Imke Woelk (* 11. Dezember 1964 in Hamburg) ist eine deutsche Architektin, Künstlerin und Professorin für Architekturentwurf am Institut für Kunst und Architektur (IKA) der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie ist Gründerin des Büros IWUP Architektur in Berlin und Mitglied des Deutschen Werkbunds.
Woelk studierte Architektur an der Leibniz Universität Hannover, der Technischen Universität Braunschweig und der Università Iuav di Venezia. Zusätzlich absolvierte sie ein Studium der Fotografie bei Michael Ruetz an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Von 1993 bis 1996 arbeitete sie in den Architekturbüros von Massimiliano Fuksas in Rom und Will Alsop in London.
Von 2000 bis 2003 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Labor für integrative Architektur (LIA) der TU Berlin. Im Jahr 2003 erhielt Woelk den Rompreis der Deutschen Akademie (Villa Massimo). Anschließend übernahm sie eine Gastprofessur am College of Art and Design der Duksung Women’s University in Seoul.
2005 gründete Imke Woelk gemeinsam mit Martin Cors das Büro IWUP Architektur in Berlin. 2010 promovierte sie an der TU Berlin bei Finn Geipel im Fachbereich Architektur. In ihrer Dissertation Der offene Raum analysiert sie das Verhältnis von Raumstruktur und Nutzung in der Halle der Neuen Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe. 2011 wurden ihre künstlerischen Arbeiten zur Katsura-Villa in der Kunstgalerie Dittmar in Berlin gezeigt.
2016 wurde Woelk Mitglied des Beratungsausschusses Kunst im Bereich Architektur und Städtebau der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und übernahm eine Lehrtätigkeit an der Academy for Architectural Culture (aac).
In den Jahren 2017 bis 2019 konzipierte und moderierte sie gemeinsam mit Wilhelm Klauser mehrere Fachtagungen zur innovativen Stadtquartieren im Architekturforum AEDES. Unter der Leitung von K. Michael Hays schloss sie 2018 den zertifizierten Onlinekurs The Architectural Imagination an der Harvard Graduate School of Design ab. 2019 übernahm sie den Juryvorsitz für den Tschechischen Architekturpreis. 2020 wurde sie in den Deutschen Werkbund berufen.
Im Jahr 2022 nahm Woelk an der 3Sat-Sendung Scobel – Zukunft Gestalten zur Rolle der Architektur in ökologischen Transformationsprozessen teil. Im selben Jahr hielt sie bei dem Symposium 1,5°C in Los Angeles, veranstaltet vom American Institute of Architects den Vortrag Environments of shared concerns über das Verhältnis von Architektur, Umwelt und ökologischen Prozessen. Zudem war Woelk mit den künstlerischen Arbeiten Die Jacke des Denkers und Naturlandschaft an der Gruppenausstellung Positionen zum Verhältnis zwischen Mensch und Natur in der Architekturgalerie am Weissenhof beteiligt.
Zwischen 2023 und 2026 war Woelk weiterhin in Bauprojekten, Publikationen und Jurytätigkeiten aktiv. Sie realisierte mit ihrem Büro unter anderem das Jugendzentrum St. Benedikt im Kloster Nütschau sowie ein Wohnbauprojekt in Berlin und wirkte als Jurymitglied bei Wettbewerben für das Deutsche Technikmuseum Berlin und das Besucherzentrum am Friedhof der Märzgefallenen.
Im Jahr 2024 veröffentlichte Imke Woelk den Fachbeitrag The Architectural Fragment as Space between Environment and Society in dem von Heike Hanada herausgegebenen Sammelband fragmental - On the Dissolution of Public Space. Darüber hinaus war sie Mitglied des Vergabegremiums für die Sanierung und Erweiterung der Berlinischen Galerie und verfasste programmatische Texte zur Rolle von Imagination und Architektur in gesellschaftlichen Transformationsprozessen.
Imke Woelk versteht Architektur als kulturelle Praxis und dynamisches Beziehungssystem zwischen Mensch, Umwelt und Gesellschaft. Ihre Arbeiten untersuchen, wie Räume durch Atmosphären, Wahrnehmung, Verhalten und soziale Beziehungen im Kontext individueller und kollektiver Bedürfnisse prägen.
Im internationalen Architekturwettbewerb 400.000 Habitatges für ländlicher Regionen im Großraum Barcelona, setzte sich Woelk 2004 mit ihrem Entwurf durch. Die Jury, u. a. Jacques Herzog, Ryūe Nizishawa, Alejandro Zaera-Polo, verlieh ihr den 1. Preis. Insgesamt beteiligte sie sich mit ihrem Büro im Gebäude- und Stadtentwicklungssektor an mehr als 30 Wettbewerben und 40 Machbarkeitsstudien öffentlicher Institutionen.
Imke Woelk wurde 2003 mit dem Jahresstipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo in der Sparte Architektur ausgezeichnet. 2015 erhielt sie die Working Residency der Danish Arts Foundation, Jørn Utzon. Ihre Videoarbeit After All. The Culture of Nature war 2019 Teil der offiziellen AFFIV-Auswahl des Art Film Festivals in Cannes.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Woelk, Imke |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Architektin und Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 11. Dezember 1964 |
| GEBURTSORT | Hamburg |