Hugo Salus

Buchdeckel von Heinrich Vogeler (1905)
Illustration von Reinhold Max Eichler zum Gedicht Kammermusik (1896)

Hugo Salus (geboren 3. August 1866 in Böhmisch-Leipa, Kaisertum Österreich; gestorben 4. Februar 1929 in Prag, Tschechoslowakei) war ein böhmischer Gynäkologe und deutschsprachiger Schriftsteller.

Leben

Der Sohn des jüdischen Veterinärmediziners Moritz Salus (1839–1909) aus Klein Schokau (heute Malý Šachov, Tschechische Republik) und seiner aus Raudnitz (heute Roudnice, Tschechische Republik) stammenden Ehefrau Therese, geb. Kafka (1839–1907), studierte ab 1885 an der deutschen Karl-Ferdinands-Universität in Prag Medizin. Gleich zu Studienbeginn trat Salus der Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag bei und blieb während seiner gesamten Universitätsjahre deren aktives Mitglied. Nach seiner Promotion am 25. Februar 1891 arbeitete er als Assistent am Hygienischen Institut, dann an der Geburtshilflichen Klinik. Am 13. Oktober 1895 heiratete er Olga Engel (1874–1926), eine Tochter des im Prager Vorort Königliche Weinberge lebenden Porzellanfabrikanten Ludwig Engel. Mitte November desselben Jahres eröffnete Salus in der Prager Heinrichsgasse 25 (heute Jindřišská, Prag 1) seine eigene gynäkologische Praxis. Im Juni 1909 wurde sein Sohn Wolfgang Salus geboren.

Neben seiner ärztlichen Tätigkeit veröffentlichte Salus zahlreiche Gedichtbände und Erzählungen und gehörte zu den bedeutenderen Vertretern der deutschen Prager Literatur seiner Zeit. So war er unter anderem Mitglied im Schriftsteller- und Künstlerverein Concordia. Heinrich Vogeler illustrierte einige seiner Bücher, wie etwas das Trostbüchlein für Kinderlose, und Arnold Schönberg vertonte zwei seiner Gedichte. Er zählte zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch zu den maßgebenden Mitarbeitern der Wiener Zeitung.

1955 wurde in Wien-Donaustadt (22. Bezirk) die Salusgasse nach ihm benannt.

Werke (Auswahl)

Lyrik

Prosa

Dramen

Literatur

Commons: Hugo Salus – Sammlung von Bildern
Wikisource: Hugo Salus – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Rebecca Unterberger: Vom Diarium zur Zeitung: Wiener Zeitung auf litkult1920er.aau.at, verfasst März 2017, redaktionell ergänzt Februar 2019
  2. ↑ Website des IÖK (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
Personendaten
NAME Salus, Hugo
KURZBESCHREIBUNG böhmischer Gynäkologe und Schriftsteller
GEBURTSDATUM 3. August 1866
GEBURTSORT Böhmisch-Leipa
STERBEDATUM 4. Februar 1929
STERBEORT Prag