Immanenz (lateinisch immanere, ‚darin bleiben‘, ‚anhaften‘) bezeichnet das in den Dingen Enthaltene, das sich aus ihrer individuellen und objektiven Existenzweise ergibt. Es ist der Gegenbegriff zur Transzendenz. Das Adjektiv immanent bezeichnet eine in einem Gegenstand innewohnende Eigenschaft, die somit nicht durch Folgerung oder Interpretation hergeleitet worden ist.
Die Scholastik unterscheidet immanente Handlungen, die sich auf den Handelnden beziehen, von transzendenten, die über den Handelnden hinausweisen. Des Weiteren bedeutet Immanenz:
Ganz im Sinne Spinozas (Deus sive Natura: „Gott bzw. Natur“) dichtete Goethe 1812:
„Was wär ein Gott, der nur von außen stieße,
Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt’s, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen,
So dass, was in Ihm lebt und webt und ist,
Nie Seine Kraft, nie Seinen Geist vermisst.“
Der französische Philosoph André Comte-Sponville versucht eine Spiritualität der Immanenz zu entwickeln. Es gebe keine Transzendenz, denn alles, was es gebe, sei Teil des „einen großen Ganzen“, wir Menschen auch. Aber dieses Ganze sei im Sinne Ludwig Wittgensteins unaussprechlich „das Mystische“. Comte-Sponville greift ein Wort von Jules Laforgue auf und spricht von „Immansität (= Immanenz + Immensität) (…). Wir sind in dem großen Ganzen, und das geht, endlich oder nicht, in jeder Hinsicht über uns hinaus: Seine Grenzen, wenn es überhaupt welche hat, sind für uns definitiv unerreichbar“. Doch dass es unerreichbar ist mache es noch nicht zur Transzendenz. Transzendenz, etwas das das Ganze übersteigt, gebe es nicht; wenn es etwas derartiges gäbe, sei dies wiederum Teil des größeren Ganzen.