
Das Chilenische Antarktisinstitut (span. Instituto Antártico Chileno, Akronym INACH) ist eine 1963 gegründete chilenische öffentliche Einrichtung, die dem chilenischen Außenministerium untersteht und für die wissenschaftliche Forschung, die technologische Entwicklung und die Innovation im chilenischen Antarktisgebiet zuständig ist, das Chile seit 1940 beansprucht.

Seit der offiziellen Anerkennung des chilenischen Antarktisterritorium als Gebiet der Republik Chile im Jahr 1940 gab es noch keine staatliche Einrichtung, die sich ausschließlich mit der wissenschaftlichen Antarktisforschung befasste. Im selben Jahr wurde per Dekret Nr. 1723 festgelegt, dass das Außenministerium für die Bearbeitung und Regelung von Angelegenheiten im Zusammenhang mit der chilenischen Antarktis zuständig war. Die chilenischen Streitkräfte organisierten mit eigenen Mitteln Aktivitäten zur Präsenz, Erforschung und Besetzung des Antarktisgebiets, während verschiedene wissenschaftliche und akademische Einrichtungen begannen, in der Region zu forschen.
In den Jahrzehnten vor der Gründung des INACH verfolgte Chile eine Antarktispolitik, die auf der Bekräftigung seiner territorialen Rechte, der Aufrechterhaltung einer permanenten Präsenz und dem schrittweisen Ausbau wissenschaftlicher Aktivitäten beruhte. 1940 legte die Regierung von Pedro Aguirre Cerda mit dem Dekret Nr. 1747 die Grenzen des chilenischen Antarktisgebiets fest. Seit 1947 wird durch Expeditionen und Antarktisstationen eine ständige Präsenz aufrechterhalten. Die zweite chilenische Antarktisexpedition fand 1948 statt und wurde vom Präsidenten der Republik selbst, Gabriel Gonzalez Videla, zusammen mit der First Lady, Rosa Markmann, geleitet. Chile beteiligte sich auch am Internationalen Geophysikalischen Jahr 1957/58 und war einer der zwölf Gründungsunterzeichner des Antarktisvertrags, der 1959 in Washington, D.C. unterzeichnet und 1961 von Chile ratifiziert wurde. Das Inkrafttreten des Vertrags unterstrich die Bedeutung der wissenschaftlichen Forschung und der internationalen Zusammenarbeit und schuf einen neuen Rahmen für die Organisation der chilenischen Antarktisforschung.
Die Universität von Chile spielte von der ersten chilenischen Antarktisexpedition im Jahr 1947 an, an der Wissenschaftler der Universität teilnahmen, eine bedeutende Rolle in der Antarktisforschung. In der Folge entwickelte die Universität ihr eigenes Antarktisprogramm, das wissenschaftliche Forschung auf dem Kontinent und die Ausbildung spezialisierter Forscher ermöglichte. Dieses Programm trug maßgeblich zur Entwicklung der chilenischen Antarktisforschung in den 1950er und 1960er Jahren bei.
Erst unter Präsident Jorge Alessandri wurde am 10. September 1963 ein Gesetz verabschiedet, das das Chilenische Antarktisinstitut (INACH) offiziell gründete. Die Einrichtung wurde durch Gesetz Nr. 15.266 als technische Agentur des Außenministeriums mit dem Ziel gegründet, die wissenschaftliche und technologische Forschung Chiles in der Antarktis zu planen, zu koordinieren und weiterzuentwickeln. INACH nahm 1964 seine Tätigkeit auf und übernahm nach und nach Aufgaben, die zuvor von verschiedenen Institutionen und Organisationen, darunter dem Antarktisprogramm der Universität von Chile, wahrgenommen worden waren. Im selben Jahr organisierte INACH seine erste wissenschaftliche Antarktisexpedition, an der hauptsächlich Forscher der Universität von Chile teilnahmen.
Das Institut nahm seine Tätigkeit unter der Leitung von Marineadmiral Jorge Araos, dem ersten Direktor des INACH, und Peter Welkner Mattershohn, dem ersten Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung des INACH, auf. In seinen Anfangsjahren verfügte die Einrichtung nur über begrenzte finanzielle und materielle Mittel und hatte keine nennenswerten eigenen Ressourcen. Sie nutzte zunächst geliehene Büroräume anderer staatlicher Einrichtungen, darunter des Außenministeriums und des Ministeriums für öffentliche Arbeiten, und war zudem auf die Unterstützung der chilenischen Streitkräfte angewiesen. Die institutionellen und materiellen Bedingungen waren in dieser frühen Phase entsprechend noch sehr bescheiden.
Mit der Gründung des Antarktispolitischen Rates im Jahr 1978 wurde das INACH ermächtigt, Expeditionen zu organisieren und zu koordinieren, eigene wissenschaftliche Forschungen durchzuführen sowie eigene wissenschaftliche Stationen in der Antarktis zu unterhalten. Dies stellte einen wichtigen Schritt bei der institutionellen Stärkung und Koordinierung der chilenischen Antarktispolitik dar.
In den 1990er Jahren wurde ein Hügel auf der Livingston-Insel in den Südlichen Shetlandinseln nach dem Akronym des Instituts benannt und erhielt den Namen Morro Inach.
Allerdings bestand ein Nachteil darin, dass die Aktivitäten auch in den folgenden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zentral von Santiago aus organisiert und koordiniert wurden. Erst 2003 verlegte das INACH seinen Sitz nach Punta Arenas. Die Verlegung trug zur Dezentralisierung der Institution bei und erleichterte die Durchführung und Koordinierung von Projekten auf lokaler Ebene. Zugleich ermöglichte die geografische Nähe zur Antarktis eine direktere Planung und Entscheidungsfindung sowie eine bessere operative Anbindung an die antarktischen Aktivitäten.

Das chilenische Antarktisinstitut verleiht eine Anerkennungsmedaille an Einzelpersonen und Institutionen, die herausragende Beiträge zur Antarktisforschung und -aktivitäten geleistet haben.