Ian Buruma

Ian Buruma (2006)

Ian Buruma (geboren 28. Dezember 1951 in Den Haag, Niederlande) ist ein anglo-niederländischer Schriftsteller, Journalist und Kommentator mit dem Spezialgebiet Asien. Von 2017 bis September 2018 war er Chefredakteur der New York Review of Books.

Leben

Buruma wurde in den Niederlanden geboren und ist der Sohn eines niederländischen Vaters und einer englischen Mutter. Sein Vater wurde 1943 als Zwangsarbeiter nach Berlin verschleppt, wo er in einer Fabrik der Knorr-Bremse AG arbeitete, und konnte sein Jurastudium an der Universität Utrecht erst 1945 fortsetzen. Sein Großvater war Geistlicher einer Mennoniten-Gemeinde in Nijmegen. Ian Buruma studierte chinesische Literatur in Leiden und anschließend japanischen Film an der Nihon-Universität in Tokio. Danach hatte er verschiedene Positionen als Redakteur und Dozent inne und publizierte unter anderem in dem US-amerikanischen Magazin The New York Review of Books.

Er hielt fellowships am Woodrow Wilson Institut für Geisteswissenschaften, Washington, D.C. und am St Antony’s College, Oxford. 2003 wurde Buruma Professor für Demokratie, Menschenrechte und Journalismus am Bard College in New York. Seit 2005 lebt er in New York. Sein Porträt des Jahres 1945 sei „ein lesenswertes, informations- und perspektivenreiches“ Buch mit „vielen erhellenden Schlaglichtern“, urteilte Ulrich Baron.

Buruma sorgte 2018 für einen Eklat, indem er einen „selbstmitleidigen“ (self-pitying, Laura Kipnis) Artikel des wegen sexueller Übergriffe beschuldigten kanadischen Popsängers Jian Ghomeshi veröffentlichte, ohne vorher seine Redaktionskollegen einzubeziehen. Er selbst kündigte daraufhin seinen Vertrag gegenüber dem Verleger Rea S. Hederman.

Preise und Auszeichnungen

2008 wurde Buruma mit dem Erasmuspreis ausgezeichnet. 2018 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Ebenfalls 2018 wurde er als auswärtiges Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen.

Schriften (Auswahl)

Martin Amis und Ian Buruma, 2007 New Yorker Festival

Literatur

Commons: Ian Buruma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Ed Pilkington: New York Review of Books editor Ian Buruma departs amid outrage over essay. In: The Guardian. 19. September 2018.
  2. ↑ Ian Buruma: '45. Die Welt am Wendepunkt. München 2014, S. 14.
  3. 1 2 Ulrich Baron: Und-die-Zeit-stand-still. In: Die Welt. 18. April 2015.
  4. ↑ Ian Buruma: '45. Die Welt am Wendepunkt. München 2014, S. 12.
  5. ↑ Ianburuma.com (Memento des Originals vom 30. März 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. ↑ Laura Kipnis: The Perils of Publishing in a #MeToo Moment. In: The New York Times. 25. September 2018.
  7. ↑ Gina Thomas: Wer hat die Wut verdient? In: FAZ. 27. September 2018, S. 9
    Harald Staun: Der Mob und die Männer. In: FAZ. 7. Oktober 2018, S. 45.
  8. ↑ Honorary Members: Ian Buruma. American Academy of Arts and Letters, abgerufen am 7. März 2019.
  9. ↑ Philippe Sands: Two lives in camouflage. Rezension. In: Financial Times. 13. Februar 2016, S. 8.