Ibn Butlan

Ibn Butlan (arabisch ابن بطلان; mit vollem Namen Abu l-Hasan al-Muchtar ibn al-Hasan ibn ʿAbdun ibn Saʿdun ibn Butlan / أبو الحسن المختار بن الحسن بن عبدون بن سعدون بن بطلان / Abū l-Ḥasan al-Muḫtār bin al-Ḥasan bin ʿAbdūn bin Saʿdūn bin Buṭlān; * ? Bagdad; † um 1065 in Antiochien), genannt unter anderem auch Elluchasem Elimithar, war ein irakischer christlicher (nestorianischer) Arzt und Verfasser des medizinischen Werkes Taqwim as-sihha / تقويم الصحة / taqwīm aṣ-ṣiḥḥa.

Ibn Butlan und zwei seiner Schüler. Autorenbild aus dem Wiener Tacuinum Sanitatis, fol. 4. recto (1390)

Leben

Abu l-Hassan Ibn Butlan war in Bagdad Schüler des Ibn at-Tayyib († 1043), eines christlichen Mönches, der später Presbyter der auch als Nestorianer bekannten Assyrischen Kirche des Ostens und Geheimschreiber des Patriarchen Elias I. wurde. Butlan wechselte mit dem ägyptischen Arzt Ali ibn Ridwan mehrere Streitschriften und suchte diesen nach Aufenthalten in Mosul, Dijar Bekr und Aleppo persönlich in Kairo auf. Danach reiste er über Konstantinopel nach Antiochien, wo er schließlich in ein Kloster eintrat und dort den Taqwim as-sihha (lat. Tacuinum sanitatis in medicina; deutsch später auch Schachtafeln der Gesundheit) und während seiner letzten Lebensjahre weitere heilkundliche Werke verfasste. Er starb um 1064.

Nachwirkungen

Über hundert Jahre später erwähnte der syrische Emir Usama in seiner Autobiografie Anekdoten um den Arzt Butlan in Aleppo. Von dessen Hauptwerk Taqwim as-sihha sind neun arabische Handschriften überliefert und 17 Übertragungen ins Lateinische. Der Übersetzer ist zwar unbekannt, aber Auftraggeber war König Manfred von Sizilien (13. Jahrhundert). Heute sind vor allem zahlreiche gekürzte illustrierte Fassungen bekannt, die auf dieser Übersetzung beruhen.

Abweichende Schreibungen des Namens sind: Elbochasim de Baldach (Baldach ist mittellateinisch für „Bagdad“), Ububchasym de Baldach, Eluchasem Elimitar, Albulkasem de Baldac. Es handelt sich um Abkürzungen oder missglückte Übersetzungen.

Schriften, Ausgaben und Übersetzungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Ferdinand Wüstenfeld: Geschichte der Arabischen Aerzte und Naturforscher. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1840, S. 78.
  2. 1 2 Tacuinum sanitatis in medicina – Glanzlichter der Buchkunst, Band 13. Kommentar von Franz Unterkircher. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 2004, ISBN 3-201-01831-7, S. 8 f.
  3. ↑ Hans Zotter: Das Buch vom gesunden Leben. Die Gesundheitstabellen des Ibn Buṭlān in der illustrierten deutschen Übertragung des Michael Herr. Nach der bei Hans Schott erschienenen Ausgabe Straßburg 1533. Mit 32 getreuen Farbwiedergaben aus dem Tacuinum sanitatis Codex Vindobonensis 2396. Akademisch Druck- und Verlagsanstalt, Graz, Austria 1988, ISBN 3-201-01433-8, S. 27 und 156.
Personendaten
NAME Ibn Butlan
ALTERNATIVNAMEN Ibn Botlan; Abu'l Hasan al Muhtar ibn al Hasan ibn Abdun ibn Sa'dun ibn Butlan; Elbochasim de baldach; Elluchasem elimithar; Albulkasem de Baldac
KURZBESCHREIBUNG mittelalterlicher christlich-nestorianischer Arzt
GEBURTSDATUM 10. Jahrhundert oder 11. Jahrhundert
GEBURTSORT Bagdad
STERBEDATUM um 1064
STERBEORT Antiochien