| International Work Group for Indigenous Affairs (IWGIA) | |
|---|---|
| Gründung | 1968 |
| Sitz | Kopenhagen |
| Zweck | Indigene Rechte schützen |
| Schwerpunkt | Indigenenrechte, Menschenrechte, Landrechte, Umweltschutz, Klimaschutz, global gouvernance |
| Aktionsraum | global |
| Beschäftigte | 18 (2019) |
| Website | www.iwgia.org |


Die International Work Group for Indigenous Affairs (IWGIA) ist eine unabhängige, gemeinnützige, internationale Menschenrechts-Mitgliedsorganisation, deren zentrales Ziel darin besteht, die kollektiven Rechte der indigenen Völker weltweit zu unterstützen und zu fördern. Gegründet 1968, ist die IWGIA als gemeinnützige Organisation in Dänemark registriert, mit Sitz des Sekretariats in Kopenhagen. Arbeitsschwerpunkte sind indigene Rechte weltweit.
Die Gründung der IWGIA wurde erstmals im August 1968 auf dem 38. Internationalen Kongress der Amerikanisten (International Congress of Americanists) in München und Stuttgart vorgeschlagen und initiiert. Sie entstand als Kooperation von akademischen Anthropologen und Menschenrechtsaktivisten und widmete sich zunächst den Gefährdungen indigener Gruppen im Amazonbecken durch rasche Industrialisierung und Besiedlung. Ein Netzwerk für indigene Interessenvertretung wurde zuerst in Brasilien und Paraguay aufgebaut; später weitete die IWGIA ihre Tätigkeiten auf indigene Völker in ganz Amerika sowie anschließend auf alle Kontinente aus. Seit dem 28. Mai 2000 besteht die IWGIA als Mitgliedsorganisation, deren Mitglieder einen jährlichen Beitrag zur Finanzierung leisten.
Im Jahr 2019 verbesserte sich die statistische Datengrundlage zu indigenen Völkern weltweit: Die International Labour Organization (ILO) veröffentlichte eine untere Schätzung von 476 Mio. indigenen Menschen weltweit. Die IWGIA wurde in dem Bericht zitiert, während die World Bank und die ILO anerkennen, dass indigene Völker zwar nur ~6 % der Weltbevölkerung stellen, aber ~15 % der extrem Armen weltweit ausmachen. Die IWGIA unterstützt indigene Organisationen durch ihre regionalen und thematischen Programme. Ab Dezember 2019 änderte die IWGIA ihr institutionelles Fokusmodell von den drei Regionalprogrammen Afrika, Lateinamerika und Asien sowie einem Länderprogramm in der Russischen Föderation zu vier thematischen Programmen: Klima, Landrechte, indigene Menschenrechtsverteidiger in Risikolagen sowie globale Governance. Zusätzlich bestehen Programme zu Kommunikation & Dokumentation sowie zu Allianzen & Engagement.
IWGIA spielte eine beratende und dokumentierende Rolle bei der Entwicklung des ILO-Übereinkommens Nr. 169 (1989) und später bei der UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker (2007).
Die IWGIA unterstützt auch sehr konkret einzelne Menschenrechtsgruppen, auch dort, wo Genozide stattfanden oder stattfinden. Beispielsweise dokumentiert die Organisation seit den 1970er Jahren die Situation indigener Völker in Guatemala und Mittelamerika und hat in mehreren Veröffentlichungen auf Rigoberta Menchús Rolle in der internationalen indigenen Bewegung Bezug genommen.
Das Publikationsprogramm der IWGIA wurde in die Bereiche Kommunikation und Dokumentation integriert und umfasst unter anderem das Jahrbuch The Indigenous World sowie verschiedene Bücher, Menschenrechtsberichte, Briefingpapiere, Handbücher und Videos – hauptsächlich in Englisch und Spanisch.
Jens Dahl: IWGIA: a history; ISBN 978-87-91563-52-2, IWGIA, 2009
Regelmäßige Publikationen umfassen:
Die International Work Group for Indigenous Affairs arbeitet intensiv mit Partnerorganisationen, hier eine kleine Auswahl: