
Das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg (kurz IFFMH) findet jährlich im November in den beiden Städten Mannheim und Heidelberg statt und zählt zu Deutschlands wichtigsten Filmfestivals.
Das 1952 in Mannheim als Kultur- und Dokumentarfilmwoche gegründete Filmfestival ist ein Treffen des internationalen Autorenkinos. Seit 1994 ist die Nachbarstadt Heidelberg zweiter Standort. Der Fokus des Festivals liegt auf der Entdeckung und Förderung junger Talente – gezeigt werden hauptsächlich Erst- oder Zweitwerke junger Regisseure. Mit dem „International Newcomer Award“, gestiftet zum zweiten Mal seit 2020 durch die Manfred Lautenschläger-Stiftung, werden talentierte junge Nachwuchsregisseure ausgezeichnet.
Das 75. Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg findet vom 5. bis zum 15. November 2026 statt.
Im Mai 1952 fand die Eröffnung der ersten „Mannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche“ statt. Kurt Joachim Fischer war Gründungsdirektor und der Mannheimer Oberbürgermeister Hermann Heimerich hielt die Eröffnungsansprache.
1960 wurde erstmals auf der Kultur- und Dokumentarfilmwoche in Mannheim der FIPRESCI-Preis vergeben.
Ein Jahr später, 1961, wurde die „Mannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche“ in „Internationale Filmwoche Mannheim“ umbenannt.
1984/1985 geriet die Internationale Filmwoche Mannheim in eine existenzbedrohende Krise, als drastische Einsparungen gefordert wurden. „Nicht zuletzt dank der Protestartikel in den Zeitungen sowie den Wertschätzungen in den anderen Medien werden die Einsparungen letztendlich rückgängig gemacht.“
1991 wurde die „Internationale Filmwoche Mannheim“ in „Internationales Film Festival Mannheim“ umbenannt.
Seit 1992 war Michael Kötz Festivalleiter. Nach erneuten finanziellen Schwierigkeiten konnte die Stadt Heidelberg als Partner gewonnen werden. 1994 wurde dann das „Internationale Film Festival Mannheim“ in „Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg“ umbenannt und findet seitdem in beiden Städten statt.
Neben dem Wettbewerb etablierte sich ab 1996 die neue Sektion „Internationale Entdeckungen“. Der „Projekt-Markt“, der jetzt ebenfalls Filme aus Europa berücksichtigte, wurde integraler Bestandteil des Festivals. Die anvisierten Treffen von Filmemachern und (Co-Produzenten) liefen seit 1997 unter dem Namen „Mannheim Meetings“.
Eine Sonderreihe mit neuen deutschen Lang- und Kurzfilmen machte 2003 auf eine neue Generation von Filmemachern aus Deutschland aufmerksam, darunter Christoph Hochhäusler mit seinem Erstlingsspielfilm Milchwald.
2005 wurde das Festival des deutschen Films von Michael Kötz, Festivalleiter von 1992 bis 2019 des Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg, gegründet.
2008 wurde der „Filmkulturpreis Mannheim-Heidelberg“ zum ersten Mal verliehen. Der nicht dotierte Preis zeichnet Unternehmen, Institutionen und Fernsehfilmredaktionen aus, die wesentlich zur Filmkultur in Deutschland beitragen. 2010 ging der Filmkulturpreis Mannheim-Heidelberg an die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin.
„Die Veranstaltung zieht nach Angaben der Organisatoren jährlich etwa 60 000 Besucher an.“ 2019 übernahm Sascha Keilholz die Festivalleitung mit neuem Team. Damit verbunden war eine komplette Neugestaltung der Corporate Identity des IFFMH, die mit dem German Brand Award ausgezeichnet wurde. Außerdem wurde eine Sektionsstruktur mit neuen, dotierten Preisen geschaffen und das „Cutting Edge Talent Camp“ zur Unterstützung junger Filmschaffender ins Leben gerufen. Das Camp wird von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt. Die Talentförderung bleibt weiterhin zentrales Anliegen des Festivals.
2020 konnte das Festival trotz der Covid-19-Pandemie digital stattfinden. 2021 dann sogar vor Ort mit einer Onlineerweiterung. Erstmals wurde der Grand IFFMH Award verliehen, und zwar an Guillaume Nicloux. Der französische Regisseur und Schriftsteller war ebenso persönlich anwesend wie zwei weitere Gäste, die in Form von Hommagen geehrt wurden: Regisseur Claude Lelouch und Produzentin Bettina Brokemper. Der Neustart des IFFMH wurde von der Presse aufgenommen, z. B. von der FAZ, dem Deutschlandfunk Kultur oder dem Tagesspiegel.
Von vielen erst später berühmt gewordenen Regisseuren wurden hier schon Filme (oft auch Erstlingswerke) gezeigt, darunter François Truffaut, Wim Wenders (1969), Rainer Werner Fassbinder (1969 Uraufführung des Films Katzelmacher), Mike Leigh (1972), Patricio Guzmán, Thomas Koerfer (1973), Krzysztof Kieślowski (1974), Jim Jarmusch (1980), Lars von Trier, Atom Egoyan (1984), Bryan Singer (1993), Guillaume Nicloux (1994), Angela Schanelec, Martin Šulík (1995), Lou Ye (1996) Thomas Vinterberg, Rafi Pitts (1997), Derek Cianfrance (1998), Nicolas Winding-Refn, Luca Guadagnino (1999), Nabil Ayouch, Sarah Gavron (2000), Christian Ole Madsen (2001), Luis Ortega (2002), Felix Van Groeningen (2004) und Ramin Bahrani (2005). Als Gäste oder Jurymitglieder waren unter anderem Fritz Lang (1964), Theodor W. Adorno, Kurt Georg Kiesinger (1965), Bernardo Bertolucci (1966), Werner Herzog (1969), Marcel Reich-Ranicki (1964), Edgar Reitz (2008) und Olivier Assayas (2015) in Mannheim.
Die Spielstätten des Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg.
Vier unabhängige internationale Jurys vergeben aktuell sechs Preise:

Die Jury unter Vorsitz von Edgar Reitz kürte folgende Preisträger:

