Husarentempel

Husarentempel
Blick vom Husarentempel über Wien
Luftbild bei Nacht
Westansicht des Husarentempel

Der Husarentempel ist ein klassizistischer Bau auf dem Südostgipfel (494 m ü. A., auch Hohe Riesel Berg) des Kleinen Anningers (496 m ü. A., oder am Anninger Berg) im Naturpark Föhrenberge im Gemeindegebiet von Mödling. Der Tempel ist eine der vielen künstlichen Ruinen des Liechtensteinischen Landschaftspark, die im Umkreis der Burg Liechtenstein, der Stammburg des Herrschaftshauses des Fürstentums Liechtenstein, gebaut wurden.

Geschichte

Blick von der Schmelz auf Schönbrunn mit dem Anninger im Hintergrund und dazwischen dem Husarentempel und Phoenixburg (heute nur noch ein Gipfelkreuz) vorgelagert (1822).

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ Fürst Johann I. Josef von Liechtenstein, Inhaber der Herrschaft Burg Mödling und der "Veste Liechtenstein" in Maria Enzersdorf, in der Umgebung Mödlings mehrere Denkmäler und Monumente errichten, die dem romantischen Zeitgeist entsprachen. Zeitgleich wurden die Hügel mit der dort typischen Schwarzkiefer aufgeforstet, die volkstümlich wegen ihres charakteristischen Wuchses als Schirmföhre bezeichnet wird. Der zwischen 1809 und 1811 von Joseph Hardtmuth in Holzbauweise errichtete Tempel war Teil dieser Anlagen. Bereits 1811 stürzte der ebenfalls von Hardtmuth errichtete benachbarte Turm, die sogenannte „Trajanische Säule“, ein; 1812 wurde der Tempel durch einen Sturm zerstört.

Der heutige massiv ausgeführte Nachfolgebau wurde im Jahr 1813 auf den Fundamenten des Vorgängers von Joseph Kornhäusel als „Tempel des Kriegsruhms“ errichtet. Er ist den Gefallenen der Schlachten bei Aspern und bei Wagram gewidmet. Die Bezeichnung „Husarentempel“ beruht auf der Überlieferung, dass Fürst Liechtenstein den Tempel zur Ehrung österreichischer Soldaten errichten ließ. Dies geschah demnach aus Dankbarkeit für seine Rettung durch vier Husaren aus höchster Todesgefahr in den Kämpfen zwischen französischen und österreichischen Truppen. Tatsächlich wurden unter dem Tempel gefallene Krieger beigesetzt, die symbolisch für die rund 100.000 Gefallenen der napoleonischen Kriege stehen sollten. Die Grabstätten werden auch heute noch von der Stadt Mödling als Ehrengräber behandelt.

Ausflugsziel

Der Tempel ist vom Wiener Becken weithin sichtbar. Deshalb hat im Jahr 1999, neben der Renovierung durch die Stadt Mödling, der Stromversorger Wien-Energie in einem Gemeinschaftsprojekt mit der HTL Mödling eine Beleuchtung des Tempels installiert, die aus Solarenergie gespeist wird.

Literatur

Commons: Husarentempel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Österreich ob und unter der Enns (1809–1818). In: Arcanum Karten. Abgerufen am 6. Januar 2026.
  2. ↑ Franziszeischer Kataster. In: Arcanum Karten. Abgerufen am 6. Januar 2026.
  3. ↑ Christian Hlavac: Der Tempel des Ruhmes. In: Wiener Zeitung. 18. Oktober 2013, abgerufen am 3. Februar 2024.
  4. ↑ Liechtenstein — The Princely Collections. In: liechtensteincollections.at. Abgerufen am 1. Mai 2026.
  5. 1 2 Dikowitsch: Wienerwald, S. 52.
  6. ↑ Bis zur Enthüllung des Löwen von Aspern, 1858, war der Husarentempel bis dahin das einzige offizielle Denkmal, das an den Sieg der Österreicher über Napoleon I. erinnerte. – Stefan Riesenfellner (Hrsg.): Steinernes Bewußtsein I – die öffentliche Repräsentation staatlicher und nationaler Identität Österreichs in seinen Denkmälern. Böhlau, Wien 1998, ISBN 3-205-98797-7, S. 336, online, abgerufen am 3. Oktober 2010.
  7. ↑ Anton Rieder: Der Wienerwald. Natur, Geschichte und Kultur einer einzigartigen Landschaft. Brandstätter, Wien 2002, ISBN 3-85498-215-1.
  8. ↑ Mödling. In: sight-system.at. Abgerufen am 1. Mai 2026.
  9. ↑ Karl Baedeker: Oesterreich, Süd- und West-Deutschland. Handbuch für Reisende. 13., umgearbeitete Auflage. Baedeker, Coblenz 1868, S. 31 f., online, abgerufen am 3. Oktober 2010.
  10. ↑ Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  11. ↑ PDF online (Memento vom 9. Januar 2016 im Internet Archive)

Koordinaten: 48° 4′ 37″ N, 16° 15′ 6″ O