Hyperaldosteronismus

Klassifikation nach ICD-10
E26 Hyperaldosteronismus
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Hyperaldosteronismus oder Aldosteronismus ist eine Erkrankung, bei der das Steroidhormon Aldosteron im Überfluss gebildet wird, wodurch zu viele insbesondere Natriumsalze im Körper zurückgehalten (retiniert) und dafür Kaliumsalze vermehrt ausgeschieden werden, was zu Veränderungen des Säuregehalts im Blut sowie zu Muskelschwäche, Muskelkrämpfen und Empfindungsstörungen sowie Herzrhythmusstörungen führen kann.

Es werden verschiedene Formen des Hyperaldosteronismus unterschieden:

Beim primären Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) wird durch einen Prozess in der Nebennierenrinde zu viel Aldosteron gebildet (in über 70 % der Fälle durch eine idiopathische bilaterale Hyperplasie, in weniger als 30 % der Fälle ein Adenom, ganz selten andere Ursachen wie ein Karzinom oder genetische Defekte).

Der sekundäre Hyperaldosteronismus hat eine sehr unterschiedliche Genese und tritt mit sehr unterschiedlicher Häufigkeit auf. Hier wird entweder aufgrund von übergeordneten Regulationsmechanismen eine vermehrte Aldosteronbildung initiiert oder – wie im Fall einer Leberzirrhose – der Abbau des Aldosterons verlangsamt.

Ferner kommt noch der Pseudohyperaldosteronismus vor.

Klinisch stehen beim primärem Hyperaldosteronismus die arterielle Hypertonie (erhöhter Blutdruck) und gegebenenfalls Hypokaliämie, bei der sekundären Form di e Ödeme und der Aszites im Vordergrund. Therapiert wird Hyperaldosteronismus durch Aldosteronantagonisten (zum Beispiel Spironolacton oder Eplerenon), bei der primären Form alternativ, falls ein Adenom oder Karzinom nachweisbar ist, auch durch operative Entfernung der betroffenen Nebenniere (Adrenalektomie).

Im Rahmen des primären Hyperaldosteronismus werden vererbliche Formen unterschieden, von denen der familiäre Typ I durch eine Fusion der CYP11B1- und CYP11B2-Gene verursacht wird.

Geschichte

Früher wurde bei primären Aldosteronismus als Therapie nur die Totaladrenalektomie mit nachfolgender Substitutionstherapie angegeben.

Einzelnachweise

  1. ↑ Pschyrembel – Klinisches Wörterbuch. 270. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2026, ISBN 978-3-11-131898-1, S. 780.
  2. ↑ Duden: Wörterbuch medizinischer Fachbegriffe. 10. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-411-04837-3, S. 93.
  3. ↑ Ivo Quack, Oliver Vonend, Lars Christian Rump: Familial Hyperaldosteronism I–III. In: Hormone and Metabolic Research. Band 42, Nr. 6, Juni 2010, S. 424–428. doi:10.1055/s-0029-1246187. PMID 20131203.
  4. ↑ Organon: Taschen-Lexikon. 3. Auflage, München-Pasing 1958, S. 140 f.