

Hugo Ott (* 20. August 1931 in Königshofen an der Tauber; † 22. Januar 2022 in Merzhausen) war ein deutscher Wirtschaftshistoriker und Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Biograph des Philosophen Martin Heidegger.
Hugo Ott wurde als erstes Kind des Zimmermanns Hermann Ott und dessen Frau Emma, geb. Träger, in Königshofen an der Tauber geboren. Seit Ostern 1938 besuchte er die Volksschule in Königshofen und trat im Herbst 1943 in die Sexta des gymnasialen Zweigs der Oberschule (seit Kriegsende humanistisches Gymnasium) in Tauberbischofsheim, an der er Ostern 1952 das Abitur ablegte.
Seit dem Sommersemester 1952 studierte Ott Katholische Theologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und war Alumne des Theologischen Konvikts in Freiburg. Seit dem Wintersemester 1952/53 studierte er Rechtswissenschaft, seit dem Sommersemester 1953 dann Geschichte, Latein und Griechisch an der Universität Freiburg und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Frühjahr 1957 legte er in Freiburg das Staatsexamen ab und war seit August 1957 wissenschaftliche Hilfskraft am Historischen Seminar der Universität Freiburg. Im April 1958 trat er als Studienreferendar in den Vorbereitungsdienst ein, den er an verschiedenen Höheren Schulen in Freiburg ableistete. Im Februar 1959 wurde er bei Clemens Bauer in Freiburg mit einer Arbeit über die Geschichte des Klosters St. Blasien im hohen und späten Mittelalter promoviert (Zweitgutachter war Gerd Tellenbach). 1967 habilitierte sich Ott mit einer Schrift über spätmittelalterliche Agrarverfassung im Oberrheingebiet. Von 1972 bis 1997 hatte Ott den Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am historischen Seminar der Universität Freiburg im Breisgau inne.
Über Hans Filbinger, den umstrittenen ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, verfasste er (zusammen mit Wolfgang Jäger und Heinz Hürten) 1980 eine Biografie, in der er als erster Fachwissenschaftler die Tätigkeit Filbingers als Marinerichter untersuchte (siehe auch: Filbinger-Affäre).
Er war Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der von Rudolf Lill geleiteten Forschungsstelle Widerstand gegen den Nationalsozialismus im deutschen Südwesten an der Universität Karlsruhe. Ott war auch Leiter der Historikerkommission zur Seligsprechung von Max Josef Metzger.
Mit dem Pfarrer Emil Kiesel führte er Gespräche, in denen Kiesel die mangelnde Solidarität im Konzentrationslager, sowohl unter den Priestern als auch von Priestern mit ihren Mitgefangenen, thematisierte.
Im Zusammenhang mit seinen kritischen Untersuchungen zum Thema Martin Heidegger und der Nationalsozialismus – später zusammengefasst in dem grundlegenden Buch Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie (1988) – stieß Ott auch auf den Namen des jüdischen Mathematikprofessors Alfred Loewy, der vom damaligen Universitätsrektor Heidegger 1933 aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen worden war und 1935 starb. Ott rekonstruierte in der Folge auch das Schicksal von Alfred Loewys Witwe, Therese Loewy (1884–1940), die sich unmittelbar vor der bevorstehenden Deportation nach Gurs am 22. Oktober 1940 in Freiburg das Leben nahm. Der von Ott im Nachwort als „historische Erzählung“ bezeichnete Text erschien 1994 unter dem Titel Laubhüttenfest 1940. Warum Therese Loewy einsam sterben mußte.
Hugo Ott war ab 1952 Mitglied in der Unitas Reichenau im Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas und ab 1988 Ehrenmitglied bei der KDStV Hercynia Freiburg im CV.
| Personendaten | |
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| NAME | Ott, Hugo |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Wirtschaftshistoriker, Heidegger-Biograph |
| GEBURTSDATUM | 20. August 1931 |
| GEBURTSORT | Königshofen |
| STERBEDATUM | 22. Januar 2022 |
| STERBEORT | Merzhausen |