Die ibug (kurz für Industriebrachenumgestaltung) ist ein Festival für Urban Art, das seit 2006 jährlich in Sachsen stattfindet. Die Macher, ein Team aus ehrenamtlichen Organisatoren und Helfern, suchen sich dafür verfallene, oft zum Abbruch vorgesehene Industriebrachen, die von internationalen Künstlern u. a. mittels Malerei, Graffiti, Illustrationen, Installationen und Multimediakunst umgestaltet werden. Dabei sollen sowohl die Geschichte der Brache als auch ihre Architektur in die Werke einbezogen werden, ohne die Kreativität der Mitwirkenden einzuschränken. Das Ergebnis wird anschließend an mehreren Festival-Wochenenden präsentiert.
Im Jahr 2026 findet das Festival an drei Wochenenden im August und September in den ehemaligen Muskator-Tierfutterwerken in Riesa statt.
Geschichte
Im Jahr 2006 wählte der Graffiti-Künstler Tasso für die erste Ausgabe des Festivals eine Industriebrache der ehemaligen IFA-Werke in Meerane, die bereits vorher Graffiti-Künstlern aus der Region eine legale Möglichkeit bot, ihre Werke zu erschaffen. An dieser ersten Industriebrachenumgestaltung waren dreizehn Graffiti-Künstler beteiligt. Bis 2011 fand die Veranstaltung in verschiedenen verlassenen Industriegebäuden Meeranes statt. Ab 2012 kamen weitere Städte in Westsachsen dazu, darunter Zwickau, Glauchau, Plauen und Crimmitschau. Die Ibug entwickelte sich zu einem weltweit anerkannten Festival für Urban Art. Im Jahr 2016 öffnete man in Limbach-Oberfrohna, anlässlich des „Tag der Sachsen“, erstmals auch für ein zweites Wochenende. 2017 und 2018 fand die ibug in Chemnitz statt.
Nach Angaben der Macher waren bei der ibug 2016 rund 100 nationale und internationale Künstler vertreten. Die Veranstaltung zählte insgesamt mehr als 7000 Gäste.
2018 fand das Festival in der Nadel- und Platinenfabrik des VEB Kombinat Textima in Chemnitz statt und hatte rund 18.000 Besucher. 2019 fand die Veranstaltung in Reichenbach im Vogtland statt. 2020 fand wegen der COVID-19-Pandemie nur eine kleinere Veranstaltung im ehemaligen königlichen Krankenstift in Zwickau statt. 2021 und 2022 gastierte die Ibug in der ehemaligen Buntpapierfabrik in Flöha. Die RAW Betriebsstätten Leipzig-Engelsdorf war 2023 der Gestaltungsort. 2025 erreichte die Ibug im ehemaligen Krankenhaus in der Scheffelstraße 110 in Chemnitz Rekordzahlen mit rund 38.000 Besucherinnen und Besuchern. Über einzelne Objekte wurde aufgrund politischer Themen und den Israelbezug kontrovers diskutiert.
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Gemeinsamer Nenner der Ibug ist die Kunst der Straße und des öffentlichen Raums. Dabei werden auch die Geschichte und die Architektur in die Werke einbezogen. Ein weiterer Faktor ist die Möglichkeit zur Interaktion mit der Umwelt und der Interaktion untereinander. Das gemeinsame Erschaffen eines Gesamtkunstwerkes soll auch zu Verbindungen unter den einzelnen Kreativen führen. Dabei gibt es seitens der Macher keine Vorgaben oder Einschränkungen politischer oder soziokultureller Gedanken. Das Vergängliche ist mit dem Hintergrund der verfallenen Brachen ein unabdingbarer Teil der Arbeit. Streetart ist temporär und so gehört es zum Konzept der ibug, dass die bespielten Areale auf kurz oder lang verschwinden werden.
Termine und Veranstaltungsorte
2006: 17. September 2006, IFA-Brache Merzenberg, Meerane
2007: 1.–2. September 2007, IFA-Brache Rosental, Meerane
2008: 16.–17. August 2008, IFA-Brache Forststraße, Meerane
2009: 28.–30. August 2009, VEB Leuchtenbau, Meerane
2010: 27.–29. August 2010, Textilwerke Palla, Meerane
2011: 2.–4. September 2011, Textilwerke Palla, Meerane
2012: 31. August bis 2. September 2012, Alter Schlachthof, Glauchau
2013: 30. August bis 2. September 2013, Eisenwerk, Zwickau
2014: 29.–31. August 2014, Lederwerk und Tuchfabrik Pfau, Crimmitschau
2015: 28.–30. August 2015, Alte Kaffeerösterei, Plauen-Haselbrunn
2016: 26.–28. August 2016, Ehemaliger VEB Buntfärberei, Limbach-Oberfrohna
2016: 2.–4. September 2016 nochmalige Öffnung zum „Tag der Sachsen“ zur Besichtigung für Kunstinteressierte
2017: 25.–27. August und 1.–3. September, VEB Spezialmaschinenfabrik, Chemnitz
2018: 24.–26. August und 31. August bis 2. September, Nadel- und Platinenfabrik des VEB Kombinat Textima, Chemnitz
2019: 23.–25. August und 30. August bis 1. September, Bahnbetriebswerk, Reichenbach im Vogtland
2020: 28.–30. August und 4.–6. September (Sonderedition), Ehemaliges königliches Krankenstift in Zwickau
2021: 27.–29. August, 3.–5. September und 10.–12. September 2021, ehemalige Buntpapierfabrik in Flöha
2022: 26.–28. August, 2.–4. September 2022 ehemalige Buntpapierfabrik im Flöha
2023: 18.–20./25.–27. August und 1.–3. September, ehemaliges RAW-Gelände Engelsdorf bei Leipzig
2024: 30. August – 1. September und 6.–8. September, ehemalige Muskator-Tierfutterwerke in Riesa
2025: 22.–24./29.–31. August und 5.–7. September, ehemaliges Krankenhaus, Scheffelstraße 110, 09120 Chemnitz
2026: 22./23. August, 29./30. August und 5./6. September, ehemalige Muskator-Tierfutterwerke in Riesa
Galerie
Meerane (2010)
Crimmitschau (2014)
Limbach-Oberfrohna (2016)
Weblinks
Commons: ibug– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
↑Ergebnisse und Erfahrungen aus drei Jahren PlusPunkt KULTUR. Abschlusspublikation zum Projekt PlusPunkt Kultur. Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. 2011, (PDF (Mementodes Originals vom 10. August 2014 im Internet Archive)Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bkj.de, 5MB)
↑IBUg 2007 – Das Graffiti-Kunst- und Kulturereignis des Sommers. In: Amtliche Bekanntmachungen und Mitteilungen der Stadt Meerane. 13. Juli 2007. S. IX. (online, Pressemappe IBUg 2007, abgerufen am 9. August 2014)
↑
Doris Gey: Maroder Architektur-Charme lockt Profi-Sprayer an. In: Freie Presse. 4. August 2008, S. 13. (online, Pressemappe IBUg 2008, abgerufen am 9. August 2014)
↑Farben bringen Meeraner Ruine zum „Leuchten“. In: Freie Presse. 21. August 2009, S. 13. (online, Pressemappe IBUg 2009, abgerufen am 9. August 2014)