Hugo von Linden

Hugo Joseph Edmund Paul Freiherr von Linden (* 1. Februar 1854 in Ludwigsburg; † 10. Januar 1936 auf Schloss Hausen) war ein württembergischer Diplomat und Ministerialbeamter.

Familie

Hugo von Linden entstammte der ursprünglich aus dem Raum Lüttich stammenden katholischen Adelsfamilie Linden. Er war der Sohn des Politikers Carl von Linden (1801–1870) aus dessen zweiter Ehe mit Mathilde, geb. Gräfin Leutrum von Ertingen (1815–1892).

Er war ab 1893 verheiratet mit Elisabeth Schenk Freiin von Stauffenberg (1864–1939), Tochter von Franz August Schenk von Stauffenberg. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor:

Werdegang

Hugo von Linden besuchte zunächst das Königliche Lyzeum in Ludwigsburg und legte 1872 am Obergymnasium in Stuttgart das Abitur ab. Anschließend absolvierte er von 1872 bis 1873 seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger im 7. Württembergischen Infanterie-Regiment Nr. 125. Er erhielt zum Ende seines Militärdienstes das Qualifikationsattest zum Reserveoffizier und wurde zur Reserve entlassen. Außerdem wurde er zum Württembergischen Reserve-Landwehr-Bataillon Nr. 127 in Stuttgart versetzt. Er stieg schließlich 1892 bis zum Hauptmann der Reserve im I. Aufgebot der Infanterie des Bezirkskommandos Stuttgart auf. 1912 schied er aus dem Militärdienst aus, behielt aber die Erlaubnis zum Tragen der Uniform.

An die Militärzeit schlossen sich das Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen, Straßburg und Berlin sowie das Rechtsreferendariat an. Er legte 1877 das erste und 1879 das zweite juristische Staatsexamen ab. Er durchlief zunächst die für einen Justizbeamten im Königreich Württemberg übliche Laufbahn. 1879 wurde er zum Justizassessoratsverweser ernannt und galt als präsumtiver Amtsrichter in Biberach an der Riß. Doch bereits im folgenden Jahr erhielt er stattdessen eine Stelle als Hilfsarbeiter bei der Staatsanwaltschaft Ulm. Daraufhin wurde er 1882 stellvertretender Amtsrichter am Amtsgericht Stuttgart.

1883 wurde von Linden auf unbestimmte Zeit vom Justizministerium beurlaubt und probeweise an das württembergische Außenministerium versetzt. Dort übernahm er zunächst eine Aufgabe im Sekretariat, zu dem auch die Aufsicht über die Registratur des Ministeriums gehörte. Noch im selben Jahr übernahm er die Position des Expeditors mit dem Titel und Rang eines Geheimen Legationssekretärs. 1886 wurde er für ein halbes Jahr an die württembergische Gesandtschaft in Sankt Petersburg abgeordnet, wo sein Cousin Eberhard von Linden (Sohn seines Onkels Franz a Paula von Linden) Gesandter war.

1888 wurde er von König Karl von Württemberg zum königlichen Kammerherrn ernannt; bereits 1883 war er zum königlichen Kammerjunker ernannt worden. 1890 erfolgte seine Beförderung zum Legationsrat. Ebenfalls 1890 unternahm er gemeinsam mit Karl Joseph von Urach eine Orientreise. Im August und September 1891 vertrat von Linden als Geschäftsträger an der württembergischen Gesandtschaft in Berlin den Gesandten Rudolf Moser von Filseck, während dieser auf Kur war. Ebenfalls 1891 wurde er auf eigenen Wunsch von der Führung der Kanzleiexpedition entbunden. Im folgenden Jahr erhielt er die Ernennung zum Wirklichen Legationsrat, Ministerialassessor und Kanzleidirektor.

1893 wurde er stellvertretender Leiter der Politischen Abteilung des Außenministeriums. Nach Außenminister Hermann von Mittnacht und Ministerialdirektor August von König-Warthausen war von Linden somit der dritthöchste Beamte im württembergischen Außenministerium. In den folgenden Jahren stieg er zum Geheimen Legationsrat und Ministerialrat auf. 1906 wurde Linden als Nachfolger des verstorbenen August von König-Warthausen zum Ministerialdirektor, Staatsrat und Leiter der Politischen Abteilung des Außenministeriums ernannt. Zu seinen Aufgaben gehörte damit auch die offizielle Vertretung des Außenministers. Dieses Amt bekleidete er unter den Außenministern und Ministerpräsidenten Julius von Soden und Karl von Weizsäcker.

Zu von Lindens Zuständigkeit gehörten neben seiner Tätigkeit in der Politischen Abteilung des Außenministeriums auch die Aufgaben eines Referenten im Ministerium des königlichen Hauses, dessen Leitung in Personalunion der jeweilige Außenminister innehatte. Bei den Beisetzungen von Florestine von Monaco 1897 und von Katharina von Württemberg 1898 fungierte er jeweils als königlicher Kommissär. 1900 arbeitete er den Ehevertrag zwischen Robert von Württemberg und Maria Immakulata von Österreich aus.

1917 erlitt von Linden einen Schwächeanfall, woraufhin er 1918 in den Ruhestand versetzt wurde. Seinen Ruhestand verbrachte er auf Schloss Hausen bei Ulm, das sein Vater 1855 erworben hatte. Bereits 1906 und 1907 hatte er vom befreundeten Architekten Edmund Carl Capitain einen Familienfriedhof und eine neogotische Friedhofskapelle auf dem Anwesen anlegen lassen. Nach einem Brand im Jahr 1923 beauftragte er den Architekten Julius Schulte-Frohlinde mit dem Wiederaufbau des Schlosses. Nach seinem Tod im Januar 1936 im Alter von 81 Jahren wurde er auf dem Familienfriedhof beigesetzt.

Von Linden führte jahrelang Tage- und Notizbücher, deren Jahrgänge 1874 bis 1935 sich in seinem Nachlass im Hauptstaatsarchiv Stuttgart befinden.

Ehrungen und Auszeichnungen

Literatur