Die Hyperkalzurie, auch Hyperkalziurie; Hypercalciurie, ist eine abnormal vermehrte Calciumausscheidung im Urin von mehr als 6,2mmol/24h bei Frauen und >7,5mmol/24h bei Männern. Sie gilt als häufigste fassbare Ursache von kalziumhaltigen (Calciumoxalat und Calciumphosphat) Nierensteinen.
Verbreitung
Die Häufigkeit wird auf 1 bis 2 Drittel aller Patienten mit Nierensteinen geschätzt.
Eine Hyperkalzurie kann auch im Rahmen von Syndromen auftreten:
Dent-Syndrom (Niedermolekulare Proteinurie mit Hyperkalziurie und Nephrokalzinose)
FHHNC mit schwerer Augenbeteiligung, Synonyme: Meier-Blumberg-Imahorn-Syndrom; Hyperkalziurie - bilaterales Makulakolobom
FHHNC ohne schwere Augenbeteiligung, Synonyme: Familiäre Hypomagnesiämie mit Hyperkalziurie und Nephrokalzinose ohne schwere Augenbeteiligung; HOMG3; Hypomagnesiämie, renale, Typ 3
HHRH, Synonym: Rachitis, hypophosphatämische, mit Hyperkalziurie
Ursache
Die Ätiologie ist uneinheitlich, in 97% liegt eine der folgenden Ursachen zugrunde:
↑C. Y. Pak, F. Britton, R. Peterson, D. Ward, C. Northcutt, N. A. Breslau, J. McGuire, K. Sakhaee, S. Bush, M. Nicar, D. A. Norman, P. Peters: Ambulatory evaluation of nephrolithiasis. Classification, clinical presentation and diagnostic criteria. In: The American journal of medicine. Band 69, Nummer 1, Juli 1980, S.19–30; doi:10.1016/0002-9343(80)90495-7, PMID 6247914.
↑K.-H. Bichler, W.L. Strohmaier, M. Schreiber, S. Korn I. Gaiser: Hyperkalzurie und Vitamin-D-Stoffwechsel. In: W. Vahlensieck, G. Gasser (Hrsg.): Pathogenese und Klinik der Harnsteine X. Fortschritte der Urologie und Nephrologie, Band 22, S.342–347, 1987, ISBN 978-3-7985-0629-9; doi:10.1007/978-3-642-72370-4_50, Online ISBN 978-3-642-72370-4.
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