Ignaz Zaubzer

Ignaz Zaubzer, um 1854

Ignaz Zaubzer (* 4. September 1801 in München; † 8. November 1866 ebenda) war ein Stadtapotheker und leitender Kommunalpolitiker in München.

Herkunft

Ignaz Zaubzer ist der Sohn des Johann Mathias Zaubzer (* 16. Februar 1763, † 24. Dezember 1822). Johann Mathias Zaubzer kam von seinem Geburtsort Donauwörth nach vielen Stationen seines Lebens nach München. Dort erhielt er eine Stellung in der Stadtapotheke des Franz Xaver Unertl. Nach vier Jahren approbierte Johann Mathias Zaubzer am Churfürstlichen College mit der Note „ausgezeichnet“ zum Apotheker. Nach dem Tod von Franz Xaver Unertl, des Besitzers der „Storchenapotheke“ in der Dienergasse 6, Ecke Landschaftsstraße, heiratete er die Witwe des Verstorbenen und erlangte somit am 19. März 1794 das Bürger- und Stadt-Apotheken-Recht von München. Aus dieser Ehe gingen einige Kinder hervor, aber nur eine Tochter und zwei Söhne überlebten ihn. Einer davon war Ignaz Zaubzer.

Leben

Ignaz Zaubzer promovierte an der Universität Landshut und übernahm 1825 die „Storchenapotheke“ seiner Eltern an der Dienerstraße. Später übernahm er das Amt des Stadtapothekers. In dieser Funktion war er für die Herstellung und Abgabe von Arzneimitteln sowie für die pharmazeutische Versorgung der Bevölkerung verantwortlich. Der Beruf des Apothekers genoss im 19. Jahrhundert hohes gesellschaftliches Ansehen und war häufig mit einem ausgeprägten kommunalen Engagement verbunden. Von 1839 bis zu seinem Tod war Zaubzer Vorsitzender des Münchner Gemeindekollegiums, dem er seit 1833 angehörte. Nach 25 Jahren Dienstzeit in der Lokalpolitik stiftete ihm das Kollegium einige Ehrengeschenke zum Amtsjubiläum. Dazu gehörte auch eine in der Erzgießerei Ferdinand von Millers gegossene Bronzebüste. Sie wurde „in dem Sitzungssaal der Gemeindebevollmächtigten zum immerwährenden Andenken an das schon so uneigennützig als höchst verdienstvolle Wirken des Vorstandes“ aufgestellt. Dieser Stiftungsakt war in seiner kommunalen Bedeutung kaum zu überschätzen. Denn im Saal wurde der Stadtrat von den Büsten der bayerischen Könige, denen das Kollegium auf höchster Ebene verpflichtet war, gleichsam symbolisch observiert. Die Stadt München wagte ihren erstaunlichen Vorstoß zu einem Zeitpunkt, als der regierende König Maximilian II. im Jahr 1864 gerade verstorben war. Um die Standesdifferenzen nicht anzutasten, wurde beschlossen, die Büste Zaubzers „an einer anderen Seite der Wand als jener, an welche die Büsten der Könige stehen“ aufzustellen, so dass „Etwas Anstößiges in der Sache nicht mehr wohl gefunden werden“ könne. Die Büste Zaubzers war das erste Denkmal, das die Stadt München für einen ihrer Repräsentanten im eigenen Rathaus aufstellte.

Ignaz Zaubzer starb 1866 im Alter von 65 Jahren.

Grabstätte

Grab von Ignaz Zaubzer auf dem Alten Südlichen Friedhof in München

Die Grabstätte Zaubzers befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Neue Arkaden, Platz 155 bei Gräberfeld 30) Standort. Die Grabstätte ist eine der wenigen Grabstätten in den Neuen Arkaden des Alten Südlichen Friedhofs, die den Krieg nahezu unbeschadet überstanden haben. Es ist ein Ehrenmal der Stadt München als Dank für die langjährige Tätigkeit für die Stadt. Auf der Grabplatte steht: „Die Stadt München ehrt durch dieses Denkmal sein vieljähriges treues Wirken für die Gemeinde.“ Zunächst sollte der Stadtbaurat Arnold von Zenetti Entwürfe für das Grabmal liefern, von denen noch zwei erhalten sind. Da die Entwürfe auf geteilte Zustimmung in den städtischen Gremien stießen, wurde der Bildhauer Anselm Sickinger beauftragt, alternative Entwürfe zu erstellen, von denen schließlich einer zur Umsetzung ausgewählt wurde. Die darin enthaltene Büste aus Marmor steuerte Johann Halbig bei, der bereits die Bronzebüste zur Aufstellung im Sitzungssaal der Gemeindebevollmächtigten erstellt hatte. Die Gesamtkosten des Grabehrenmals werden in den Unterlagen der Stadt mit 2400 Gulden beziffert. In dem Grab ist auch die Ehegattin Josefine Zaubzer geb. von Melzl (* 7. Juli 1803; † 23. August 1861) begraben.

Ehrungen

Vorderseite der Goldenen Bürgermedaille der Landeshauptstadt München

Namensgeber für Straße

Nach Ignaz Zaubzer wurde 1899 in München im Stadtteil Parkstadt (Stadtbezirk 13 – Bogenhausen) die Zaubzerstraße benannt (Erstnennung). Lage

Literatur

Commons: Ignaz Zaubzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Johann Mathias Zaubzer und Ignaz von Zaubzer. In: muenchenwiki.de. 13. Juli 2026.
  2. 1 2 Büste Ignaz von Zaubzer. In: muenchner-stadtmuseum.de. 13. Juli 2026.
  3. ↑ Bericht zum Tod von Ignaz Zaubzer in der Allgemeinen Zeitung, am 8. November 1866, Seite 665. In: Allgemeine Zeitung. 14. Juli 2026.
  4. ↑ Ignaz von Zaubzer. Grabinschrift, Infos zum Grab und zur Person. In: campo-santo.de.
  5. 1 2 Claudia Denk, John Ziesemer: Grabstätte Zaubzer, Ignaz, Nr. 155. In: Kunst und Memoria, Der Alte Südliche Friedhof in München. 2014, S. 453.
  6. ↑ Bericht zur Verleihung der goldenen Bürgermedaille in der Magdeburgische Zeitung : Anhalter Anzeiger, 30. September 1858. In: Magdeburgische Zeitung :Anhalter Anzeiger. 1858,7/9, Seite 1106. 14. Juli 2026.
  7. ↑ Zaubzerstraße, auf stadtgeschichte-muenchen.de
Personendaten
NAME Zaubzer, Ignaz
KURZBESCHREIBUNG Stadtapotheker und Kommunalpolitiker in München
GEBURTSDATUM 4. September 1801
GEBURTSORT Donauwörth
STERBEDATUM 8. November 1866
STERBEORT München