Huttonvireo

Huttonvireo

Huttonvireo

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Vireos (Vireonidae)
Gattung: Eigentliche Vireos (Vireo)
Art: Huttonvireo
Wissenschaftlicher Name
Vireo huttoni
Cassin, 1851
Verbreitungsgebiet des Huttonvireos

Der Huttonvireo (Vireo huttoni) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).

Der Vogel kommt von British Columbia in Kanada bis Guatemala in Zentralamerika vor. Der Lebensraum zur Brutzeit umfasst immergrüne Wälder und baumbestandene Flächen mit Unterholz und einigermaßen geschlossenem Kronendach. Während des Vogelzuges werden Waldgebiete entlang von Flüssen, in Parks, Höfen und Gärten mit breitblättrigen Bäumen gesucht. Als Winterquartier wird ein ähnliches Habitat wie das Brutgebiet bevorzugt aber auch Auwälder.

Der Artzusatz bezieht sich auf William Rich Hutton (1826–1901).

Merkmale

Die Art ist mit 10–12 cm groß und einem Gewicht von 9 bis 15 g. ein kleiner Vireo. Die Oberseite ist grünlich oliv bis olivgrau, die Unterseite matt gelblichweiß etwas gelbbraun bis grauoliv überhaucht. Die Außenfahnen der Konturfedern und der Steuerfedern tragen grünlich gelbe bis gelblich weiße Ränder. Die Flügel haben zwei weißliche bis gelbliche Binden. Hinzu kommt ein breiter blass weißlicher bis gelblicher Augenring, über dem Auge unterbrochen und blasse Zügel. Der Oberschnabel ist schwärzlich, der Unterschnabel heller, besonders an der Basis, die stämmigen Beine und Füße sind blaugrau bis dunkelgrau. Die Geschlechter unterscheiden sich nur während der Brutsaison durch den Brutfleck beim Weibchen und die Verdickung der Kloake beim Männchen. Die Iris ist dunkelbraun.

Der Vogel ähnelt dem Rubingoldhähnchen (Corthylio calendula), hat aber einen dickeren Schnabel, breiteren Augenring und zwei deutliche Flügelbinden, erscheint großköpfiger mit kurzem Nacken und hat deutlich dickere Beine. Der Cassinvireo (Vireo cassinii) hat eine weißere Kehle, mehr Kontrast im Gefieder und einen nicht unterbrochenen weißen Augenring sowie weiße Zügel, was ein brillenartiges Bild ergibt. Der Braunaugenvireo (Vireo bellii) hat schmalere und weniger deutliche Flügelbinden, ist an Kehle und Brust heller und hat einen schmalen Augenring. Manchmal kann der Huttonvireo auch mit Vertretern der Gattung Empidonax verwechselt werden, die aber einen flachen und breiten Schnabel aufweisen, eine aufrechtere Haltung haben und aus dem Flug heraus mit schnelleren Bewegungen jagen.

Geografische Variation

Es werden zahlreiche Unterarten anerkannt:

Die verschiedenen Unterarten können in zwei Gruppen eingeteilt werden:

Die vorgeschlagene Unterart V. h. insularis Rhoads, 1893 wird als Syn. für V. h. obscurus angesehen, in der Datenbank Avibase als separat geführt.

Stimme

Die Lautäußerungen zeigen eine beträchtliche Variabilität sowohl zwischen den Individuen als auch zwischen verschiedenen Gebieten innerhalb des Lebensraumes. Typisch ist eine monotone Folge von nasalen und pfeifenden zweisilbigen Lauten wie zu-wee.....zu-wee.....zu-wee.....zu-wee..…, die mitunter minutenlang wiederholt wird. Häufig ist auch eine abfallende Folge zu hören zee-ooo.....zee-ooo.....zee-ooo.....zee-ooo......

