Hugo von Mohl

Hugo von Mohl, Lithographie von Rudolf Hoffmann, 1858
Signatur (nach 1852)
Seite aus „Vermischte Schriften“ wo Mohls Dissertation über Zellteilung republiziert wurde.
Hugo von Mohl

Hugo Mohl, seit 1843 von Mohl, (* 8. April 1805 in Stuttgart; † 1. April 1872 in Tübingen) war ein württembergischer, deutscher Botaniker, Arzt und Universitätsprofessor. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Mohl“. Mohl gilt als der Entdecker der Kernteilung.

Leben und Wirken

Mohl gehörte zur Beamtenfamilie Mohl. Seine Eltern waren der württembergische Jurist und Politiker Benjamin Ferdinand von Mohl und dessen Ehefrau Louisa Friederica Autenrieth, eine Schwester von Johann Heinrich Ferdinand Autenrieth, Kanzler der Universität Tübingen. Mohls Brüder waren Robert von Mohl, Julius Mohl und Moritz Mohl. Er war nie verheiratet.

Mohl studierte ab 1823 an der Eberhard Karls Universität Tübingen Medizin, ging dann, nachdem er 1828 zum Dr. med. promoviert worden war, an die Universität München, wo er als Assistent von Carl von Martius über die Anatomie des Farnen-, Cykadeen- und Palmenstammes (1832) arbeitete. 1834 wurde er als Professor für Physiologie an die Universität Bern berufen. 1835 wurde er als ordentlicher Professor der Botanik nach Tübingen berufen, wo er bis zu seinem Tode wirkte. Im Jahr 1832 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt und 1835 als korrespondierendes Mitglied in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. 1846 wurde er in die Accademia delle Scienze di Torino und 1857 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Außerdem war er seit 1838 korrespondierendes Mitglied der Académie des sciences in Paris, seit 1847 der Preußischen Akademie der Wissenschaften, seit 1851 auswärtiges Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften, seit 1854 korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg und seit 1861 der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Der Royal Society gehörte er seit 1868 als auswärtiges Mitglied (Foreign Member) an. Die Royal Society of Edinburgh nahm ihn 1870 als Ehrenmitglied (Honorary Fellow) auf.

Seine wissenschaftlichen Untersuchungen erstreckten sich beinahe auf alle Gebiete der Botanik, vor allem aber förderte er die Pflanzenanatomie und machte speziell das feste Zellstoffgerüst der Pflanzen zum Gegenstand eingehender und erfolgreicher Untersuchungen.

Auch Physiologie und Entwicklungsgeschichte wurde von ihm gefördert. Mohl unterschied 1844 den Primordialschlauch und erkannte 1846 das Protoplasma, welches er mit dem noch jetzt üblichen Namen belegte.

Die Pflanzensammlungen von Hugo von Mohl bilden heute einen Teilbestand des Herbarium Tubingense (TUB) der Universität Tübingen und werden vom Museum der Universität Tübingen MUT verwaltet.

Auszeichnungen

Werke

Eine Anzahl wichtiger Abhandlungen ist in seinen „Vermischten Schriften botanischen Inhalts“ (1845) gesammelt. Zudem lieferte er Beiträge zu dem Palmenwerk Historia naturalis Palmarum von Carl Friedrich Philipp von Martius. Ab 1843 gab er mit Diederich von Schlechtendal die Botanische Zeitung heraus.

Sekundärliteratur

Literatur

Commons: Hugo von Mohl – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Ernennungen. In: Intelligenzblatt für die Stadt Bern. 10. September 1834, abgerufen am 5. September 2025.
  2. ↑ Mitgliedseintrag von Hugo von Mohl (mit einem Link zum Nachruf von Franz von Kobell) bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 2. Dezember 2025.
  3. ↑ I Soci del passato: Hugo von Mohl. Accademia delle Scienze di Torino, abgerufen am 6. Juni 2026 (italienisch).
  4. ↑ Mitglieder – historisch: Hugo von Mohl. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 2. Dezember 2025.
  5. ↑ Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 170.
  6. ↑ Fellows Directory. Biographical Index: Former RSE Fellows 1783–2002 (K–Z). (PDF) Royal Society of Edinburgh, abgerufen am 22. März 2020.
  7. ↑ Königlich Württembergisches Hof- und Staatshandbuch 1847, Seite 45
  8. ↑ Hans Körner „Der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst und seine Mitglieder“ in: Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte, Bd. 47 (1984), S. 299–398 (online).
Personendaten
NAME Mohl, Hugo von
ALTERNATIVNAMEN Mohl, Hugo
KURZBESCHREIBUNG deutscher Botaniker
GEBURTSDATUM 8. April 1805
GEBURTSORT Stuttgart
STERBEDATUM 1. April 1872
STERBEORT Tübingen