| Internationale Studienzentrale für die Erhaltung und Restaurierung von Kulturgut | |
|---|---|
| Rechtsform | Intergovernmental Organization (IGO) |
| Sitz | Rom, Italien |
| Schwerpunkt | Denkmalpflege Restaurierung |
| Aktionsraum | weltweit |
| Geschäftsführung | Webber Ndoro (Generaldirektor) |
| Mitglieder | 137 Mitgliedsstaaten |
| Website | www.ICCROM.org |

Das ICCROM (englisch International Centre for the Study of the Preservation and Restoration of Cultural Property, deutsch Internationale Studienzentrale für die Erhaltung und Restaurierung von Kulturgut) ist eine zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Rom, die sich der Denkmalpflege von Weltkulturerbe-Stätten mittels Training, Information, Forschung, Zusammenarbeit und Förderprogrammen widmet. Das Ziel ist die Förderung der denkmalpflegerischen Restaurierung und die Stärkung des Bewusstseins für die Wichtigkeit und Fragilität des Kulturerbes.
Die Gründung der Studienzentrale erfolgte auf der Basis eines Antrags während der UNESCO-Generalversammlung, die 1956 in Neu-Delhi stattfand. Drei Jahre später wurde sie in Rom angesiedelt. Derzeit hat das ICCROM 137 Mitgliedsstaaten.
Das Aufgabengebiet von ICCROM definiert sich aus einer Reihe von Statuten, welche kurz vor der Gründung der Organisation festgelegt wurden (Überarbeitung: 25. November 2009).
Art. 1 (Zielsetzung und Aufgaben)
Die Internationale Studienzentrale für die Erhaltung und Restaurierung von Kulturgut, nachfolgend genannt „ICCROM“, soll weltweit zur Weiterentwicklung der Konservierung und Restaurierung von Kulturgut beitragen durch Anregung, Weiterentwicklung, Förderung und Verbesserung der Rahmenbedingungen für Konservierung und Restaurierung. ICCROM soll insbesondere die folgenden Funktionen ausführen:
ICCROM erfüllt seine Aufgaben durch Aktivitäten in folgenden Tätigkeitsbereichen: Ausbildung, Verbreitung von Information, Forschung, Kooperation und Advocacy.
Die Organisation leistet einen Beitrag zum Aufbau von Kapazitäten durch die Entwicklung von Ausbildungsmaterial, durch ein weltweites Angebot an Schulungen, sowie durch die Vergabe von Praktika und Stipendien. Seit 1965 bietet die Organisation Fortbildungskurse für Fachkräfte zu einer Vielzahl von Themen an, wie z. B. Konservierung archäologischer Grabungsstätten, Dokumentation und Bestandsaufnahme in der Archäologie, Konservierung und Erhaltung von Bausubstanz, Beiträge zur Entscheidungsfindung in der Denkmalpflege, Management von Kulturgütern, präventive Konservierung in Museen und Risikomanagement für gefährdete Sammlungen. Weitere Ausbildungskurse fokussieren auf spezifischen Materialien wie beispielsweise Stein, Holz oder audiovisuelle Materialien und wieder andere konzentrieren sich auf regionalspezifische Aspekte, wie beispielsweise auf Denkmalpflege im arabischen Raum oder in Südostasien.
Die Bibliothek der Organisation ist eine der weltweit führenden Informationsquellen für Denkmalpflege und Restaurierung von Kulturgütern. Sie umfasst mehr als 120,000 registrierte Quellenangaben und 1.800 Fachzeitschriften in mehr als 60 Sprachen. Darüber hinaus bewahrt das organisationseigene Archiv institutionelle Dokumente, welche bis in die Zeit vor der Gründung der Organisation zurückreichen sowie weit über 200.000 Abbildungen von Kulturgütern weltweit, die im Laufe der Ausbildungstätigkeit sowie der wissenschaftlichen Tätigkeit der Organisation, zusammengetragen worden sind. Die Website vermittelt ein flächendeckendes Angebot an Informationen zu Kursen, Aktivitäten, internationalen Events, Stellenangeboten und Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der Denkmalpflege und Restaurierung.
Die Organisation unterstützt ein umfangreiches Netzwerk von Fachleuten und Einrichtungen im Bereich der Denkmalpflege, mit dessen Hilfe der Austausch im Rahmen von Tagungen und die Entwicklung gemeinsamer Ansätze und Methodologie organisiert und koordiniert werden können. Ferner fördert die Organisation die Festlegung von ethischen Grundlagen sowie die Aufstellung von Kriterien und technischen Normen im Bereich der Konservierungspraxis. Das hauseigene Labor ist ebenfalls ein Orientierungspunkt und stellt eine Ressource für Fachleute, Kursteilnehmer, Praktikanten und Stipendiaten der Organisation dar.
Die Organisation führt alle Aktivitäten in Zusammenarbeit mit einer großen Anzahl von institutionellen und professionellen Partnern durch. Ferner profitieren ICCROM Mitgliedstaaten von gemeinsamen Projekten, Training und technischer Beratung.
Die Organisation verbreitet Unterrichtsmaterial und organisiert Workshops und Konferenzen, die zur Sensibilisierung und Unterstützung der Denkmalpflege seitens der Öffentlichkeit beitragen sollen.
Das Ende des Zweiten Weltkriegs brachte die Notwendigkeit mit sich, Denkmäler und andere Kulturgüter die entweder beschädigt oder zerstört worden waren, wieder aufzubauen. Im selben Zeitraum ließen viele Länder ihre koloniale Vergangenheit hinter sich und strebten danach sich zu industrialisieren, ihre kulturelle Identität zurückzugewinnen und neu zu definieren und begannen Fachleute für die Erhaltung des Kulturguts auszubilden.
