| International Network for Traditional Building, Architecture & Urbanism (INTBAU) | |
|---|---|
| Gründung | 2001 |
| Gründer | Robert Adam |
| Sitz | London, Vereinigtes Königreich |
| Zweck | Förderung traditioneller Architektur, des Bauhandwerks und des nachhaltigen Städtebaus |
| Geschäftsführung | Harriet Wennberg |
| Umsatz | 1.588.795 Pfund Sterling (2025) |
| Beschäftigte | 3 (2025) |
| Freiwillige | 7 (2024) |
| Website | www.intbau.org |
Das International Network for Traditional Building, Architecture & Urbanism (INTBAU, deutsch: Internationales Netzwerk für traditionelles Bauen, Architektur und Stadtplanung) ist eine weltweite, gemeinnützige Organisation zur Förderung traditioneller Architektur, lokaler Bautraditionen und des humanen, nachhaltigen Städtebaus.
Das Netzwerk wurde 2001 auf Initiative des Architekten Robert Adam, des Architekturhistorikers Matthew Hardy und unter Schirmherrschaft des damaligen Prince of Wales (heute König Charles III.) ins Leben gerufen. Die Zentrale (Central Office) der Organisation befindet sich im Gebäude von The Kingʼs Foundation im Londoner Stadtteil Shoreditch.
Die Gründung der Organisation geht auf ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2000 an der damaligen Prince’s Foundation for the Built Environment zurück, das von dem Architekten und Architekturhistoriker Matthew Hardy geleitet wurde. 2001 erfolgte die formelle Gründung als globales Netzwerk. Seit 2004 ist INTBAU im Vereinigten Königreich als unabhängige Bildungsorganisation und eingetragene Wohltätigkeitsorganisation (Charity) registriert. Charles III. fungiert seit der Gründung als Schirmherr (Patron).
INTBAU versteht sich als Gegenbewegung zur rein funktionalistischen oder dogmatisch modernistischen Architektur und setzt sich für den Erhalt regionaler Identitäten in Zeiten der Globalisierung ein.
Die Arbeit der Organisation basiert auf einer gemeinsamen Charta, die 2001 verfasst wurde. Darin heißt es unter anderem:
„Das International Network for Traditional Building, Architecture & Urbanism ist ein aktives Netzwerk von Einzelpersonen und Institutionen, die sich der Schaffung humaner und harmonischer Gebäude und Orte widmen, die lokale Traditionen respektieren. [...] Lokale, regionale und nationale Traditionen bieten Gemeinschaften die Möglichkeit, ihre Individualität im Zuge der fortschreitenden Globalisierung zu bewahren. Durch Tradition können wir unser Identitätsgefühl bewahren und sozialer Entfremdung entgegenwirken.“
Das internationale Netzwerk gliedert sich in nationale oder regionale Sektionen (Chapters). Derzeit existieren Vertretungen in über 40 Ländern, darunter in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Polen, den USA, Kanada, Australien, Brasilien, Mexiko, Indien, Pakistan, Nigeria, Katar und Skandinavien.
Jede Sektion schließt ein Abkommen mit dem internationalen College of Chapters, arbeitet jedoch eigenständig an regionalen Projekten, Ausbildungsinitiativen und Ausstellungen. Viele Sektionen sind eigenständige Vereine in ihren jeweiligen Ländern.
Die deutsche Sektion von INTBAU agiert mit professionellen Akteuren traditioneller Architektur und Baukultur im deutschsprachigen Raum. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Organisation von Tagungen, Exkursionen sowie der Vernetzung von Architekten, Denkmalschützern, Baustoff- und Nachhaltigkeitsexperten sowie Handwerkern, die sich dem Bauen mit regionalen Naturbaustoffen (wie Holz, Ziegel, Naturstein und Lehm) verschrieben haben.
Ein zentrales Anliegen von INTBAU ist die praxisnahe Baukulturausbildung für Studierende der Architektur, der Stadtplanung, des Ingenieurwesens und des Bauhandwerks. Die Organisation veranstaltet und unterstützt weltweit zahlreiche Sommerschulen und Praxis-Workshops:
| Programm | Land | Beschreibung / Inhalt |
|---|---|---|
| Bruges Summer School of Architecture & Crafts | Fünfwöchige Sommerschule für traditionellen Entwurf und Bauhandwerk (in Kooperation mit La Table Ronde de l’Architecture). | |
| Alsace Summer School of Architecture & Crafts | Sommerkurs in Westhoffen (Elsass) mit Schwerpunkt auf europäischer Baukultur, Fachwerkbau und Kalkputzen. | |
| Iberian Traditional Architecture Summer School | Zweiwöchige Sommerschule zur iberischen Tradition im Städtebau und Bauhandwerk. | |
| Let’s Build a Beautiful City | Niederländische Sommerschule zum neoklassischen und traditionellen Städtebau. | |
| Terrachidia Earth Building Workshop | Workshop zur Erhaltung der Lehmarchitektur in den marokkanischen Oasen. | |
| Pono Village Workshops | Zehntägiges Programm für klimagerechtes und traditionelles Bauen in der Provinz Sindh. | |
| Architecture of Palladio Summer School | Kurs zum klassischen Entwerfen und Handzeichnen im Raum Venetien. |
Seit 2020 gibt die spanische Sektion von INTBAU in Zusammenarbeit mit dem Rafael Manzano Preis und finanzieller Unterstützung des Richard H. Driehaus Charitable Trust die dreisprachige (Englisch, Spanisch, Portugiesisch) wissenschaftliche Fachzeitschrift Journal of Traditional Building, Architecture and Urbanism heraus. Die zeitschrift unterliegt einem Peer-Review-Verfahren und publiziert Forschungsergebnisse zur regionalen Bau- und Stadtkultur weltweit.