| Município de Igarassu Igarassu | |||
|---|---|---|---|
Altstadt von Igarassu | |||
|
| |||
| Koordinaten | 7° 50′ S, 34° 54′ W | ||
| Symbole | |||
| |||
| Gründung | 1535 | ||
| Basisdaten | |||
| Staat | Brasilien | ||
| Bundesstaat | Pernambuco | ||
| ISO 3166-2 | BR-PE | ||
| Região intermediária | Recife (seit 2017) | ||
| Região imediata | Recife (seit 2017) | ||
| Metropolregion | Recife | ||
| Höhe | 21 m | ||
| Gewässer | Rio Igarassu | ||
| Klima | tropisches Regenklima | ||
| Fläche | 306,9 km² | ||
| Einwohner | 123.017 (2025) | ||
| Dichte | 400,9 Ew./km² | ||
| Zeitzone | UTC−3 | ||
| Website | www.igarassu.pe.gov.br (brasilianisches Portugiesisch) | ||
| Politik | |||
| Stadtpräfektin | Elcione da Silva Ramos Pedroza Barbosa (2025–2028) | ||
| Partei | PSD | ||
| Kultur | |||
| Schutzpatron | Kosmas und Damian | ||
| Stadtfest | 27. September | ||
| HDI | 0,665 (2010) | ||
![]() | |||
Igarassu ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Pernambuco im Nordosten des Landes. Sie gehört zur Metropolregion Recife und liegt rund 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt Recife. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 123.000 geschätzt.
Igarassu gilt als eine der frühesten europäischen Siedlungen in Brasilien und beherbergt die älteste Kirche des Landes, die Kirche der Heiligen Cosme und Damião, die 1535 erbaut wurde. In Igarassu befinden sich zahlreiche historische Bauwerke aus der Kolonialzeit. Das historische Stadtzentrum wurde 1972 vom Nationalen Institut für historisches und künstlerisches Erbe (IPHAN) zum Nationaldenkmal erklärt.
Igarassu liegt im Küstenbereich des Bundesstaates Pernambuco auf einer Höhe von etwa 21 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet mehrerer kleiner Flüsse, darunter der Rio Igarassu, und ist durch Mangrovengebiete sowie Reste des Atlantischen Regenwaldes geprägt.
Das Klima ist tropisch mit hohen Temperaturen und ganzjährig relativ hohen Niederschlägen. Die Durchschnittstemperaturen liegen meist zwischen 24 und 31 °C. Die Nähe zur Atlantikküste beeinflusst das lokale Klima und sorgt für eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Igarassu wurde vor der Ankunft der Europäer im 16. Jahrhundert von den Caeté-Indianern bewohnt. Die Entwicklung der Stadt geht auf die Ankunft von Duarte Coelho Pereira im Jahr 1535 zurück, der die indigene Bevölkerung in einer Schlacht unterwarf. Coelhos Ankunft markierte den Beginn der portugiesischen Besiedlung Brasiliens.
Igarassu , was in der Sprache der Tupi-Guaraní „Großes Kanu“ bedeutet, war eine der ersten europäischen Siedlungen der Erbkapitanat (einer portugiesischen Verwaltungseinheit) von Pernambuco. Kurz nach seiner Ankunft ließ Coelho einen Felsmarker errichten, um die Grenze zwischen Pernambuco und Itamaracá zu kennzeichnen; dieser steht noch heute. Igarassu wurde am Ende der niederländischen Besetzung der brasilianischen Küste Mitte des 17. Jahrhunderts zerstört. Baumaterialien aus den Ruinen von Igarassu wurden für den Bau der Stadt Olinda verwendet.
Igarassu entwickelte sich ab dem 16. Jahrhundert im Zuge des Zuckerrohrhandels; die Stadt diente als Verkehrsknotenpunkt zwischen den Zuckerfabriken im Landesinneren von Pernambuco und den Häfen am Atlantik. Igarassu war Schauplatz des kurzlebigen liberal-republikanischen Praieira-Aufstands im Jahr 1848 in der Ära des Kaiserreich Brasilien.
1893 wurde Igarassu eine eigenständige Gemeinde und erhielt zwei Jahre später den Status einer Stadt zugesprochen. Inzwischen hat sich die Gemeinde zu einer Großstadt entwickelt.
Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 123.000 Personen geschätzt. Die Bevölkerung ist überwiegend urban geprägt. Wie in vielen Städten Nordostbrasiliens besteht mehrheitlich eine ethnisch gemischte Bevölkerung mit Anteilen europäischer, afrikanischer und indigener Herkunft.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1991 | 68.507 |
| 2000 | 82.277 |
| 2010 | 102.021 |
| 2022 | 115.196 |
| Volkszählungen | |
Die Wirtschaft von Igarassu ist diversifiziert. Historisch spielte die Zuckerrohrproduktion eine zentrale Rolle, die bis heute von Bedeutung ist. Darüber hinaus haben sich Industrie- und Dienstleistungssektoren entwickelt, insbesondere im Umfeld der Metropolregion Recife. Die Gemeinde profitiert von ihrer Nähe zu Recife sowie von Industrieansiedlungen und logistischer Infrastruktur. Handel, Dienstleistungen und kleinere Industriebetriebe stellen wichtige Arbeitgeber dar.
Die Altstadt von Cachoeira wurde 1972 vom Nationalen Institut für historisches und künstlerisches Erbe (IPHAN) zum Nationaldenkmal erklärt. Fünf religiöse Bauwerke sind zudem als brasilianische Nationaldenkmäler ausgewiesen.
Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen das Stadtmuseum Museum Pinacoteca de Igarassu, das Kloster vom Heiligsten Herzen Jesu, das Franziskanerkloster, das Rathaus, sowie mehrere weitere historische Gebäude in der Altstadt von Igarassu.
Igarassu gehört zum römisch-katholischen Erzbistum Olinda und Recife. Neben der katholischen Kirche sind auch zahlreiche protestantisch-freikirchliche Gemeinden vertreten.