Nr. 276, Geyer zählte somit zu den Alten Adlern.

Von Oktober 1913 bis August 1914 diente Geyer als Flugzeugführer im Flieger-Bataillon Nr. 4. Während des Ersten Weltkriegs war er von 1914 bis 1919 Führer der Fliegerabteilung 34, Kommandeur des Kampfgeschwaders 4 der Obersten Heeresleitung und Gruppenführer der Flieger-Abteilung Nr. 10, zuletzt als Hauptmann (mit Charakter als Major). Im Oktober 1914 hatten drei Flugzeuge der Brieftauben-Abteilung Ostende, welche später in die Kampfgeschwader der Obersten Heeresleitung aufging, unter dem Kommando von Geyer erstmalig Paris bombardiert.

Mitte Oktober 1913 nahm er am Großen Preis der Nationalflugspende teil und im August des gleichen Jahres am Ostpreußischen Rundflug. Im Mai 1913 und 1914 trat er bei den Prinz-Heinrich-Flügen an. Später war er begeisterter Segelflieger und nahm an Deutschlandflügen teil.

Nach dem Ende des Krieges arbeitete Geyer von 1920 bis 1924 als Geschäftsführer der Junkers Luftverkehr AG. 1922 heiratete Geyer die Künstlerin Ruth Hildegard Geyer-Raack (1894–1975), das Paar hatte zwei Kinder. 1924 wurde er zum Regierungsrat ernannt und trat in den Dienst des Reichsverkehrsministeriums ein. Er kam in die Abteilung L (Luftfahrt) seines Kameraden Ernst Brandenburg. 1927 erhielt er die Beförderung zum Oberregierungsrat. 1933 wechselte er unter Ernennung zum Ministerialrat in das Reichsluftfahrtministerium. Dort war er bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 Abteilungsleiter „Nachschub“ beim Generalluftzeugmeister. 1939 war er zum Ministerialdirigenten befördert worden. Von 1945 bis 1947 befand er sich in Kriegsgefangenschaft.

1950 übernahm er den Vorsitz des Aero-Club Berlin.

Über seinen weiteren Werdegang ist bisher nichts bekannt. Er starb im Oktober 1975 im Alter von 91 Jahren in West-Berlin.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Sterbeurkunde Nr. 2740/1975, Standesamt Zehlendorf von Berlin, Landesarchiv Berlin
  2. 1 2 3 4 5 Flugwelt. Band 11, 1959, S. 169.
  3. ↑ Ruth Hildegard Geyer-Raack. In: berlinischegalerie.de. 12. Januar 2022, abgerufen am 26. August 2026.
Personendaten
NAME Geyer, Hugo
ALTERNATIVNAMEN Geyer, Hugo Wilhelm Hermann (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Offizier und Ministerialbeamter
GEBURTSDATUM 6. April 1884
GEBURTSORT Hildburghausen
STERBEDATUM 12. Oktober 1975
STERBEORT West-Berlin