Hugo Wilhelm Knipping (* 9. Juli 1895 in Dortmund; † 25. Dezember 1984 in Bonn) war ein deutscher Internist, Hochschulprofessor und Mitbegründer der Kernforschungsanlage (KFA) in Jülich.
Knipping, Dr. med. und Dr. rer. nat., war seit 1930 außerordentlicher Professor an der Universität Hamburg. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten unterzeichnete er am 11. November 1933 das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler, das seinen beruflichen Aufstieg beschleunigte. Bereits zum 1. Mai des Jahres war er der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer 3.279.020).
Im Jahr 1934 wurde Knipping auf einen Lehrstuhl der Medizinischen Akademie Düsseldorf berufen, deren Rektor er 1936 wurde. 1939 wurde er Vorstand der Medizinischen Klinik Lindenburg in Köln und Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin an der Universität Köln. Dort spezialisierte er sich zuerst auf die Erforschung der Stoffwechsel-, Herz- und Lungenkrankheiten und erwarb sich den Ruf eines „Vaters der Spiroergometrie“. Seine Forschungsarbeiten rundete er durch Expeditionen in den Fernen Osten und nach Lateinamerika ab.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Entnazifizierung begann er mit dem Aufbau der Nuklearmedizin und setzte dabei Erkenntnisse der Radioisotopenforschung zur Grundumsatzbestimmung ein. Er war Mitbegründer der Kernforschungsanlage (KFA) in Jülich (heute Forschungszentrum Jülich).
Später entdeckte Knipping sein Interesse an der Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Menschen im Alter, der dritte Sektor seiner Theorie und Praxis wurde die Gerontologie. Er selbst demonstrierte seinen Freunden und Schülern, dass das Alter zwar eine quantitativ-mechanisch messbare Größe ist, doch qualitativ-schöpferisch weit gezogen werden kann. Er praktizierte noch bis kurz vor seinem Tod 1984, war im Alter von über 80 Jahren Mitarbeiter der renommierten medizinischen Zeitschrift Chest und pflegte seine internationalen Kontakte.
Unter den Auszeichnungen, die Hugo Wilhelm Knipping für seine Verdienste in der medizinischen und naturwissenschaftlichen Forschung verliehen wurden, finden sich unter anderem der
Er war Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher (Leopoldina) und des Brasilianischen Tuberkulose-Instituts. Während seines Studiums wurde er Mitglied beim Verein Deutscher Studenten Münster.
Knipping beschäftigte sich privat mit Kunstgeschichte und Geschichte. Für ihn war es wie eine „existentielle Beigabe und ‚Liebhaberei‘ zur Medizin so wie praktisch alle Wissenschaft und jede geistige Disziplin für ihn nicht nur Zubrot war, sondern Zufuhr und Ergänzung zur überbordenden Schau aus der Perspektive des nur zahlenmäßig meßbaren ‚Alters‘“.
Nobelpreisträger Werner Forßmann nannte Knipping in seiner Laudatio einen „Landarzt im besten Sinn, der gleichzeitig ein hochgradiger Wissenschaftler“ sei. Es sei ihm gelungen, der Bundesrepublik Deutschland auf dem Gebiet der Isotopenmedizin den Anschluss an den Weltstandard zu verschaffen.
| Personendaten | |
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| NAME | Knipping, Hugo Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Internist |
| GEBURTSDATUM | 9. Juli 1895 |
| GEBURTSORT | Dortmund |
| STERBEDATUM | 25. Dezember 1984 |
| STERBEORT | Bonn |