Humphry Ditton

Humphry Ditton (* 29. Mai 1675 in Salisbury; † 15. Oktober 1715 in London) war ein englischer Mathematiker.

Leben und Wirken

Humphry Ditton war der einzige Sohn von Humphry Ditton (1657/9–1695) und dessen Frau Dorothea Luttrell (1658–1723). Er besaß keine Universitätsausbildung. Ditton wurde von einem Geistlichen der Church of England unterrichtet. Auf Wunsch seines Vaters wurde er Dissenterprediger in Tunbridge Wells (Kent).

Am 7. September 1695 heiratete er in St James Duke’s Place Susanna Ball (* 1675), mit der er mindestens drei Söhne und eine Tochter hatte. 1695, nach dem Tod seines Vaters, und aufgrund seiner schlechten Gesundheit gab er das Kirchenamt auf.

1703 und 1705 erschienen zwei mathematische Arbeiten in den Philosophical Transactions der Royal Society. Die erste befasste sich mit Tangenten an Kurven, die aus der Theorie der Maxima und Minima abgeleitet wurden, die zweite mit Optik und behandelte die Reflexion von Licht. Ditton lieferte Beiträge für das 1704 veröffentlichte Lexicon technicum von John Harris. Er veröffentlichte die Werke The general laws of nature and motion (1705) und An institution of fluxions (1706).

1706 wurde er dank der Fürsprache von Isaac Newton zum ersten Mathematiklehrer an der im Christ’s Hospital in London gegründeten New Mathematical School ernannt.

Dittons wichtigstes theologisches Werk war A discourse concerning the resurrection of Jesus Christ (Eine Abhandlung über die Auferstehung Jesu Christi), dessen erste Auflage 1712 erschien. Das Werk wurde ins Französische und Deutsche übersetzt.

1714 hatte das britische Parlament mit dem Longitude Act ein hohes Preisgeld für die Lösung des Längenproblem ausgesetzt. Gemeinsam mit William Whiston verfasset er die Abhandlung A new method for discovering the longitude both at sea and land die 1714 erschien. Sie schlugen darin vor, ein Netzwerk von Schiffen an bekannten Positionen aufzubauen, von denen aus eine Rakete oder eine Kanone abgefeuert werden sollte. Anhand der Zeitdifferenz zwischen dem Erblicken des Lichtblitzes und dem Hören des Explosionsgeräusches konnte ein Seefahrer die Meridianentfernung zum Signalschiff berechnen und dessen Längengrad ermitteln. Idee wurde vom Längengradausschuss abgelehnt. Sie wurde unter anderem von Jonathan Swift als nutzlos verspottet.

Ditton wurde in Christchurch Newgate beigesetzt.

Schriften (Auswahl)

Bücher

Zeitschriftenbeiträge

Als Herausgeber

Literatur

Ältere

Neuere

Einzelnachweise

  1. ↑ N. Plumley: The Royal Mathematical School within Christ’s Hospital: The early years. – Its aims and achievements. In: Vistas in Astronomy. Band 20, Teil 1, 1976, S. 51–56 (doi:10.1016/0083-6656(76)90009-X).
  2. ↑ Jonathan Swift?: Ode for Musick, on the Longitude. In: Miscellanies. The Last Volume. Benjamin Motte, London 1733, S. 245–246 (online).
  3. ↑ James M. Osborn: “That on Whiston” by John Gay. In: The Papers of the Bibliographical Society of America. Band 56, Nr. 1, 1962, S. 73–78 (JSTOR:24300977).