Indy Racing League 2002

Indy Racing League Championship 2002
Meister
Fahrer: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sam Hornish Jr.
Saisondaten
Anzahl Rennen: 15
< Saison 2001 Saison 2003 >
CART-Saison 2002
Der Indy-500-Siegerwagen von Castroneves. Er gewann das Rennen zum zweiten Mal in Folge.

Die Indy Racing League 2002 war die siebte Saison der US-amerikanischen Indy Racing League und die 81. Meisterschaftssaison im US-amerikanischen Formelsport. Sie begann am 2. März 2002 in Homestead und endete am 15. September 2002 in Fort Worth.

Hintergrund

Die Indy Racing League 2002 war von einer deutlichen Aufwertung der Meisterschaft geprägt. Mit dem Team Penske wechselte erstmals eines der erfolgreichsten Teams des amerikanischen Formelsports von der CART-Serie in die IRL. Zudem engagierte sich Chip Ganassi Racing erstmals mit einem vollständigen Programm in der Meisterschaft. Dadurch stieg das sportliche Niveau der Serie weiter an.

Saisonverlauf

Den Saisonauftakt in Homestead gewann Titelverteidiger Sam Hornish Jr. von Panther Racing. Auch das folgende Rennen in Phoenix entwickelte sich zu einem Duell der neuen Spitzenteams, wobei Hélio Castroneves seinen ersten Sieg der Saison für Penske Racing errang. Bereits in der Anfangsphase der Saison zeichnete sich ab, dass Hornish und Castroneves die wichtigsten Titelkandidaten sein würden. Nach einem weiteren Sieg von Hornish auf dem California Speedway gewann Scott Sharp das Rennen in Nazareth, damit präsentierte sich die Meisterschaft trotz der Dominanz einzelner Fahrer ausgeglichen.

Der Höhepunkt der Saison war traditionell das Indianapolis 500. Das Rennen wurde von mehreren Fahrern angeführt, ehe sich Castroneves in einer spannenden Schlussphase durchsetzte. Wenige Runden vor Rennende kämpfte der Brasilianer mit dem Gaststarter aus der CART-Serie Paul Tracy um die Führung, als nach einem Unfall eine Gelbphase ausgelöst wurde. Die Rennleitung wertete Castroneves als Führenden zum Zeitpunkt der Neutralisation und erklärte ihn zum Sieger. Nach Protesten und einer anschließenden Untersuchung wurde das Resultat bestätigt. Castroneves gewann damit zum zweiten Mal in Folge das Indianapolis 500.

Im weiteren Saisonverlauf entwickelte sich ein enger Kampf zwischen Panther Racing und Penske Racing. Während Hornish in Richmond, Chicagoland und beim Saisonfinale auf dem Texas Motor Speedway weitere Siege errang, punktete Castroneves mit großer Konstanz. Sein Teamkollege Gil de Ferran gewann die Rennen auf dem Pikes Peak International Raceway und in Gateway, so etablierte sich Penske endgültig als Spitzenteam der Serie.

Zu den Überraschungen der Saison gehörten mehrere Fahrer mit ihren ersten IRL-Siegen. Jeff Ward gewann in Fort Worth für Chip Ganassi Racing, Airton Daré siegte in Kansas, Alex Barron entschied das Rennen in Nashville für sich und Felipe Giaffone gewann in Kentucky. Auch Tomas Scheckter feierte auf dem Michigan International Speedway seinen ersten Erfolg in der Serie.

Eine historische Leistung gelang Sarah Fisher, die in Kentucky als erste Frau eine Pole-Position in einer bedeutenden nordamerikanischen Monoposto-Meisterschaft errang.

Vor dem Saisonfinale führte Hornish die Meisterschaft an, musste sich aber weiterhin gegen Castroneves behaupten. Durch seinen fünften Saisonsieg beim letzten Rennen in Texas sicherte sich Hornish endgültig seinen zweiten Meistertitel in Folge. Mit insgesamt fünf Rennsiegen und weiteren Spitzenplatzierungen war er der erfolgreichste Fahrer der Saison.

In der Fahrerwertung gewann Hornish Jr. die Meisterschaft vor Castroneves und De Ferran. Die Saison 2002 gilt als wichtiger Wendepunkt in der Geschichte der Indy Racing League, da mit Penske Racing und Ganassi Racing erstmals etablierte Spitzenteams dauerhaft in die Serie einstiegen und damit die Kräfteverhältnisse im amerikanischen Formelsport nachhaltig veränderten.