Lebensweise

Die Art lebt monogam, die Unterart V. h. stephensi ist ein Teilzieher in Arizona und New Mexico. Nach der Brutzeit wurden Höhenwanderungen im Spätsommer und Herbst in Oregon, Arizona und Kalifornien beschrieben. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und Spinnentieren, die langsam und gründlich gesucht werden bevorzugt auf Blattoberflächen, aber auch an Blüten, Früchten, Baumrinden und Zweigen. Vom Untergrund und in der Luft jagt die Art auch aus dem Flug heraus.

Die Brutzeit liegt in Kalifornien zwischen Anfang Februar und Anfang August, weiter nördlich scheint sie etwas später zu liegen. Das Gelege besteht aus 1 bis 5 Eiern, die sofort nach der ersten Eiablage bebrütet werden von beiden Elternvögeln. Hauptsächliche Nesträuber sind wahrscheinlich Eckschwanzsperber (Accipiter striatus), Rundschwanzhabicht (Accipiter cooperii), der Gnomenzwergkauz (Glaucidium gnoma) sowie Kalifornienhäher (Aphelocoma californica), Diademhäher (Cyanocitta stelleri), die Amerikakrähe (Corvus brachyrhynchos) und vielleicht auch das Nördliche Gleithörnchen (Glaucomys sabrinus).

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur

Commons: Huttonvireo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Huttonvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 7. Januar 2026.
  2. ↑ P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  3. 1 2 3 4 5 J. N. Davis: Hutton’s Greenlet (Vireo huttoni), version 1.0. In: P. G. Rodewald (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Vireo huttoni
  4. ↑ J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  5. ↑ IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblers
  6. ↑ AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  7. ↑ A. R. Phillips: The Known Birds of North and Middle America Part II: Bombycillidae; Sylviidae to Sturnidae; Vireonidae., 1991, ISBN 0-9617402-1-3 ISBN 978-0-9617402-1-4
  8. ↑ C. Cicero und N. K. Johnson: Genetic differentiation between populations of Hutton's Vireo (Aves: Vireonidae) in disjunct allopatry. In: Southwestern Naturalist Band 37, S. 344–348, 1992,
  9. ↑ A. W. Anthony: Vireo huttoni obscurus. In: Zoe: a biological journal, Band 1, Nummer 10, S. 308, 1891, Biodiversity Library
  10. A. M. Rea: Vireo huttoni parkesi. In: The known birds of North and Middle America, Band 2, S. 184, 1991
    1. 1 2 Seite 184.
    2. ↑ Seite 185.
  11. ↑ Joseph Grinnell: The Santa Cruz Island Vireo. In: Condor, Band 5, Heft 6, Artikel 7, Digitalcommons
  12. ↑ L. B. Bishop: Vireo huttoni oberholseri. In: The Condor, Band 7, Heft 5, S. 142, 1905, Digitalcommons
  13. ↑ R Ridgway: Vireo huttoni cognatus. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 16, S. 107, 1903, Biodiversity Library
  14. ↑ W. Brewster: Vireo huttoni stephensi. In: Bulletin of the Nuttall Ornithological Club, Band 7, S. 142, 1882, Biodiversity Library
  15. ↑ H. W. Brandt: Vireo huttoni carolinae. In: The Auk, Band 55, S. 269, 1938, Digitalcommons
  16. ↑ A. R. Phillips: Vireo huttoni pacificus. In: Bulletin of the British Ornithologists' Club, Band 86, Heft 7, S. 129, 1966, Biodiversity Library
  17. ↑ R. Ridgway: Vireo huttoni mexicanus. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 16, S. 107, 1903, Biodiversity Library
  18. ↑ L. Griscom: Vireo huttoni vulcani. In: American Museum Novitates, Band 438, S. 3, 1930, Digital Library
  19. ↑ S. N. Rhoads: Vireo huttoni insularis. In: The Auk, Band 10, Nummer 3, S. 239–241, 1893, Digitalcommons
  20. ↑ Huttonvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 7. Januar 2026.
  21. ↑ Vireo huttoni in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021. Eingestellt von: BirdLife International, 202 1. Abgerufen am 7. Januar 2026.