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| Bereich | Informationstechnik | ||
| Titel | Informationssicherheit, Cybersicherheit und Datenschutz - Informationssicherheitsmanagementsysteme - Anforderungen | ||
| Letzte Ausgabe | 2022-10 | ||
| Klassifikation | 03.100.70, 35.030 | ||

Die internationale Norm ISO/IEC 27001 Information technology – Security techniques – Information security management systems – Requirements spezifiziert die Anforderungen für Einrichtung, Umsetzung, Aufrechterhaltung und fortlaufende Verbesserung eines dokumentierten Informationssicherheits-Managementsystems unter Berücksichtigung des Kontexts einer Organisation. Darüber hinaus beinhaltet die Norm Anforderungen für die Beurteilung und Behandlung von Informationssicherheitsrisiken entsprechend den individuellen Bedürfnissen der Organisation. Hierbei werden sämtliche Arten von Organisationen (z. B. Handelsunternehmen, staatliche Organisationen, Non-Profit-Organisationen) berücksichtigt. Die Norm wurde auch als DIN-Norm veröffentlicht und ist Teil der ISO/IEC 2700x-Familie.
Die Norm spezifiziert Anforderungen für die Implementierung von geeigneten Sicherheitsmechanismen, welche an die Gegebenheiten der einzelnen Organisationen adaptiert werden sollen. Der deutsche Anteil an diesem internationalen Normungsprojekt wird vom DIN NIA-01-27 IT-Sicherheitsverfahren betreut.
Die ISO/IEC 27001 wurde entworfen, um die Auswahl geeigneter Sicherheitsmechanismen zum Schutz sämtlicher Werte (Assets) in den Wertschöpfungsketten sicherzustellen. Sie besteht aus zehn Hauptkapiteln, die von 93 normativ bindenden Bestimmungen im Anhang ergänzt werden. Diese werden in der Norm ISO/IEC 27002 genauer erläutert.
In der ISO/IEC 27001 sind Vorgaben zu folgenden und weiteren Bereichen festgehalten:
Risikomanagement: Bewertung aller für die Informationssicherheit relevanten Werte und mit diesen zusammenhängenden Risiken, die die Verfügbarkeit, Integrität oder Vertraulichkeit von Daten beeinflussen. Zu bewerten sind neben Programmen und physischen Objekten auch Prozesse und Personen bzw. deren Funktionen. Danach wird ein Risikoakzeptanzniveau festgelegt und für Werte, die dieses überschreiten, sind Maßnahmen festzulegen.
Rollen: Meist wird die Norm durch die Ernennung eines sogenannten ISB (Informationssicherheitsbeauftragter) umgesetzt, der gegenüber dem Management eine direkte Berichts- und Beratungsfunktion wahrnimmt und bei allen die Informationssicherheit betreffenden Belangen einzubeziehen ist. Allerdings ist ein solcher nicht normativ verpflichtend, da lediglich eine Rolle gefordert wird, die an die Leitungsebene berichtet, weshalb die Verantwortung auch von einem Gremium übernommen werden kann.
Lieferantenmanagement: Es ist eine Bewertung der Lieferanten erforderlich und es sind bei kritischen und hoch kritischen Lieferanten Maßnahmen zu treffen. Die genaue Festlegung der Kriterien und der Maßnahmen obliegt der Organisation, die die ISO/IEC 27001 implementiert.
Umgang mit Sicherheitsereignissen und Vorfällen: Es sind Prozesse zur Meldung und Behandlung von Sicherheitsereignissen zu definieren. Potenzielle Notfälle müssen analysiert werden, und es sind Maßnahmen zur Behandlung von besonders kritischen Szenarien zu erstellen.
Technische Gegebenheiten: Die Norm schreibt explizit die Verwendung einiger technischer Maßnahmen (z. B. zeitgemäßer Kryptographie) vor, jedoch sind die meisten Vorgaben der ISO/IEC 27001 organisatorischer Natur.
Geschäftskontinuität: Um die Kontinuität des Geschäfts sicherzustellen sind potenzielle Auswirkungen von verschiedenen Ereignissen zu analysieren. Dies geschieht praktisch meist durch eine BIA (Business Impact Analysis).
Kontinuierliche Verbesserung: Das Informationssicherheitsmanagementsystem ist kein starres Konstrukt, das einmal implementiert werden kann und dann nie wieder verändert werden muss, stattdessen ist eine kontinuierliche Verbesserung vorgesehen. Diese wird unter anderem durch verpflichtende Überprüfungen durch eine fachkundige Person und eine Bewertung durch das Management getrieben.
Die ISO/IEC 27001 soll für verschiedene Bereiche anwendbar sein, insbesondere:
1. Formulierung von Anforderungen und Zielsetzungen zur Informationssicherheit:
2. Management von Sicherheitsrisiken:
3. Gewährleistung der Konformität mit Gesetzen und Regulierungen:
4. Implementierung und Management von Maßnahmen zur Sicherstellung von spezifischen Zielen zur Informationssicherheit:
5. Identifikation und Definition von bestehenden sowie neuen Informationssicherheits-Managementprozessen:
6. Verwendung durch interne und externe Auditoren:
Viele (Groß-)Firmen haben interne Sicherheitsrichtlinien. Mithilfe von internen Überprüfungen (auch Audit genannt) können diese Unternehmen ihr Vorgehen im Vergleich zu ihren eigenen Standards überprüfen. Dennoch ist es schwierig, ihre Kompetenzen im Bereich der IT-Sicherheit öffentlichkeitswirksam zu präsentieren, insbesondere gegenüber potenziellen Kunden. Aus diesem Grund kann z. B. eine Zertifizierung nach anerkannten Standards wie nach ISO/IEC 27001, ISO/IEC 27001-Zertifikat auf Basis von IT-Grundschutz oder nach IT-Grundschutz sinnvoll sein.
Organisationen haben verschiedene Möglichkeiten, die Konformität zu einer Norm zu demonstrieren:
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die ISO selbst keine Zertifizierung durchführt, sondern lediglich Standards hierfür festlegt.
Es existieren verschiedene, meist modulare, Schemata zur Ausbildung und Zertifizierung von Personen im Bereich der ISO/IEC 27000-Reihe. Diese werden von unterschiedlichen Zertifizierungsunternehmen gestaltet, siehe Liste der IT-Zertifikate.