Hypermestra

Hypermestra schreibt an Lynkeus (Illustration zu den Heroides des Ovid)

Hypermestra (altgriechisch Ὑπερμήστρα Hypermḗstra), auch Hypermnestra (Ὑπερμνήστρα Hypermnḗstra), war in der griechischen Mythologie eine der 50 Danaiden, die älteste Tochter des Königs Danaos von Argos mit der Elephantis.

Mythos

Sie brachte als einzige ihren Ehemann und Vetter Lynkeus – einen der 50 Söhne des Aigyptos – nicht, wie von ihrem Vater befohlen in der Hochzeitsnacht um, sondern verhalf ihm zur Flucht, entweder, weil sie sich in ihn verliebt hatte, oder weil er ihre Jungfräulichkeit geschont hatte.

in den Heroides des Ovid schreibt Hypermestra, wegen ihres Ungehorsams von Danaos angeklagt, gefangen gesetzt und im Gefängnis angekettet, einen Brief an ihren Bräutigam Lynkeus, in dem sie die Ereignisse der Nacht in schildert und ihr Schicksal beklagt.

Sie wird in Argos vor Gericht gestellt, auf Fürsprache der Aphrodite aber freigesprochen. Möglicherweise war diese Verhandlung Gegenstand einer verlorenen Tragödie des Aischylos. Zum Dank weihte Hypermestra der Aphrodite Nikephoros, der „siegbringenden Aphrodite“, eine Statue im Tempel des Apollon und stiftete ein Heiligtum für Artemis Peitho, die „beredsame Artemis“.

In einer anderen Version tötete Lynkeus den Danaos und die mörderischen Schwestern der Hypermestra. Er zeugte mit Hypermestra Abas, sie wurde damit die Ahnin einer Reihe von Heroen, wie Perseus und Herakles.

Horaz verfasste ein Gedicht über die Danaostöchter und preist Hypermestra, weil sie ihre Liebe nicht verraten, sondern lieber den Eid gegenüber ihrem Vater gebrochen hat, mit dem Oxymoron splendide mendax (bewundernswert heuchlerisch).

In Argos wurden Hypermestra und Lynkeus als Heroen in einem gemeinsamen Heiligtum verehrt. Ihr Grab lag unweit des Altars von Zeus Phyxius. In Delphi waren von den Argivern gestiftete Statuen der beiden in einem Tempel aufgestellt.

Quellen

Literatur

Commons: Hypermestra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Aischylos Prometheus 865–868
  2. ↑ Apollodor 2,1,5
  3. ↑ Pausanias 2,20,7
  4. ↑ Tragicorum Graecorum Fragmenta III fr. 43–46
  5. ↑ Pausanias 2,19,6
  6. ↑ Pausanias 2,21,1
  7. ↑ Pausanias 2,16,1f
  8. ↑ Maurus Servius Honoratius, Commentarius in Vergilii Aeneida 10,497
  9. ↑ Scholion zu Euripides, Hecuba 869
  10. ↑ Pausanias 10,10,5
  11. ↑ Horaz, Carmina 3,11
  12. ↑ Vers 35
  13. ↑ Hyginus, Fabulae 168; Pausanias 2,21,2
  14. ↑ Pausanias 10,10,2