Statistik

Rennergebnisse

Nr. Datum Veranstaltung
(Strecke)
Distanz
(Meilen)
Sieger Team Pole-Position
1 2. März Vereinigte Staaten Grand Prix of Miami
(Homestead)
300 Vereinigte Staaten Sam Hornish junior Panther Racing Vereinigte Staaten Sam Hornish Jr.
2 17. März Vereinigte Staaten Bombardier ATV 200
(Phoenix)
200 Hélio Castroneves Penske Racing Helio Castroneves
3 24. März Vereinigte Staaten Yamaha Indy 400
(Fontana)
400 Vereinigte Staaten Sam Hornish Jr. Panther Racing Vereinigte Staaten Eddie Cheever
4 21. April Vereinigte Staaten Firestone Indy 225
(Nazareth)
210,375 Vereinigte Staaten Scott Sharp Kelley Racing Gil de Ferran
5 26. Mai Vereinigte Staaten Indianapolis 500-Mile Race
(Indianapolis)
500 Helio Castroneves Penske Racing Bruno Junqueira
6 8. Juni Vereinigte Staaten Boomtown 500
(Fort Worth)
291 Vereinigte Staaten Jeff Ward Chip Ganassi Racing Tomas Scheckter
7 16. Juni Vereinigte Staaten Radisson Indy 225
(Pikes Peak)
225 Gil de Ferran Penske Racing Gil de Ferran
8 29. Juni Vereinigte Staaten SunTrust Indy Challenge
(Richmond)
187,5 Vereinigte Staaten Sam Hornish Jr. Panther Racing Gil de Ferran
9 7. Juli Vereinigte Staaten Ameristar Casino Indy 200
(Kansas City)
304 Airton Daré A. J. Foyt Enterprises Tomas Scheckter
10 20. Juli Vereinigte Staaten Firestone Indy 200
(Nashville)
260  Alex Barron Blair Racing Vereinigte Staaten Billy Boat
11 28. Juli Vereinigte Staaten Michigan Indy 400
(Michigan)
400 Tomas Scheckter Team Cheever Tomas Scheckter
12 11. August Vereinigte Staaten Belterra Casino Indy 300
(Kentucky)
296 Felipe Giaffone Mo Nunn Racing Vereinigte Staaten Sarah Fisher
13 25. August Vereinigte Staaten Gateway Indy 250
(Madison)
250 Gil de Ferran Penske Racing Gil de Ferran
14 8. September Vereinigte Staaten Delphi Indy 300
(Joliet)
304 Vereinigte Staaten Sam Hornish Jr. Panther Racing Vereinigte Staaten Sam Hornish Jr.
15 15. September Vereinigte Staaten Chevy 500
(Fort Worth)
291 Vereinigte Staaten Sam Hornish Jr. Panther Racing Vítor Meira

Fahrer-Meisterschaft

Pl. Fahrer Punkte
1. Vereinigte Staaten Sam Hornish junior 531
2. Hélio Castroneves 511
3. Gil de Ferran 443
4. Felipe Giaffone 432
5. Vereinigte Staaten Alex Barron 366
6. Vereinigte Staaten Scott Sharp 332
7. Vereinigte Staaten Al Unser jr. 311
8. Vereinigte Staaten Buddy Lazier 305
9. Airton Daré 304
10. Vereinigte Staaten Eddie Cheever 280
11. Vereinigte Staaten Jeff Ward 268
12. Frankreich Laurent Rédon 229
13. Vereinigte Staaten Billy Boat 225
14. Tomas Scheckter 210
15. Vereinigte Staaten Richie Hearn 204
16. Vereinigte Staaten George Mack 184
17. Vereinigte Staaten Robbie Buhl 177
Pl. Fahrer Punkte
18. Vereinigte Staaten Sarah Fisher 161
19. Raul Boesel 158
20. Eliseo Salazar 157
21. Vereinigte Staaten Robby McGehee 142
22. Vereinigte Staaten Buddy Rice 140
23. Vereinigte Staaten Greg Ray 128
24. Vereinigte Staaten Tony Renna 121
25. Vítor Meira 96
26. Vereinigte Staaten Jaques Lazier 90
27. Japan Shigeaki Hattori 78
28. Vereinigte Staaten Rick Treadway 76
29. Vereinigte Staaten Mark Dismore 73
30. Vereinigte Staaten Anthony Lazzaro 70
Vereinigte Staaten Jon Herb 70
32. Japan Hideki Noda 54
33. Australien John de Vries 53
34. Paul Tracy 40
Pl. Fahrer Punkte
35. Vereinigte Staaten Will Langhorne 36
36. Vereinigtes Königreich Dan Wheldon 35
37. Niederlande Arie Luyendyk 30
38. Vereinigte Staaten Michael Andretti 26
39. Vereinigte Staaten Robby Gordon 24
40. Vereinigte Staaten Jimmy Vasser 23
Vereinigte Staaten Tyce Carlson 23
42. Schweden Kenny Bräck 19
43. Italien Massimiliano Papis 16
44. Vereinigtes Königreich Dario Franchitti 11
45. Vereinigte Staaten Billy Roe 9
Memo Gidley 9
Vereinigte Staaten Scott Harrington 9
48. Vereinigte Staaten Cory Kruseman 4
49. Vereinigte Staaten Jeret Shroeder 3
50. Tony Kanaan 2
51. Bruno Junqueira 1
Commons: IndyCar Series 2002 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ indianapolismotorspeedway.com: 2002 INDIANAPOLIS 500 RACE RESULTS, abgerufen am 8. Oktober 2026
  2. ↑ motorsportmagazine.com: 2002 Indy Racing League, abgerufen am 8. Oktober 2026