Ignatz Lieben

Ignatz Leopold Lieben (* 28. Februar 1805 in Prag; † 12. März 1862 in Wien) war ein österreichischer Kaufmann, Großhändler und einflussreicher Bankier. Auf sein Testament geht der als „österreichischer Nobelpreis“ bezeichnete Lieben-Preis zurück.

Familie

Grab von Ignatz Lieben auf dem Döblinger Friedhof

Ignatz Lieben war verheiratet mit Elise Lewinger (* 15. Februar 1807 Wien; † 24. Juni 1867 in Weikersdorf, heute Stadtteil von Baden), einer Tochter des Samuel Lewinger und der Judit Wertheimer, beide aus Bankier- und Kaufmannsfamilien. Lieben stieg in das Familienunternehmen seiner Schwiegereltern ein und gründete nach dem Tod des Schwiegervaters 1842 seine eigene Großhandlung in Wien.

Das Ehepaar hatte nachstehende Kinder:

Nachwirken

Lieben-Preis

In seinem Testament verfügte Ignatz Lieben, dass eine Summe von mehreren Tausend Gulden „für das allgemeine Beste“ verwendet werden sollte. Sein Sohn Adolf Lieben regte noch 1862 an, den größten Teil dieses Geldes zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung zu verwenden. Die Familie Lieben trat daraufhin an die Kaiserliche Akademie der Wissenschaften mit der Bitte heran, eine von ihnen zu gründende Ignaz L. Lieben-Stiftung zu verwalten. Zum Zweck der Stiftung wurden bei der österreichischen Nationalbank 6.000 Gulden mit einer 5-%-Verzinsung angelegt. Mit den Zinsen dieses Vermögens sollte die Akademie alle drei Jahre die beste Arbeit eines österreichischen Wissenschaftlers – abwechselnd auf dem Gebiet der Physik und der Chemie auszeichnen.

Von 1865 bis 1937 wurde der als „österreichischer Nobelpreis“ hoch angesehene Lieben-Preis vergeben. Mehrfach wurde das Stiftungsvermögen von Mitgliedern der Familie Lieben erhöht.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde auch die Familie Lieben vertrieben und einzelne Angehörige der Familie wurden ermordet.

Dank der privaten Förderer Alfred Bader und dessen Ehefrau Isabel wird seit November 2004 der Ignatz-Lieben-Preis wieder an junge Forscher vergeben.

Ignaz-Lieben-Gesellschaft

Im Mai 2006 wurde die Ignaz-Lieben-Gesellschaft gegründet, um die Geschichte der Naturwissenschaften in der Habsburgermonarchie und ihren Nachfolgestaaten zu dokumentieren und Forschung zu diesem Thema zu fördern. Die Gesellschaft veranstaltet regelmäßig das Ignaz-Lieben-Symposium.

Literatur

Commons: Ignatz Lieben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Geschichte. Abgerufen am 5. August 2026.
  2. ↑ Ignaz-Lieben-Preis. Abgerufen am 5. August 2026.
  3. ↑ Geschichte. Abgerufen am 5. August 2026.
  4. ↑ Die Ignaz-Lieben-Gesellschaft – Verein zur Förderung der Wissenschaftsgeschichte. Abgerufen am 5. August 2026.
Personendaten
NAME Lieben, Ignatz
ALTERNATIVNAMEN Lieben, Ignaz Leopold
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Kaufmann und Bankier
GEBURTSDATUM 28. Februar 1805
GEBURTSORT Prag
STERBEDATUM 12. März 1862
STERBEORT Wien