Humphry Ditton
Leben und Wirken
Humphry Ditton war der einzige Sohn von Humphry Ditton (1657/9–1695) und dessen Frau Dorothea Luttrell (1658–1723). Er besaß keine Universitätsausbildung. Ditton wurde von einem Geistlichen der Church of England unterrichtet. Auf Wunsch seines Vaters wurde er Dissenterprediger in Tunbridge Wells (Kent).
Am 7. September 1695 heiratete er in St James Duke’s Place Susanna Ball (* 1675), mit der er mindestens drei Söhne und eine Tochter hatte. 1695, nach dem Tod seines Vaters, und aufgrund seiner schlechten Gesundheit gab er das Kirchenamt auf.
1703 und 1705 erschienen zwei mathematische Arbeiten in den Philosophical Transactions der Royal Society. Die erste befasste sich mit Tangenten an Kurven, die aus der Theorie der Maxima und Minima abgeleitet wurden, die zweite mit Optik und behandelte die Reflexion von Licht. Ditton lieferte Beiträge für das 1704 veröffentlichte Lexicon technicum von John Harris. Er veröffentlichte die Werke The general laws of nature and motion (1705) und An institution of fluxions (1706).
1706 wurde er dank der Fürsprache von Isaac Newton zum ersten Mathematiklehrer an der im Christ’s Hospital in London gegründeten New Mathematical School ernannt.
Dittons wichtigstes theologisches Werk war A discourse concerning the resurrection of Jesus Christ (Eine Abhandlung über die Auferstehung Jesu Christi), dessen erste Auflage 1712 erschien. Das Werk wurde ins Französische und Deutsche übersetzt.
1714 hatte das britische Parlament mit dem Longitude Act ein hohes Preisgeld für die Lösung des Längenproblem ausgesetzt. Gemeinsam mit William Whiston verfasset er die Abhandlung A new method for discovering the longitude both at sea and land die 1714 erschien. Sie schlugen darin vor, ein Netzwerk von Schiffen an bekannten Positionen aufzubauen, von denen aus eine Rakete oder eine Kanone abgefeuert werden sollte. Anhand der Zeitdifferenz zwischen dem Erblicken des Lichtblitzes und dem Hören des Explosionsgeräusches konnte ein Seefahrer die Meridianentfernung zum Signalschiff berechnen und dessen Längengrad ermitteln. Idee wurde vom Längengradausschuss abgelehnt. Sie wurde unter anderem von Jonathan Swift als nutzlos verspottet.
Ditton wurde in Christchurch Newgate beigesetzt.
Schriften (Auswahl)
Bücher
- The general laws of nature and motion; with their application to mechanicks. Also the doctrine of centripetal forces and velocities of bodies describing any of the conick sections. London 1705 (Digitalisat).
- An institution of fluxions: containing the first principles, the operations, with some of the uses and applications of that admirable method; according to the scheme perfix’d to his tract of Quadratures, by (its first inventor) the incomparable Sir Isaac Newton. London 1706 (Digitalisat).
- 2., überarbeitete, korrigierte und verbesserte Auflage, James and John Knapton, London 1726 (Digitalisat) – herausgegeben von John Clarke (1682–1757).
- A treatise of perspective demonstrative and practical. Illustrated with copper cutts. B. Tooke; and D. Midwinter, London 1712 (Digitalisat).
- A discourse concerning the resurrection of Jesus Christ […]. London 1712.
- 2. Auflage, London 1714 (Digitalisat).
- 3. Auflage, London 1722 (Digitalisat).
- 4. Auflage, London 1727 (Digitalisat).
- 5. Auflage, London 1740.
- La religion chrétienne démontrée par la résurrection de Notre Seigneur Jésus-Christ […]. 2 Bände, Wetstein & Smith, Amsterdam 1728 (Band 1, Band 2).
- Die Wahrheit der christlichen Religion aus der Auferstehung Jesu Christi bewiesen. Ludolph Schröder, Braunschweig / Hildesheim 1732 (Digitalisat) – übersetzt von Johann Lorenz von Mosheim.
- Neu durchgesehen Auflage, Ludolph Schröder, Braunschweig / Hildesheim 1734 (Digitalisat).
- 3. Auflage, Ludolph Schröders Witwe, Braunschweig / Hildesheim 1742 (Digitalisat) – herausgegeben von Gabriel Wilhelm Götten.
- 4, vermehrte und verbesserte Auflage, Braunschweig / Hildesheim 1749 (Digitalisat) – herausgegeben von Gabriel Wilhelm Götten.
- Matter not a cogitative substance: or, the true state of the case about matter’s thinking […]. London 1713 (Digitalisat).
- The new law of fluids, or, A discourse concerning the ascent of liquors, in exact geometrical figures between two nearly contiguous surfaces […]. London 1714.
- A new method for discovering the longitude both at sea and land: humbly proposed to the consideration of the publick. John Phillips, London 1714 (Volltext) – mit William Whiston.
Zeitschriftenbeiträge
Als Herausgeber
- Synopsis algebraica opus posthumum Johannis Alexandri, Bermatis-Helvetii. Cui adjungitur Appendix per Humfredum Ditton 2., korrigierte Auflage, London 1709 (Digitalisat).
Literatur
Ältere
- J. S.: The life, writings and diary, of the late Mr. Humphry Ditton.
- In: The Gospel Magazine. September 1777, S. 393–403 (PDF).
- In: The Gospel Magazine. Dezember 1777, S. 437–441 (PDF).
Neuere
Einzelnachweise
- ↑ N. Plumley: The Royal Mathematical School within Christ’s Hospital: The early years. – Its aims and achievements. In: Vistas in Astronomy. Band 20, Teil 1, 1976, S. 51–56 (doi:10.1016/0083-6656(76)90009-X).
- ↑ Jonathan Swift?: Ode for Musick, on the Longitude. In: Miscellanies. The Last Volume. Benjamin Motte, London 1733, S. 245–246 (online).
- ↑ James M. Osborn: “That on Whiston” by John Gay. In: The Papers of the Bibliographical Society of America. Band 56, Nr. 1, 1962, S. 73–78 (JSTOR:24300977).