ISCM Switzerland

Die ISCM Switzerland ist eine nationale Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM). Ihr Ziel ist die Förderung zeitgenössischer Musik. Die ISCM Switzerland ist Mitglied des weltweiten Dachverbandes International Society for Contemporary Music (ISCM/IGNM), der ältesten internationalen Dachorganisation zur Förderung der Neuen Musik.

Geschichte

Die ISCM Switzerland wurde im Oktober 1922 auf Initiative des Winterthurer Mäzens Werner Reinhart als eine der weltweit ersten ISCM-Landessektionen gegründet und in den Schweizerischen Tonkünstlerverein STV/ASM integriert. Reinhart war als 1. ISCM-Generalsekretär bereits massgeblich an der Gründung des Dachverbandes im Juni 1922 beteiligt. Gründungspräsident der ISCM Switzerland war der damalige STV-Präsident, Komponist und Dirigent Volkmar Andreae aus Zürich.

Das Sektionsmandat wird 1922–95 vom Schweizerischen Tonkünstlerverein STV/ASM, 1996–2025 von der Schweizerischen Gesellschaft für Neue Musik SGNM/SSMC und ab 2025 von der Schweizer Musikedition SME/EMS geführt.

Von 1975 bis 1981 stellte die ISCM Switzerland mit Jacques Guyonnet den ersten und bisher einzigen Schweizer ISCM-Präsidenten.

Aus dem Umfeld der ISCM Switzerland wurden bisher drei Schweizer zu ISCM-Ehrenmitgliedern gewählt: der Dirigent Paul Sacher (1971), der Komponist Klaus Huber (1994) und der Musikwissenschaftler Anton Haefeli (2020).

Präsidenten (Antrittsjahr in Klammern)

Die ISCM Switzerland war unter anderem dafür besorgt, dass die ISCM World New Music Days (Weltmusiktage) sechsmal in der Schweiz stattfanden: 1926, 1929, 1957, 1970, 1991 und die ISCM World Music Days 2004, letztere unter der Leitung von Mathias Steinauer. In die Annalen der Weltmusiktage in der Schweiz fallen mehrere musikgeschichtlich bedeutende Uraufführungen, darunter 1926 die viel beachtete Uraufführung von Anton Weberns 5 Orchesterstücken op. 10 unter der Leitung des Komponisten, und 1957 in Zürich die szenische Uraufführung von Arnold Schönbergs Opernfragment Moses und Aron. 1957 wurde – ebenfalls in Zürich – erstmals in der Geschichte der ISCM-Weltmusiktage elektronische Musik gespielt.

ISCM Weltmusiktage in der Schweiz

Quelle:

Bedeutende Aufführungen und Uraufführungen an den ISCM Weltmusiktagen in der Schweiz

Quelle:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Thomas Meyer: World Music Days Zürich 1991 / Weltmusiktage Zürich 1991 – Programm. Schlieren 1991, S. XVI
  2. ↑ Gründungsbestätigung IGNM Schweiz, Brief von Werner Reinhart vom 31. Oktober 1922, S. 1, mit freundlicher Genehmigung der Stadtbibliotheken Winterthur
  3. ↑ Gründungsbestätigung IGNM Schweiz, Brief von Werner Reinhart vom 31. Oktober 1922, S. 2, mit freundlicher Genehmigung der Stadtbibliotheken Winterthur
  4. ↑ Gründungsbestätigung IGNM Schweiz, Brief von Werner Reinhart vom 31. Oktober 1922, S. 3, mit freundlicher Genehmigung der Stadtbibliotheken Winterthur
  5. ↑ Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 621
  6. ↑ Thomas Meyer: World Music Days Zürich 1991 / Weltmusiktage Zürich 1991 – Programm. Schlieren 1991, S. XVI
  7. ↑ Zur Geschichte der Schweizerischen Gesellschaft für Neue Musik - institutionelle Verflechtungen im Bereich der neuen Musik, musikzeitung.ch, 22. April 2026.
  8. ↑ Schweizer Musikzeitung, 2. Juli 2025
  9. ↑ Liste der ISCM-Präsidenten
  10. ↑ Liste der ISCM-Ehrenmitglieder
  11. ↑ Schweizer Musikzeitung, 18. Dezember 2013
  12. ↑ Schweizer Musikzeitung, 2. Juli 2025
  13. ↑ Liste aller ISCM World New Music Days
  14. ↑ Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 146
  15. ↑ Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 514
  16. ↑ Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 513
  17. ↑ Liste aller ISCM World New Music Days
  18. ↑ Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 479–609