Der Fachbegriff incertae sedis (Genitiv von lat.incerta sedes „unsicherer Sitz“), abgekürzt inc. sed., kennzeichnet in der biologischen Taxonomie die unsichere systematische Stellung eines Taxons, beispielsweise die unklare Zuordnung einer Gattung zu einer bestimmten Familie.
In der Linguistik existiert ein ähnlicher Begriff: Eine Sprache ist ein Sprachisolat, wenn nicht bekannt ist, von welcher anderen Sprache sie abstammt.
Beispiele
Die fossile Pflanze Paradinandra suecica konnte keiner Familie zugeordnet werden, wurde aber incertae sedis innerhalb der Ordnung der Heidekrautartigen (bei ihrer Beschreibung 2001) zugeordnet.
Das Fossil Gluteus minimus, beschrieben 1975, konnte keinem Stamm zugeordnet werden.
Die Picozoa, wenige Mikrometer große Meereslebewesen, können innerhalb der Eukaryoten keinem bekannten Taxon zugeordnet werden.
↑Erwin J. Hentschel, Günther H. Wagner:Zoologisches Wörterbuch. Tiernamen, allgemeinbiologische, anatomische, physiologische Termini und Kurzbiographien. Mit einer „Einführung in die Terminologie und Nomenklatur“, einem „Verzeichnis der Autorennamen“ und einem „Überblick über das System des Tierreichs“. 6. Auflage. Gustav Fischer, Jena 1996, ISBN 3-334-60960-X, S.324.
↑Gerhard Wagenitz: Wörterbuch der Botanik. Morphologie, Anatomie, Taxonomie, Evolution. 2., erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2008, ISBN 978-3-937872-94-0, S. 156.