Auf internationaler Ebene mangelte es an einem zusammenhängenden Ausbildungsangebot sowie an anerkannten Institutionen, die den einzelnen Nationen bei Wiederaufbau und Schutz ihres Kulturerbes behilflich sein konnten. Aus diesem Grund legte die Vertretung der Schweizer Regierung 1951, während der sechsten Sitzung der UNESCO Generalversammlung, einen Antrag vor, in dem die Einrichtung eines Internationalen Zentrums vorgeschlagen wurde, mit dem Ziel das Studium der Konservierung anzuregen und das Bewusstsein für Konservierungs- und Restaurierungsmethoden auf globaler Ebene zu festigen. Nach Verabschiedung der Resolution (Beschlussfassung) wurde ein Ausschuss von Experten einberufen, der die Rolle und Funktion dieser Institution bestimmen sollte. In der Broschüre die zum 10. Jahrestag der Gründung des Zentrums erschien („The First Decade 1959-1969“, Seiten 12–13), erklärte Hiroshi Daifuku von der Abteilung für Entwicklung des Kulturerbes der UNESCO (Section for the Development of the Cultural Heritage, UNESCO):
Georges Henri Rivière (damals Direktor von ICOM wurde zum Vorsitzenden eines Unterausschusses des Internationalen Ausschusses für Denkmäler der UNESCO ernannt, der sich mit der Gründung des Zentrums beschäftigte. Im Laufe der Erörterung der Vorschläge zur Funktion des Zentrums 25. September 1953) wurde in Betracht gezogen, dass ein solches Organ zum Beispiel:
Diese Aufgaben bildeten die Grundlage für die Satzung des Zentrums. 1956, anlässlich der Neunten Sitzung der UNESCO-Generalkonferenz in Neu-Delhi wurde die Resolution gefasst. 1957 wurde ein Abkommen zwischen der Regierung der Italienischen Republik und der UNESCO unterzeichnet besagtes Zentrum in Rom zu gründen.
Mit Beitritt von fünf Mitgliedsstaaten im Jahr 1958 trat die Satzung in Kraft, damit wurde das Zentrum zum selbstständigen Rechtsträger. Es begann eine Zusammenarbeit mit (anderen) europäischen Konservierungs- und Restaurierungsinstituten, namentlich mit dem Istituto Centrale per il Restauro (ICR, heute ISCR, zentrales Restaurierungsinstitut) in Italien und dem Royal Institute for Restoration of Works of Art (KIK-IRPA) in Belgien. UNESCO berief einen vorläufigen Rat zur Leitung des Zentrums ein, die Eröffnung fand 1959 in Rom statt, unter der Direktion von Harold J Plenderleith, dem renommierten Kurator des British Museums. Der belgische Kunsthistoriker, Paul Philippot wurde zum stellvertretenden Direktor ernannt und die erste Generalversammlung trat 1960 zusammen, in deren Verlauf die ersten regulären Ratsmitglieder gewählt wurden.
Auflistung der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte von ICCROM:

Organe von ICCROM sind die Generalversammlung, der Exekutivrat und das Sekretariat.
Die Generalversammlung setzt sich aus Delegierten aller Mitgliedsstaaten zusammen, die alle zwei Jahre in Rom zusammenkommen, um die Zielsetzung und allgemeine Richtlinien der Organisation zu bestimmen. Sie beschließt über die ihr vorgelegten Programme, genehmigt der Haushaltsplan und wählt die Mitglieder des Rates und den Generaldirektor Die Generalversammlung genehmigt ebenfalls Berichte über das Arbeitsprogramm der Tätigkeiten des Rates und des Sekretariats, legt die Beiträge der Mitgliedstaaten fest und beschließt und überarbeitet die Satzung und Dienstvorschriften von ICCROM, falls erforderlich.
Die Mitglieder des ICCROM-Rats werden weltweit unter den qualifiziertesten Experten aus dem Fachbereich der Denkmalpflege und Restaurierung gewählt. Bei der Wahl der Ratsmitglieder wird auf eine angemessene Repräsentation aller Kulturregionen der Welt geachtet und es werden relevante Spezialbereiche in Betracht gezogen.
Der Rat trifft sich jährlich in Rom.
Das Sekretariat setzt sich aus dem Generaldirektor und Mitarbeitern zusammen. Der Generaldirektor ist verantwortlich für die Durchführung der Aktivitäten im Rahmen der beschlossenen Programme. Die Mitarbeiter decken folgende Bereiche ab: immobiles Kulturgut (Denkmäler, archäologische Stätten, historische Städte etc.), mobiles Kulturgut (beispielsweise Museumssammlungen), Wissen und Kommunikation (Bibliothek, Archiv, Publikationen, Web), Labor, und die Sektoren Finanzen und Verwaltung.
Das ICCROM hat 137 Mitgliedsstaaten (in Klammern der Beginn der Mitgliedschaft):
Seit 1979 wurde die ICCROM-Auszeichnung an Personen vergeben, die einen bedeutenden Beitrag für die Entwicklung der Institution geleistet haben und die sich besondere Verdienste im Bereich der Denkmalpflege, des Schutzes und der Restaurierung von Kulturgütern erworben haben. Dieser Preis wird alle zwei Jahre an einen oder zwei nominierte und durch den Rat gewählte Personen vergeben. Liste vorangegangener ICCROM-Preisträger in alphabetischer Reihenfolge.