Dieser Artikel beschreibt das Dorf, zum gleichnamigen Trockental siehe Iberkoum (Trockental).
Lage von Iberkoum in Niger
Iberkoum (auch: Ebourkoum, Iberham, Iberkom) ist ein Dorf in der Landgemeinde Iférouane in Niger.
Geographie
Das Dorf befindet sich rund 22 Kilometer südöstlich des Hauptorts Iférouane der gleichnamigen Landgemeinde und des gleichnamigen Departements Iférouane, das zur Region Agadez gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Iberkoum zählen Tanout Mollat im Nordwesten und Faodet im Südosten.
Der Naturforscher Angus Buchanan besuchte Iberkoum bei seiner Aïr-Expedition im Juni 1920. Er beschrieb das Dorf als in einem fruchtbaren Tal mit grünen Büschen gelegen, mit einigen wenigen Steinhütten zwischen den nackten Felsen und ein paar Dattelpalmen.
In mehreren Gemeinden der Region Agadez wurde von 2012 bis 2016 ein Projekt zur Stärkung der Gesundheitsinfrastruktur durchgeführt, mit dem die Mütter- und Kindersterblichkeit verringert werden sollte. In diesem Rahmen finanzierte das Außenministerium Luxemburgs eine Verbesserung der Ausstattung der Gesundheitshütte (Case de Santé) in Iberkoum. Eine 2025 durchgeführte Untersuchung der nigrischen Regierung mit Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen stufte Iberkoum als einen der 1285 Orte in Niger ein, die in Hinblick auf die Ernährungssicherheit äußerst verwundbar waren.
Bevölkerung
Bei der Volkszählung 2012 hatte Iberkoum 116 Einwohner, die in 28 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 237 in 44 Haushalten und bei der Volkszählung 1988 belief sich die Einwohnerzahl auf 53 in 11 Haushalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Bei Iberkoum wird Bewässerungslandwirtschaft betrieben. Von Oktober bis Mai nutzen Tuareg-Viehhirten der Gruppe Kel Aghazar die Weideflächen bei der Siedlung. Viehzüchter-Familien aus Iberkoum halten sich vor allem im Winter im nahegelegenen Etaghass auf. Mit einer Case de Santé ist eine einfache Gesundheitshütte in Iberkoum vorhanden. Es gibt eine Schule.
↑Franck Giazzi:Les conséquences des écoulements de surface et des processus éoliens sur la dynamique de l’environnement. In: Franck Giazzi (Hrsg.): La Réserve Naturelle Nationale de l’Aïr et du Ténéré (Niger). La connaissance des éléments du milieu naturel et humain dans le cadre d’orientations pour un aménagement et une conservation durables. Analyse descriptive. Union internationale pour la conservation de la nature et de ses ressources, Gland 1996, ISBN 2-8317-0249-6, S.80.
↑Angus Buchanan:Exploration of Aïr. Out of the World North of Nigeria. Mit einer Einleitung von Lord Rothschild. John Murray, London 1921, S.192 (archive.org[abgerufen am 11.Oktober 2026]).
↑Recensement Général de la Population 1988: Répertoire National des Villages du Niger. Bureau Central de Recensement, Ministère du Plan, République du Niger, Niamey März 1991, S.28 (web.archive.org[PDF; abgerufen am 15.August 2026]).
↑Issouf Bayard, Franck Giazzi:Populations et activités économiques au sein de la Réserve Naturelle Nationale de l’Aïr et du Ténéré. In: Franck Giazzi (Hrsg.): La Réserve Naturelle Nationale de l’Aïr et du Ténéré (Niger). La connaissance des éléments du milieu naturel et humain dans le cadre d’orientations pour un aménagement et une conservation durables. Analyse descriptive. Union internationale pour la conservation de la nature et de ses ressources, Gland 1996, ISBN 2-8317-0249-6, S.577.
↑Franck Giazzi:Les conséquences des écoulements de surface et des processus éoliens sur la dynamique de l’environnement. In: Franck Giazzi (Hrsg.): La Réserve Naturelle Nationale de l’Aïr et du Ténéré (Niger). La connaissance des éléments du milieu naturel et humain dans le cadre d’orientations pour un aménagement et une conservation durables. Analyse descriptive. Union internationale pour la conservation de la nature et de ses ressources, Gland 1996, ISBN 2-8317-0249-6, S.102.