| Riograndenser Hunsrückisch | ||
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Gesprochen in |
Südbrasilien | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Sprachcodes | ||
| ISO 639-3 | hrx | |

Das Riograndenser Hunsrückisch (brasilianisches Portugiesisch hunsriqueano riograndense, englisch Hunsrik oder Riograndese Hunsrik) ist eine in Südbrasilien weitverbreitete Minderheitensprache, angelehnt an das Hunsrückisch der deutschen Einwanderer aus dem Hunsrück. Von den Sprechern selbst wird es Hunsrückisch, Hunsrück, Hunsrickisch, Hunsrick, Hunsbucklisch, Deitsch oder Plattdeitsch genannt.
Eine möglicherweise andere Varietät ist das Katarinensische. Die Bezeichnung Katharinensisch leitet sich vom brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina ab, in dem dieser Dialekt das erste Mal auftauchte.
Riograndenser Hunsrückisch entwickelte sich in fast 200 Jahren, seit dem Beginn der deutschen Einwanderung in Brasilien vor allem aus dem Hunsrück in bestimmte südliche Regionen des Kaiserreichs Brasilien – insbesondere in den Bundesstaat Rio Grande do Sul (damals für eine gewisse Zeit auch Republik Piratini) – im Jahr 1824, als Sprache dieser Einwanderer. Dabei wurde es von anderen deutschen Einwanderer-Dialekten beeinflusst, wie zum Beispiel von Ostpommersch, Bairisch und von österreichischen Dialekten (heute besonders noch in Dreizehnlinden), ebenso vom Portugiesischen und anderen Immigrantensprachen wie Italienisch.
Obwohl Riograndenser Hunsrückisch über lange Zeit der am weitesten verbreitete deutsche Dialekt in Südbrasilien war, nimmt der Gebrauch dieser Sprache heute manchenorts ab. In sehr ländlichen Gebieten ist ihr Gebrauch allerdings recht stabil.
Für das Riograndenser Hunsrückisch wurden zwei verschiedene Schreibweisen entwickelt. Die erste wurde von Cléo Vilson Altenhofen und anderen im Jahr 2007 entworfen und orientiert sich am Deutschen. Die zweite, von Ursula Wiesmann 2008, gibt die Laute so wieder, dass sich für Portugiesischsprachige die Aussprache erschließt, für Deutsche aber schwerer zu lesen ist.
Beispiel:
Schreibweise nach Altenhofen et al.:
Schreibweise nach Wiesmann:
Für sein Projekt „Mea spreche Deitsch“ führte Tafarel Schmitt aus Brasilien, Gastwissenschaftler beim Institut für Geschichtliche Landeskunde, im April 2024 Interviews im Hunsrück-Museum Simmern zu den unterschiedlichen Hunsrücker Dialekten. Diese nahm er per Video auf, um sie dann mit dem heutigen Hunsrückisch in Brasilien zu vergleichen.
Das Magazin „Der neue Stern“, der Rundbrief an die Freunde des Andromeda Science Fiction Clubs Halle, trägt in seiner 116. Ausgabe 9/2025 seinen Titel im Riograndenser Hunsrückisch: „Nay xtërn“.
Literatur zum Riograndenser Hunsrückisch auf brasilianischem Portugiesisch:
Literatur auf Riograndenser Hunsrückisch: