Als ISM-Bänder (Industrial, Scientific and Medical Band) werden Frequenzbereiche bezeichnet, die durch Hochfrequenz-Geräte in Industrie, Wissenschaft, Medizin, in häuslichen und ähnlichen Bereichen lizenzfrei und meist genehmigungsfrei genutzt werden können. Entsprechende ISM-Geräte wie Mikrowellenherde und medizinische Geräte zur Kurzwellenbestrahlung benötigen dabei nur eine allgemeine Zuteilung der Frequenzverwaltung, beispielsweise in Deutschland.
Einige ISM-Bänder werden auch zum Beispiel für Audio- und Videoübertragungen oder Datenübertragungen wie WLAN oder Bluetooth verwendet, ohne dass es für diese Nutzung einer Einzel-Frequenzzuteilung bedarf. Diese sind allerdings keine ISM-Anwendungen und unterliegen eigenen Bestimmungen (siehe Short Range Devices). Durch die gemeinsame Nutzung kann es in den besonders häufig genutzten Bändern, wie etwa dem 433-MHz- und dem 2,4-GHz-Band, leicht zu Störungen zwischen verschiedenen Geräten kommen.
Die Nutzung dieser Frequenzbereiche sowohl für ISM-Zwecke als auch für Funkanwendungen ist in sogenannten Allgemeinzuteilungen geregelt. Diese können, neben Allgemeinzuteilungen für andere Frequenzen und Zwecke, auf der Internetseite der Bundesnetzagentur eingesehen werden.
ISM-Bänder
Folgende Frequenzbereiche sind durch die VO Funk weltweit als ISM-Bänder ausgewiesen:
Anwendungen in diesen ISM-Bändern bedürfen einer Genehmigung der jeweils regionalen Autoritäten. Diese können Einschränkungen zum Beispiel in Bezug auf kooperative Funkprotokolle enthalten. Die Genehmigung kann auch pauschal erteilt werden.
Typ B
Einzelne Länder weisen daneben auch noch weitere Bereiche aus. So sind etwa in der Bundesrepublik Deutschland der Bereich von 9–10kHz und die Frequenz 150MHz (149,995–150,005MHz) zusätzlich als ISM-Bänder freigegeben. Rechtlich anders gestellt, aber oft mit einem ISM-Band verwechselt ist das SRD-Band von 863bis 870MHz, das europaweit exklusiv für Funkkommunikation mit kurzer Reichweite reserviert worden ist. Für den internationalen Einsatz werden daher oft Geräte angeboten, die wahlweise auf 433MHz (ISM-Band Region1), 868MHz (SRD-Band Europa) oder 915MHz (ISM-Band Region2) arbeiten.
Die Frequenzbereiche sind in der Regel anderen Funkdiensten auf primärer oder sekundärer Basis zugewiesen. So befindet sich beispielsweise das komplette 433-MHz-ISM-Band innerhalb des 70-cm-Amateurfunkbandes, in dem der Amateurfunkdienst Primärstatus hat. Je nach Land haben die Nutzer dieser Bänder Störungen, die durch ISM-Anwendungen verursacht werden, hinzunehmen (z.B. Österreich) oder auch nicht. Laut BNetzA dürfen Primär- und Sekundärnutzer von ISM-Anwendungen nicht gestört werden.
Mikrowellenherde (weltweit: 2,455GHz; industrielle in manchen Gebieten, etwa in den USA auch um 915MHz)
Nahbereichsradar für PKW (24 und 60GHz) (nicht zu verwechseln mit 24GHz UWB-Radar)
Modellbau-Fernsteuerungen (27, 35, für Flugmodelle 40,6MHz, und 2,4GHz, teilweise außerhalb der ISM-Bänder nach deutscher Allgemeinzuteilung)
RFID-Anwendungen (Funketiketten) – sicherheitsrelevante Anwendungen und Smart Tags häufig bei 13,56MHz, Türöffner oft bei 433MHz oder 2,4GHz; allgemein werden auch folgende Frequenzen verwendet:
Langwelle (LF, 30–500kHz), insbesondere 125, 134, 250, 375, 500, 625, 750 und 875kHz.