Ibn Hibbān

Abū Ḥātim Muḥammad b. Ḥibbān b. Aḥmad b. Ḥibbān al-Tamīmī al-Bustī (arabisch ابو حاتم محمد بن حبان البستي) (geb. um 270/884; gest. 354/965) war ein arabischer Philologe, schafi'ītischer Rechtsgelehrter, Mudschtahid, Hadithgelehrter (spezialisiert im Bereich ʿIlm ar-ridschāl), Qādī, islamischer Historiker, Mediziner und Astronom in Chorasan und Samarqand aus Bost.

Leben

Er wurde in Bost, im heutigen Afghanistan, etwa 270 n.H./884 n.C. geboren, und verbrachte dort seine Jugend und kehrte erst in hohem Alter zurück, wo ihn viele Gelehrte besuchten, um von ihm das Überlieferungsrecht zu erhalten. Er wurde neben seinem Haus begraben. Er war vom Stamm der Banu Tamim. Er reiste im Streben nach islamischem Wissen nach Chorasan, in die Levante, nach Ägypten, dem Iraq, nach Dschazīra, Nischapur, und Basra. Er studierte bei an-Nasāʾī in Ägypten, und bei Abū Yaʾlā al-Mauṣilī in Mossul, bei Ibn Khuzayma in Nischapur, bei Ibn Qutaiba in Aschkelon, und vielen anderen. Zu seinen Schülern gehören Ibn Manda und Al-Hākim al-Naysābūrī. In Samarqand, Nischapur, und Nisa war er Lehrer und Qādī. Er hinterließ eine Bibliothek, jedoch ging das meiste davon verloren.

Theologie

Wegen seiner Aussage, dass Prophetentum aus Taten und Wissen bestünde und Allah keine Grenzen habe, wurde er der Ketzerei beschuldigt und aus Chorasan vertrieben. Ibn Kathīr bezweifelt, dass er ersteres gesagt habe. Adh-Dhahabī verteidigte ihn und sagte, dass die erste Aussage nicht absolut gemeint sei, und dass die Beschuldigung genauso Ketzerei sei, da es weder einen positiven noch negativen Koranvers über solche mehrdeutige Aussagen gebe.

Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Ibn Kathīr, B. 11, S. 659
  2. ↑ Scott C. Lucas: Constructive Critics, Ḥadīth Literature, and the Articulation of Sunnī Islam The Legacy of the Generation of Ibn Saʻd, Ibn Maʻīn, and Ibn Ḥanbal. Brill Academic Publishers, 2004, ISBN 978-90-04-13319-8, S. 91 (englisch).
  3. ↑ Ibn Taymiyyah: Diseases Of The Hearts And Their Cures. IslamKotob, S. 156 (englisch, google.com).
  4. ↑ Routledge (Hrsg.): Encyclopedia of Arabic Literature. 1998, ISBN 0-415-06808-8 (englisch).
  5. ↑ Fück, J.W., “Ibn Ḥibbān”, in: Encyclopaedia of Islam, Zweite Auflage, hrsg. von: P. Bearman, Th. Bianquis, C.E. Bosworth, E. van Donzel, W.P. Heinrichs., 2012
  6. ↑ Manfred Fleischhammer, J. Robson: Ibn Hibban al-Busti: Die berühmten Traditionarier der islamischen Länder. In: Orientalistische Literaturzeitung. 1. Mai 1963, S. 269–270.
  7. ↑ Sezgin, S. 189–190
  8. ↑ Ibn al-'imād, B. 1, S. 34–35
  9. ↑ Dhahabi, B.16, S. 93–95
  10. ↑ Ibn Kathīr, B.11, S. 659
  11. ↑ Adh-Dhahabī, B.16, S. 97
  12. ↑ al-Albani, B. 11, S. 526