Immo Krumrey

Immo Krumrey

Immo Krumrey (* 25. Oktober 1923 in Pirmasens; † 4. März 2013) war ein deutscher Industriedesigner.

Leben

Nach dem Abitur im Jahr 1942 wurde Immo Krumrey zum Kriegsdienst eingezogen und war zunächst als Horchfunker in Berlin sowie anschließend in Süd- und Nordnorwegen eingesetzt. In den Ardennen geriet er in amerikanische Gefangenschaft und wurde in ein Lager nach Wisconsin verbracht. Nach seiner Rückkehr nach Europa arbeitete er bis 1949 in Frankreich in einem Bergwerk und in der Landwirtschaft.

Er studierte Innenarchitektur verbunden mit Schreinerlehre an der Meisterschule für Handwerker, anschließend bis 1952 in der Abteilung Gewerbekunst der Landesgewerbeanstalt Kaiserslautern.

Krumrey begann danach ein Zweitstudium an der gerade in Gründung befindlichen Hochschule für Gestaltung Ulm (hfg). Nach einem Vorstellungsgespräch mit Max Bill im Aufbaubüro in der Bahnhofstraße in Ulm wurde er als zwölfter Studierender aufgenommen (Grundlehre 1/1953). Das erste Grundlehreseminar hatte er mit Walter Peterhans, weitere Kurse und Seminare mit Josef Albers, Hermann von Baravalle, Johannes Itten, Max Bense und Helene Nonné-Schmidt. Er fand hier die Basis für die Gestaltungsprobleme im Nachkriegsdeutschland.

1954 unterbrach er sein Studium aus finanziellen Gründen und nahm es 1955 wieder auf. Im Atelier Max Bill (Abteilung Produktform) arbeitete er unter anderem an der Gestaltung von Bürodrehstühlen für Stoll in Waldshut. Im Jahr 1957 kam es zu Differenzen zwischen Krumrey als Studentenvertreter und der Geschwister-Scholl-Stiftung als Trägerin der hfg, in deren Folge Krumrey im Februar 1958 die hfg verließ.

Anschließend trat er in die wieder gegründete Abteilung Produktgestaltung der AEG in Frankfurt am Main ein. Eine verbreitete Produktgestaltung Krumreys ist die Mastaufsatzleuchte HQL mit Spiegelreflektoren der AEG Hameln/Weser, die als Longseller mit Abkömmlingen und zahlreichen Kopien anderer Hersteller weltweite Verbreitung in der Straßenbeleuchtung gefunden hat.

Als erster Industriedesigner wechselte Krumrey 1970 in das Design Center der Deutschen Bundesbahn in München. Dort war er für die Innenausstattung der Schienenfahrzeuge für den Personenverkehr zuständig. Von 1970 bis 1988 war er für das Vertragsmanagement bei der Abwicklung von Aufträgen der Bundesbahn mit externen Design-Auftragsnehmern verantwortlich.

Zeitweilig war Krumrey Vizepräsident des Verbands Deutscher Industrie-Designer (VDID). Ab 1990 war er als Berater mit den Aktivsenioren Bayern tätig.

Immo Krumrey war ab 1964 verheiratet und lebte seit 1970 mit seiner Frau in Bayern, aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen seit 2005 sehr zurückgezogen. Er verstarb 2013. Er war Vater zweier Söhne. Sein ältester Sohn arbeitet als freischaffender Bildhauer.

Werk (Beispiele)

Fachpublikationen

Einzelnachweise

  1. 1 2 Peter-Philipp Schmitt: Stilschule der Nation. (PDF; 118 kB) In: FAZ. 23. August 2003, S. 9, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Januar 2012; abgerufen am 18. März 2013.
  2. ↑ René Spitz: Die politische Geschichte der Hochschule für Gestaltung Ulm (1953–1968). (PDF) 1997, abgerufen am 18. März 2013.
  3. ↑ Immo Krumrey: Design: Markt mit Zukunft? (JPG) In: form, ausgabe 045. März 1969, S. 40, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 5. Januar 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) (Anmeldung erforderlich)
Personendaten
NAME Krumrey, Immo
KURZBESCHREIBUNG deutscher Industriedesigner
GEBURTSDATUM 25. Oktober 1923
GEBURTSORT Pirmasens
STERBEDATUM 4. März 2013